Eine Anleihe ist ein Wertpapier. Du leihst dem Emittenten Geld, bekommst dafür Zinsen und am Ende der Laufzeit den Nennwert, wenn er zahlt. Gehalten wird das Papier im Wertpapierdepot. Ein eigenes Anleihenkonto gibt es nicht. Die Depotbank schreibt Zins und Rückzahlung dem Verrechnungskonto gut.
Im Mittelpunkt steht der Kauf der einzelnen Anleihe. Das Depot ist das Mittel dafür: Es nimmt die Order an, bucht das Papier ein und behält die Abgeltungsteuer ein, wenn die Depotbank eine inländische auszahlende Stelle ist. Ob eine bestimmte ISIN dort handelbar ist, siehst du in der Suche des Anbieters. Manche Depots führen nur Fonds auf Anleihen und nehmen einzelne Stücke nicht an.
Die Order lautet auf einen Nennwert, nicht auf eine Stückzahl. Der Kurs steht in Prozent dieses Nennwerts. Liegt er in einem Rechenbeispiel bei 98 Prozent, kostet ein Nennwert von 1.000 Euro vor Stückzinsen und Entgelten 980 Euro. Zurückgezahlt werden am Ende 1.000 Euro, wenn die Bedingungen die Rückzahlung zum Nennwert vorsehen und der Emittent leistet.
Bundeswertpapiere sind Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland. Bundesanleihen haben eine ursprüngliche Laufzeit von sieben Jahren und mehr. Üblich sind sieben, zehn, 15, 20 und 30 Jahre. Bundesobligationen laufen ursprünglich fünf Jahre, Bundesschatzanweisungen zwei Jahre. Unverzinsliche Schatzanweisungen reichen bis zu zwölf Monate und werden ohne laufenden Kupon mit Abschlag begeben. Im Alltag heißen oft alle diese Papiere Bundesanleihen. Für den Kauf zählt die ISIN, weil Kupon, Fälligkeit und Restlaufzeit verschieden sind.
Neue Bundeswertpapiere vergibt der Bund im Auktionsverfahren an die Bietergruppe der Kreditinstitute. Ein neues Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur für Privatpersonen wird nicht eröffnet. Du kaufst die Papiere über dein Depot an der Börse oder im Direkthandel. Die kleinste handelbare Einheit dieser Bundeswertpapiere beträgt 0,01 Euro. Deine Bank kann trotzdem eine höhere Mindestorder verlangen oder eine Gebühr berechnen, die sehr kleine Beträge unattraktiv macht.
Andere Staaten geben eigene Staatsanleihen aus. Ein höherer Kupon kann eine schwächere Bonität, eine andere Währung oder beides abbilden. Bundesländer und einzelne Kommunen begeben ebenfalls Anleihen. Schuldner ist dann das Land oder die Kommune. Grüne Bundeswertpapiere haben denselben Schuldner wie die klassischen Papiere des Bundes. Die Mittel sind für Ausgaben vorgesehen, die der Bund als grün kennzeichnet. Die Entscheidung über den Haushalt bleibt beim Bundestag.
Eine Unternehmensanleihe finanziert eine Firma. Du trägst das Ausfallrisiko dieses Emittenten. Vorrangige Papiere werden in der Insolvenz vor nachrangigen bedient. Ein höherer Kupon bei Nachrang ist der Preis für diesen Rang. Viele Emissionen richten sich an institutionelle Anleger und sind erst ab 100.000 Euro Nennwert handelbar. Stücke zu 1.000 Euro lassen kleinere Beträge zu. Die Stückelung steht in den Bedingungen und in der Wertpapiersuche.
Pfandbriefe sind gedeckte Schuldverschreibungen von Banken mit Pfandbrieflizenz. Hypothekenpfandbriefe sind durch Immobilienkredite gedeckt, öffentliche Pfandbriefe durch Forderungen gegen öffentliche Schuldner. Schiffspfandbriefe und Flugzeugpfandbriefe nutzen die jeweiligen Deckungswerte. Die Deckungsmasse ist vom übrigen Vermögen der Bank getrennt und dient in einer Abwicklung vorrangig den Pfandbriefgläubigern. Das ist ein anderer Schutz als die Einlagensicherung, die Bankguthaben erfasst und Anleihen ausnimmt. Der Kurs eines Pfandbriefs schwankt mit dem Zinsniveau.
Eine Neuemission kaufst du in der Zeichnungsfrist, bevor der reguläre Handel beginnt oder während er anläuft. Die Börse Frankfurt lässt bestimmte Anleihen über das normale Depot zeichnen und weist für diese Zeichnung kein eigenes Handelsentgelt aus. Was die Depotbank berechnet, steht in ihrem Preisverzeichnis. Im Segment Scale beträgt die Stückelung höchstens 1.000 Euro nominal. Das Segment verlangt vom Emittenten Unterlagen und Kennzahlen. Es ersetzt kein Urteil über die Zahlungsfähigkeit. Die Börse Stuttgart führt Neuemissionen und den Handel danach. Ist die Zeichnung überzeichnet, kann sie vorzeitig schließen, und du erhältst weniger Nennwert als geordert.
Der Kupon ist der vereinbarte Zins auf den Nennwert. Die Rendite bis zur Fälligkeit setzt Kupon, Kaufkurs und Rückzahlung zusammen und rechnet das auf ein Jahr um. Kaufst du über pari, also über 100 Prozent, liegt die Rendite unter dem Kupon, weil du am Ende weniger zurückbekommst, als du heute zahlst. Kaufst du unter pari, liegt sie darüber. Die laufende Verzinsung, Kupon geteilt durch Kurs, ist eine dritte Zahl. Verglichen wird die Rendite bis zur Fälligkeit, und zwar bei gleicher Restlaufzeit.
Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse bereits laufender festverzinslicher Anleihen, weil ihr Kupon dann weniger einbringt als der Zins neuer Papiere. Sinken die Marktzinsen, steigen die Kurse. Je länger die Restlaufzeit, desto stärker schlägt dieselbe Zinsänderung auf den Kurs durch. Hältst du eine Standardanleihe bis zur Fälligkeit, bekommst du den Nennwert. Den Abstand deines Kaufkurses zu 100 hat die Rendite schon eingerechnet. Verkaufst du vorher, gilt der Tageskurs.
Stückzinsen sind der seit dem letzten Zinstermin aufgelaufene Anteil am Kupon. Die Börse zeigt meist den Kurs ohne diesen Anteil. Auf der Abrechnung kommt er dazu. Du zahlst ihn dem Verkäufer und erhältst zum nächsten Zinstermin den vollen Kupon. Wirtschaftlich bleibt dir der Zins für deine eigene Haltedauer. Welche Tage zählen, steht in den Anleihebedingungen. Häufig ist die Zählung bei Staatsanleihen taggenau und bei Unternehmensanleihen 30 Tage je Monat auf ein Jahr von 360 Tagen. Papiere ohne laufenden Kupon haben keine Stückzinsen. Bei inflationsindexierten Bundeswertpapieren fehlt in der Prozentnotiz die Indexverhältniszahl. Kurswert und Stückzinsen werden mit ihr multipliziert.
Festverzinslich heißt, der Kupon steht für die Laufzeit fest und wird meist einmal im Jahr auf den Nennwert gezahlt. Eine variabel verzinste Anleihe setzt den Zins in Abständen neu, in der Regel aus einem Referenzsatz plus Aufschlag. Eine Nullkuponanleihe zahlt zwischendurch nichts. Ihr Ertrag steckt im Abstand zwischen Kaufkurs und Rückzahlung. Manche Emittenten dürfen vorzeitig zurückzahlen. Dann endet der feste Zins früher, und du legst das Geld zum dann geltenden Satz neu an. Ob ein solches Recht besteht, steht in den Bedingungen.
Inflationsindexierte Bundeswertpapiere koppeln Zins und Rückzahlung an den unrevidierten harmonisierten Verbraucherpreisindex des Euroraums ohne Tabak. Der feste Kupon ist ein Realzins. Die Zahlung ergibt sich aus Nennwert, diesem Kupon und der Indexverhältniszahl. Bei Fälligkeit bekommst du mindestens den Nennwert. Liegt die Verhältniszahl über eins, kommt der Inflationsausgleich dazu. Fällt sie unter eins, kann die Zinszahlung unter dem Produkt aus Kupon und Nennwert liegen. Seit 2024 begibt der Bund keine neuen Papiere dieser Art und stockt die alten nicht auf. Die umlaufenden Anleihen bleiben über das Depot handelbar. Ihr Kurs folgt der realen Rendite und den Inflationserwartungen. Verkaufst du vor dem Ende, bleibt das Kursrisiko. Liegt die spätere Inflation unter dem, was der Kaufkurs schon enthält, ist der Schutz gegenüber einer nominalen Bundesanleihe kein Zusatzgewinn.
Eine Wandelanleihe ist eine Unternehmensanleihe mit deinem Recht, sie nach den Bedingungen in Aktien des Emittenten zu tauschen. Dafür liegt der Kupon meist niedriger als bei einer Anleihe ohne dieses Recht. Ohne Wandlung läuft sie als Anleihe weiter, sofern keine Pflichtwandlung vorgesehen ist. Eine Aktienanleihe ist ein anderes Papier. Bei ihr kann am Ende der Nennwert oder eine vorher festgelegte Zahl Aktien geliefert werden, wenn die Aktie schwach läuft. Das Lieferrisiko liegt dann bei dir. Eine Fremdwährungsanleihe zahlt Zins und Rückzahlung in einer anderen Währung. Der Wert in Euro schwankt mit dem Wechselkurs, auch wenn der Emittent pünktlich zahlt. Ein höherer Nominalzins im Ausland ist der Ausgleich für dieses zusätzliche Risiko.
Im Privatkundenhandel stellt bei Anleihen oft ein Spezialist oder Market Maker Geld- und Briefkurse. Die Börse Frankfurt notiert Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Pfandbriefe und stellt die Kurse über ihre Spezialisten. Die Börse Stuttgart ist ein zentraler Platz für Privatanleger und gibt für Anleihen Handelszeiten von 7.30 bis 22 Uhr an. Die Zeiten der Plätze decken sich nicht. Dein Depot zeigt nur die Plätze, die der Anbieter angebunden hat. Daneben gibt es den Direkthandel außerbörslich gegen einen Market Maker. Bei liquiden Bundeswertpapieren liegen die Kurse meist eng beieinander. Bei selten gehandelten Unternehmensanleihen kann die Spanne mehrere Prozentpunkte betragen.
Du orderst den Nennwert als Vielfaches der Stückelung und setzt das Limit in Prozent. Eine Order ohne Limit kann in einem engen Markt zu einem Kurs ausgeführt werden, der schlechter ist als die zuletzt gezeigte Spanne. Teilausführungen kommen vor, und jede kann eine eigene Abrechnung auslösen. Ob dafür jedes Mal ein Entgelt anfällt, entscheidet das Preisverzeichnis der Depotbank. Zum Kurswert kommen Stückzinsen und die ausgewiesenen Entgelte. Die Rendite auf der Produktseite enthält diese Entgelte in der Regel nicht.
Vor dem Auftrag prüfst du ISIN, Währung, Rang, Kupontermin, Fälligkeit, Stückelung und ob der Zielmarkt Privatkunden einschließt. Der Name des Emittenten trifft oft Dutzende Papiere. Die Stückzinsen auf der Abrechnung laufen bis zum Valutatag. Der liegt nach dem Handelstag.
Zinsen aus Anleihen und Gewinne aus Verkauf oder Rückzahlung gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Die inländische Depotbank behält 25 Prozent Kapitalertragsteuer ein, darauf den Solidaritätszuschlag und, wenn du den Einzug beantragt hast, die Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer sind das 26,375 Prozent. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro pro Person und 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung. Er wirkt, wenn ein Freistellungsauftrag bei dieser Bank liegt oder du die Erträge in der Steuererklärung ansetzt. Liegt dein persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent, kann die Günstigerprüfung den Unterschied ausgleichen.
Gezahlte Stückzinsen sind negative Kapitalerträge. Die Bank verrechnet sie im selben Jahr mit positiven Kapitalerträgen bis zu deren Höhe und führt insoweit weniger Steuer ab. Ein Rest wird ins nächste Jahr vorgetragen. Erhaltene Stückzinsen beim Verkauf sind steuerpflichtig. Über die gesamte Haltedauer wird so der Zins deiner Besitzzeit erfasst. Das Kalenderjahr kann den Freibetrag trotzdem verschieben. Kaufst du kurz vor Jahresende mit hohen Stückzinsen, mindern sie Erträge dieses Jahres, und der volle Kupon fällt erst im nächsten Jahr an.
Der steuerpflichtige Gewinn ist der Unterschied in Euro zwischen Verkauf oder Rückzahlung und deinen Anschaffungskosten. Bei einer Fremdwährungsanleihe steckt die Wechselkursänderung in diesem Euro-Betrag. Eine Einzelanleihe hat keine Teilfreistellung. Die gilt für Investmentfonds. Verluste aus einem Anleiheverkauf landen im allgemeinen Verlusttopf der Bank und lassen sich dort mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Ein Ausfall des Emittenten ist ein anderer Vorgang als ein Verkauf. Darüber entscheiden die Bescheinigung der Bank und die Steuererklärung. Ein ausländisches Depot ohne deutschen Steuerabzug führt die Erträge nicht automatisch ab. Dann gehören sie in deine Erklärung.
Ein Rating ist eine Meinung zur Zahlungsfähigkeit. Oberhalb von BBB minus beziehungsweise Baa3 gilt ein Papier im üblichen Sprachgebrauch als Investment Grade, darunter als Hochzinsanleihe. Eine Herabstufung über diese Schwelle kann Verkäufe auslösen und den Kurs drücken. Deutschland zählt zu den Emittenten mit der höchsten Bonitätsnote. Das Ausfallrisiko gilt als sehr gering. Es ist etwas anderes als die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Bank und Person, die Guthaben schützt. Eine Anleihe derselben Bank, bei der dein Tagesgeld liegt, ist keine Einlage. Manche unbesicherten Bankschuldverschreibungen stehen nach ihren Bedingungen im Rang hinter anderen Gläubigern und werden in einer Abwicklung vor den Einlagen herangezogen.
Der Abstand von Geld- und Briefkurs ist ein echter Kostenblock. Bei liquiden Bundeswertpapieren ist er klein. Bei einer kleinen Unternehmensanleihe kann er einen großen Teil der Rendite einer kurzen Restlaufzeit aufzehren. Dazu kommen das Orderentgelt und gegebenenfalls ein Entgelt des Handelsplatzes. Je kürzer die Restlaufzeit und je seltener der Handel, desto schwerer wiegen diese Posten. Eine Börsennotiz und ein Prospekt beantworten nicht, ob der Emittent Zins und Nennwert tragen kann. Kleinere Mittelstandsanleihen sind schon ausgefallen, obwohl sie an einer Börse notiert waren.
Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker, die ISIN des Papiers und einen Auftrag über den gewünschten Nennwert. Die Depotbank kauft an einer Börse oder im Direkthandel und legt die Anleihe ins Depot. Zinsen und die Rückzahlung am Laufzeitende schreibt sie dem Verrechnungskonto gut, solange der Emittent zahlt.
Ja, wenn dieser Anbieter die konkrete Anleihe führt. Ein zweites Konto nur für Anleihen ist nicht vorgesehen. Manche Depots lassen lediglich Fonds auf Anleihen zu und nehmen einzelne Bundesanleihen, Pfandbriefe oder Unternehmensanleihen nicht an. Das siehst du, indem du die ISIN vor dem ersten Auftrag suchst.
Neue Papiere vergibt der Bund an die Bietergruppe der Kreditinstitute. Für Privatpersonen wird kein neues Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur eröffnet. Du kaufst Bundesanleihen, Bundesobligationen und die kürzeren Bundeswertpapiere über dein Depot. Der österreichische Bundesschatz ist ein Produkt eines anderen Staates und kein Auftragsweg für deutsche Bundeswertpapiere.
Eine Bundesobligation ist eine Schuldverschreibung der Bundesrepublik mit einer ursprünglichen Laufzeit von fünf Jahren. Schuldner, Handel über das Depot und Rückzahlung zum Nennwert entsprechen der Bundesanleihe. Am Markt liegen auch Obligationen mit kürzerer Restlaufzeit, weil sie schon vor Jahren begeben wurden.
Bundesschatzanweisungen laufen ursprünglich zwei Jahre und zahlen einen Kupon. Unverzinsliche Schatzanweisungen reichen bis zu zwölf Monate, haben keinen laufenden Kupon und werden mit Abschlag begeben. Der Ertrag steckt dann im Abstand zwischen Kaufpreis und Rückzahlung. Beide kaufst du über das Depot, nicht in einer privaten Auktion beim Bund.
Schuldner einer Länderanleihe ist das Land, Schuldner einer Kommunalanleihe die Stadt oder Gemeinde. Die Bezeichnung Bundesanleihe, Bundesobligation oder Bundesschatzanweisung bleibt den Papieren der Bundesrepublik vorbehalten. Bonität, Kupon und Liquidität können sich unterscheiden, auch wenn alle in Euro notieren.
Der Markt verlangt einen Ausgleich für schwächere Bonität, politische Unsicherheit oder eine Fremdwährung. Deutschland wird mit der höchsten Bonitätsnote geführt, deshalb liegt die Rendite seiner Papiere bei gleicher Laufzeit meist niedriger. Staaten sind schon mit Zins oder Tilgung ausgefallen. Der höhere Satz ist dieser Risikoausgleich.
Du prüfst den Emittenten, den Rang, die Währung, die Stückelung, die Fälligkeit und ob der Emittent vorzeitig kündigen darf. Ein hoher Kupon beschreibt den Preis für Ausfallrisiko, Nachrang oder eine lange Laufzeit. Rating und Geschäftsbericht sind Anhaltspunkte. Sie ersetzen die eigene Frage nicht, ob Zins und Nennwert aus dem laufenden Geschäft tragbar sind.
Die Stückelung legt fest, in welchen Nennwertschritten das Papier gehandelt wird. Viele Firmenanleihen haben eine Stückelung von 100.000 Euro, weil der Emittent dann oft keinen Wertpapierprospekt für ein öffentliches Angebot an Kleinanleger braucht. Privatkundenstücke liegen oft bei 1.000 Euro. Bundeswertpapiere sind schon ab 0,01 Euro handelbar, die Mindestgebühr deiner Bank kann kleine Orders trotzdem unwirtschaftlich machen.
Ein Pfandbrief ist eine gedeckte Schuldverschreibung einer Bank mit Pfandbrieflizenz. Hinter Hypothekenpfandbriefen stehen Immobilienkredite, hinter öffentlichen Pfandbriefen Forderungen gegen öffentliche Schuldner. Schiffs- und Flugzeugpfandbriefe haben eigene Deckungswerte. Die Deckungsmasse ist vom übrigen Bankvermögen getrennt und dient in einer Abwicklung zuerst den Pfandbriefgläubigern.
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Einlagen bis 100.000 Euro je Bank und Person. Anleihen fallen dort nicht darunter, auch wenn dieselbe Bank sie begibt. Beim Pfandbrief steht dafür die getrennte Deckungsmasse bereit. Eine unbesicherte Bankanleihe hat diesen Vorrang nicht und kann in einer Abwicklung vor den Einlagen herangezogen werden, wenn die Bedingungen den niedrigeren Rang ausweisen.
Während der Zeichnungsfrist gibst du über dein Depot einen Auftrag auf den gewünschten Nennwert, sofern deine Bank die Emission anbietet. Die Börse Frankfurt weist für eine solche Zeichnung kein eigenes Handelsentgelt aus. Die Konditionen der Depotbank bleiben davon unberührt. Nach der Zuteilung wird das Papier an der Börse gehandelt, und der Kurs kann vom Ausgabepreis abweichen.
Die Auktion der Finanzagentur ist der Bietergruppe der Kreditinstitute vorbehalten. Du steigst danach ein, sobald das Papier über Bank oder Börse handelbar ist. Eine Neuemission eines Unternehmens oder einer Bank kann dagegen direkt über das Depot gezeichnet werden, wenn der Emittent diesen Weg öffnet. Ob du den vollen georderten Nennwert bekommst, hängt von der Zuteilung ab.
Der Kurs nennt den Preis als Anteil am Nennwert. Hundert Prozent entsprechen dem Nennwert, 97 Prozent einem Abschlag, 103 Prozent einem Aufschlag. Für 2.000 Euro Nennwert bei 97 Prozent zahlst du vor Stückzinsen und Entgelten 1.940 Euro. Die Anzeige an der Börse lässt die Stückzinsen meist weg. Die Abrechnung setzt sie wieder auf.
Der Kupon ist der feste Satz auf den Nennwert und ändert sich bei einer festverzinslichen Anleihe nicht. Die Rendite bis zur Fälligkeit rechnet zusätzlich ein, ob du das Papier über oder unter dem Nennwert kaufst. Zwei Anleihen mit demselben Kupon und verschiedener Restlaufzeit oder verschiedenem Kurs haben deshalb verschiedene Renditen. Verglichen wird diese Rendite. Der Kupon allein zeigt sie nicht.
Neue Anleihen bringen dann einen höheren Kupon. Bereits laufende Papiere mit niedrigerem Kupon müssen im Kurs nachgeben, damit ihre Rendite wieder zum Markt passt. Der Effekt ist bei langer Restlaufzeit größer als bei einer Anleihe, die in wenigen Monaten zurückgezahlt wird. Hältst du bis zur Fälligkeit, bekommst du weiterhin den vereinbarten Kupon und den Nennwert, sofern der Emittent zahlt.
Über pari heißt, der Kurs liegt über 100 Prozent. Du zahlst heute mehr, als du am Laufzeitende als Nennwert zurückbekommst. Der höhere Kupon gleicht diesen Unterschied über die Restlaufzeit aus, und genau das steckt in der ausgewiesenen Rendite. Unter pari ist es umgekehrt: Der niedrigere Kaufpreis hebt die Rendite über den Kupon.
Stückzinsen sind der Kuponanteil für die Tage seit dem letzten Zinstermin. Wer zwischen zwei Terminen kauft, erstattet diesen Anteil dem Verkäufer. Zum nächsten Termin erhält der neue Inhaber den vollen Kupon. Die Börsennotiz zeigt meist den Kurs ohne Stückzinsen, die Abrechnung den Betrag, der wirklich abfließt.
Wirtschaftlich sind sie ein durchlaufender Posten. Du streckst den aufgelaufenen Zins vor und bekommst ihn mit dem nächsten vollen Kupon zurück, solange du das Papier bis zum Zinstermin hältst. Echte Kosten sind Entgelte der Bank, ein Entgelt des Handelsplatzes und ein großer Abstand zwischen Geld- und Briefkurs. Verkaufst du vor dem Zinstermin, reicht dir der Käufer die dann aufgelaufenen Stückzinsen weiter.
Stückzinsen, die du beim Kauf zahlst, gelten als negative Kapitalerträge. Die inländische Depotbank verrechnet sie im selben Jahr mit positiven Kapitalerträgen und behält insoweit weniger Abgeltungsteuer ein. Ein unverrechneter Rest wird vorgetragen. Stückzinsen, die du beim Verkauf erhältst, sind steuerpflichtig. So wird über die Haltedauer der Zins deiner Besitzzeit erfasst.
Für Zinsempfindlichkeit und Planung zählt die Restlaufzeit bis zur Fälligkeit, nicht die ursprüngliche Laufzeit im Namen. Eine Bundesanleihe mit ursprünglicher Laufzeit von 30 Jahren kann am Kauftag nur noch wenige Jahre Restlaufzeit haben. Den Zeitpunkt, zu dem du den Nennwert brauchst, legst du an dieses Datum. Verkaufst du früher, entscheidet der Kurs an diesem Tag.
Zurück kommt der Nennwert, nicht automatisch der Kaufpreis. Hast du 1.200 Euro für 1.000 Euro Nennwert gezahlt, schreibt die Bank bei einer Standardanleihe 1.000 Euro gut, und die höheren Kupons haben den Unterschied während der Laufzeit getragen. Hast du mit Abschlag gekauft, liegt die Rückzahlung über dem Kaufpreis. Voraussetzung bleibt, dass der Emittent zahlt und die Bedingungen keine andere Tilgung vorsehen.
Der Kupon steht für die ganze Laufzeit fest und bezieht sich auf den Nennwert. Eine variable Anleihe setzt den Zins dagegen neu fest, meist aus einem Geldmarktsatz plus Aufschlag. Eine Nullkuponanleihe zahlt gar keinen laufenden Zins. Ihr Ergebnis entsteht erst aus der Differenz zwischen Kaufpreis und Rückzahlung oder Verkaufserlös.
Seit 2024 begibt der Bund keine neuen inflationsindexierten Bundeswertpapiere und stockt die vorhandenen nicht auf. Die umlaufenden Papiere kaufst du weiter über das Depot an der Börse. Zins und Rückzahlung hängen am harmonisierten Verbraucherpreisindex des Euroraums ohne Tabak. Die Börsenprozentnotiz enthält den schon aufgelaufenen Inflationsausgleich nicht, deshalb liegt der Zahlbetrag oft über dem, was der nackte Kurs vermuten lässt.
Bei der Wandelanleihe darfst du nach den Bedingungen in Aktien des Emittenten tauschen. Tust du das nicht, bleibt es eine Anleihe, außer die Bedingungen schreiben eine Pflichtwandlung vor. Der Kupon ist dafür meist niedriger. Bei einer Aktienanleihe kann der Emittent am Ende Aktien liefern, wenn der Basiswert schwach ist. Das Risiko der schwachen Aktie trägst dann du, trotz des festen Zwischenzinses.
Zins und Rückzahlung fließen in der Fremdwährung, etwa in US-Dollar. Sinkt diese Währung gegenüber dem Euro, sinkt der Euro-Wert deines Depots, auch wenn der Emittent pünktlich zahlt. Ein höherer Nominalzins gleicht dieses Wechselkursrisiko nicht zuverlässig aus. Ob die Bank den Betrag in Euro umrechnet oder ihn einem Fremdwährungskonto gutschreibt, steht in ihren Bedingungen.
Den Kurs stellt oft ein Market Maker, und das gehandelte Volumen kann dünn sein. Ohne Limit nimmst du den nächsten gestellten Briefkurs, der ungünstiger sein kann als die zuletzt gezeigte Spanne. Das Limit setzt du in Prozent des Nennwerts. Der Nennwert muss zur Stückelung passen, sonst kommt der Auftrag so nicht zustande.
Beide Plätze notieren Anleihen für Privatanleger, darunter Staatspapiere, Unternehmensanleihen und Pfandbriefe. Frankfurt stellt die Kurse über Spezialisten und nimmt außerdem Zeichnungen von Neuemissionen an. Stuttgart ist ein zentraler Privatkundenplatz und gibt für Anleihen Handelszeiten von 7.30 bis 22 Uhr an. Welchen Platz du siehst, hängt davon ab, welche Anbindung dein Depot anbietet. Der Direkthandel ist ein zusätzlicher Weg außerhalb der Börse.
Der Abgeltungsteuer unterliegen die Kupons und der Gewinn aus Verkauf oder Rückzahlung, gemessen in Euro. Die inländische Depotbank behält 25 Prozent Kapitalertragsteuer ein, darauf den Solidaritätszuschlag und auf Wunsch die Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer ergibt das 26,375 Prozent. Gezahlte Stückzinsen mindern die positiven Kapitalerträge desselben Jahres. Eine Einzelanleihe erhält keine Teilfreistellung, wie sie bei manchen Fonds gilt.
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro pro Person und 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung. Der Freistellungsauftrag weist deine Depotbank an, Kapitalerträge bis zu dem bei ihr hinterlegten Teil dieses Betrags ohne Steuerabzug gutzuschreiben. Ohne Auftrag behält sie die Abgeltungsteuer ein. Du kannst zu viel einbehaltene Steuer über die Steuererklärung zurückholen. Die Bank verrechnet Stückzinsen und Verluste, bevor sie den Freistellungsauftrag auf den verbleibenden Ertrag anwendet.
Beide haben einen zeitlichen Horizont und einen Schuldner, der am Ende einen festen Betrag zahlen soll. Festgeld ist eine Einlage und fällt in die Einlagensicherung, lässt sich vor dem Ende aber meist nicht oder nur mit Verlust des Zinses kündigen. Die Bundesanleihe ist ein Wertpapier ohne Einlagensicherung, dafür an Börsentagen über das Depot verkäuflich. Der Verkaufspreis kann unter dem Kaufpreis liegen, wenn die Marktzinsen gestiegen sind.
Große Emittenten haben viele Anleihen gleichzeitig im Umlauf. Sie unterscheiden sich in Fälligkeit, Kupon, Währung und Rang. Die ISIN trifft genau ein Papier. In der Wertpapiersuche prüfst du dazu die Stückelung, sonst ist der Nennwert kein gültiges Vielfaches und der Auftrag läuft ins Leere.
Nachrang heißt, dass diese Gläubiger in der Insolvenz erst bedient werden, nachdem die vorrangigen Forderungen erfüllt sind. Dafür ist der Kupon höher. Bei Banken kommt hinzu, dass bestimmte Schuldverschreibungen in einer Abwicklung vor den Einlagen herangezogen werden, wenn die Bedingungen den niedrigeren Rang ausweisen. Der höhere Zins ist die Vergütung für diese Reihenfolge, nicht ein Qualitätsmerkmal.
Der Spread ist der Abstand zwischen dem Kurs, zu dem du kaufst, und dem Kurs, zu dem du sofort wieder verkaufen könntest. Bei liquiden Bundeswertpapieren ist er klein. Bei einer selten gehandelten Unternehmensanleihe mit kurzer Restlaufzeit kann er einen großen Teil der erwarteten Rendite ausmachen. Dann lohnt der Vergleich von Börse und Direkthandel, bevor du den Auftrag abschickst.
Die inländische Depotbank rechnet Zins und Gewinn in Euro und behält darauf die Abgeltungsteuer ein. Im Gewinn steckt auch die Änderung des Wechselkurses zwischen Kauf und Verkauf. Die Jahresfrist, die bei reinen Fremdwährungsguthaben eine Rolle spielen kann, setzt diesen Gewinn bei einer Anleihe im Depot nicht auf null. Zieht das Ausland zusätzlich Quellensteuer ein, kann ein Teil davon auf die deutsche Steuer anrechenbar sein. Den Einbehalt weist die Abrechnung aus.
Schuldner bleibt die Bundesrepublik, deshalb entspricht das Ausfallrisiko dem einer klassischen Bundesanleihe. Die Mittel sind für Ausgaben vorgesehen, die der Bund als grün kennzeichnet. Eine starke Nachfrage nach diesen Papieren legt den Haushalt nicht automatisch um, weil darüber der Bundestag entscheidet. Gehandelt wird auch die grüne Anleihe über das Depot.