Wertpapierkredit Vergleich

Mit einem Wertpapierkredit (Lombardkredit) beleihst du dein Depot: Die Bank leiht dir Geld, deine Wertpapiere dienen als Sicherheit. Sollzinsen fallen in der Regel nur auf den tatsächlich genutzten Betrag an. Die Sätze sind variabel und können sich kurzfristig ändern.

In der Vergleichstabelle unten findest du die Konditionen verschiedener Depotanbieter, die Wertpapierkredite für deutsche Privatanleger anbieten.

Je nach Anbieter kann ein Wertpapierkredit nur zweckgebunden (für Wertpapier-Transaktionen) oder ohne Zweckbindung verwendet werden. Bei manchen Anbietern ohne Zweckbindung — etwa Scalable Capital und flatex — kannst du den Kredit auch einfach auf dein Girokonto auszahlen.

Bei Interactive Brokers (Irland) ist das auch möglich, aber nur indirekt: Der Wertpapierkredit wird nicht als Überweisung ausgezahlt. Stattdessen verkaufst du liquide Wertpapiere leer (z. B. einen Geldmarktfonds wie den DBX0AN). Dadurch entsteht Cash im Depot, das du überweisen kannst.

Konkretes Beispiel: Du eröffnest eine Short-Position von z. B. €20k auf den DBX0AN. Du erhältst €20k Cash und überweist sie auf dein Girokonto. Gleich danach kaufst du für €20k den Geldmarktfonds auf Margin, schließt damit die Short-Position und hast anschließend eine Margin-Schuld von −€20k, die du später ausgleichst.

Den Short nutzt du hier gezielt, um zuerst einen positiven Cash-Bestand zu erhalten, weil du nur positive Cash-Bestände auszahlen kannst. Nach der Auszahlung kaufst du den Geldmarktfonds auf Margin, um den Short wieder aufzulösen. Dabei fallen Spread, Transaktionskosten und laufende Margin-Zinsen an. So erhältst du auch bei IBKR einen sehr günstigen Wertpapierkredit.

Alternativ ist eine Auszahlung bei IBKR über Box Spreads möglich. Das ist noch günstiger, aber auch komplexer.

Risikohinweis: Fällt der Depotwert, kann die Bank Nachsicherheiten verlangen (Margin Call) oder Positionen verkaufen. Du kannst mehr verlieren als dein eingesetztes Kapital. Bei Verwendung des Wertpapierkredits für Investitionen gilt zu beachten, dass ein Kredithebel sowohl Gewinne als auch Verluste verstärkt.

Alle Sollzinssätze sind variabel. In der Spalte Konditionen steht jeweils eine Angabe zum Stand der Daten.

EUR: 3,75%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Kreditlinie bis €250.000
ab €1.000 Depotvolumen
Keine Gebühren außer Kreditzinsen
Variabler Sollzins 3,75% p.a. im PRIME+ (Stand 16.09.2026 laut Produktseite).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Aktien bis 75%
ETFs, ETCs und sonstige ETPs bis 75%
Fonds (ohne ELTIFs) bis 75%
Derivate, Crypto-ETPs, ELTIFs und Guthaben 0%
Verwendung
nicht zweckgebunden
Auszahlung möglich
Intraday zinsfrei
EUR: 3,919%
CHF: 1,50%
USD: 5,38%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
Erste Staffel: EUR 3,919% (0–90.000, BM+1,5%), CHF 1,50% (0–90.000), USD 5,380% (0–100.000).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapiere gemäß IBKR-Margin-Anforderungen
Verwendung
nicht zweckgebunden
Auszahlung möglich*
kein Intraday ohne Zinsen
*Keine direkte Auszahlung per Überweisung, aber indirekt. Ein Short auf liquide Wertpapiere (z. B. Geldmarktfonds) erzeugt Cash, das ausgezahlt werden kann. Siehe genaue Beschreibung oben über der Vergleichstabelle.
EUR: 4,258%
CHF: 2,15%
USD: 5,697%
GBP: 5,686%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Keine Verwaltungsgebühren
Swissquote Bank Europe S.A. (Luxemburg, CSSF) für Kunden in Deutschland.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Beleihungsfähige Finanzanlagen
LTV bis 80%
Krypto als Teilsicherheit möglich
Verwendung
nicht zweckgebunden
kein Intraday ohne Zinsen
EUR: 4,273%
CHF: 2,50%
USD: 6,38%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
Debit-Sätze Stand 02.10.2026, erste Staffel: EUR 4,273% (0–90.000), CHF 2,50% (0–90.000), USD 6,38% (0–100.000).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapiere gemäß Margin-Anforderungen
Verwendung
nicht zweckgebunden
kein Intraday ohne Zinsen
EUR: 4,65%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
ab €75.000 Depotvolumen
Nur beim Best-Konto und mit gesondertem Vertrag
Sollzins 4,65% p.a. nominal (4,73% p.a. effektiv), variabel. Steht im Preis- und Leistungsverzeichnis beim Best-Konto.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapierdepot, Beleihungssätze im Preisverzeichnis nicht veröffentlicht
Verwendung–
EUR: 4,75%
Konditionen
Zinsen auf die Kreditlinie
Zinszahlung monatlich
4,75% p.a. (EUR) mit Zuteilung. Das bedeutet, du beantragst vorab einen festen Kreditbetrag. Du zahlst auf den vollen zugeteilten Kreditbetrag 4,75% p.a. Kreditzinsen. Alternativ ohne Zuteilung: Hierbei erhältst du einen variablen Kreditrahmen und zahlst 6,25% p.a. auf den tatsächlich von dir genutzten Betrag.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Active-Konto bis 33% des Portfoliowerts
Basic-Konto bis 70% des Portfoliowerts
Trader-Konto bis 70% des Portfoliowerts
Verwendung
zweckgebunden
kein Intraday ohne Zinsen
EUR: 4,75%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Kreditlinie bis €250.000
ab €1.000 Depotvolumen
Keine Gebühren außer Kreditzinsen
Variabler Sollzins 4,75% p.a. im FREE (Stand 16.09.2026 laut Produktseite).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Aktien bis 75%
ETFs, ETCs und sonstige ETPs bis 75%
Fonds (ohne ELTIFs) bis 75%
Derivate, Crypto-ETPs, ELTIFs und Guthaben 0%
Verwendung
nicht zweckgebunden
Auszahlung möglich
Intraday zinsfrei
EUR: 5,15%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Keine Bereitstellungsprovision
Variabler Sollzins zzt. 5,15% p.a., effektiver Jahreszins 5,25% p.a.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Blue Chips in EUR bis 60%
Blue Chips in Fremdwährung bis 50%
Nebenwerte bis 40%
Bundesanleihen bis 90%
Firmenanleihen in EUR bis 80%
Geldmarktfonds in EUR bis 90%
Geldmarktfonds in Fremdwährung bis 80%
Optionsscheine und Risikoklasse 6 und 7: 0%
Verwendung
nicht zweckgebunden
kein Intraday ohne Zinsen
EUR: 5,52%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Kreditrahmen kostenfrei
Sollzins: 3-Monats-EURIBOR zzgl. 3,00% p.a. auf den tatsächlich genutzten Betrag (Beispiel 5,52% p.a. auf der Produktseite).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapiere im SMARTBROKER+ Depot (Baader Bank)
Verwendung
nicht zweckgebunden
kein Intraday ohne Zinsen
EUR: 5,64%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Kreditlinie bis €100.000
ab €1.000 Depotvolumen
3-Monats-EURIBOR zzgl. 3% p.a. (5,64% p.a. variabel, Stand Oktober 2026).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapiere im Depot (Baader Bank)
Verwendung
nicht zweckgebunden
kein Intraday ohne Zinsen
EUR: 5,917%
CHF: 3,50%
USD: 7,38%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
Sollzinsen Stand 28.09.2026, erste Staffel: EUR 5,917% (0–90.000), CHF 3,500% (0–90.000), USD 7,380% (0–100.000).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapiere im Margin-Konto
Verwendung
nicht zweckgebunden
kein Intraday ohne Zinsen
EUR: 6,15%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
ab €10.000 Depotvolumen
Keine Bearbeitungsgebühren oder Bereitstellungsprovisionen
Preisübersicht Stand 21.09.2026: 6,15% p.a. (effektiv 6,29%), EZB-Hauptrefinanzierungssatz 2,65% zzgl. 3,50 Prozentpunkte. Die Marketingseite nennt noch 5,90%/6,03%.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Aktien DAX und EuroStoxx 50: 60%
MDAX, Dow Jones, FTSE 100, S&P 100 und europäische Hauptindizes: 50%
TecDAX, Nasdaq 100, Nikkei 225: 40%
ETFs und Aktien-/Rentenfonds: 60%
Geldmarktfonds: 80%
Renten: 50–80%
Immobilienfonds: 0%
Verwendung
nicht zweckgebunden
Auszahlung möglich
EUR: 6,25%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
6,25% p.a. (EUR) ohne Zuteilung. Das bedeutet, du erhältst einen variablen Kreditrahmen und zahlst 6,25% p.a. auf den tatsächlich von dir genutzten Kreditbetrag. Alternativ mit Zuteilung: Hier beantragst du vorab einen festen Kreditbetrag (z. B. €10.000) und zahlst auf den vollen Betrag 4,75% p.a.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Active-Konto bis 33% des Portfoliowerts
Basic-Konto bis 70% des Portfoliowerts
Trader-Konto bis 70% des Portfoliowerts
Verwendung
zweckgebunden
kein Intraday ohne Zinsen
EUR: 6,25%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Kreditlinie bis €250.000
Keine Zusatzkosten für Bearbeitung und Verwaltung
flex-Kredit: 6,25% p.a. (effektiv 6,40% p.a.), max. 250.000 €.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Anleihen deutscher öffentlicher Schuldner bis 80%
Pfandbriefe und Anleihen Rating Aaa bis Aa3 bis 70%
Aktien in DAX, EURO STOXX 50 und weiteren Hauptindizes bis 60%
Aktien-, Misch- und Rentenfonds bis 60%
Anleihen Rating A1 bis A3 bis 60%
Aktien in MDAX, Nasdaq 100, S&P 500, SMI und weiteren Indizes bis 50%
Anleihen Rating Baa1 bis Baa3 bis 50%
Aktien in SDAX und TecDAX bis 40%
Übrige Aktien, PIIGS-Anleihen, Genussscheine und Wandelanleihen bis 30%
Anleihen Rating B1 oder schlechter bis 20%
Optionsscheine, Knock-outs, Zertifikate, Bezugsrechte und Krypto 0%
Verwendung
nicht zweckgebunden
Auszahlung möglich
Intraday zinsfrei
EUR: 6,30%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
ab €3.000 Depotvolumen
Veränderlicher Sollzins 6,30% p.a. (effektiv 6,45% p.a.), unabhängig vom Kreditrahmen.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapiere im comdirect Depot gemäß Beleihungswerten
Verwendung
nicht zweckgebunden
EUR: 6,65%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Sollzins 6,65% p.a. (effektiv 6,8177% p.a.) ab 01.10.2026. Kreditlinie bis 60% des Depotvolumens.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Kreditlinie bis 60% des Depotvolumens
Einzelne Fonds kann Fidelity von der Beleihung ausschließen
Verwendung–
EUR: 6,75%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Keine Bearbeitungs- und Bereitstellungskosten; ab 2.500 € Kreditrahmen
Sollzins 6,75% p.a. (effektiv 6,923% p.a., Stand 22.07.2026).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapiere im finvesto Depot gemäß Beleihungswerten
Verwendung
nicht zweckgebunden
Auszahlung möglich
EUR: 7,55%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
keine Gebühren
Variabler Sollzins aktuell 7,55% p.a. (effektiv 7,77% p.a., Stand 16.09.2026).
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Fonds bis 80%
Anleihen bis 80%
Aktien bis 70%
Zertifikate bis 60%
Optionsscheine und Hebelzertifikate 0%
Verwendung
nicht zweckgebunden
Auszahlung möglich
–
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
Kreditlinie bis €100.000
3-Monats-Euribor zuzüglich 3% p.a. (Baader Bank). ZERO nennt keinen absoluten Satz.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertpapiere im ZERO Depot (Baader Bank)
Verwendung
nicht zweckgebunden
Intraday zinsfrei
–
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Sollzins Benchmark + 3%, ohne veröffentlichten Absolutwert. EUR-Benchmark ist der €STR, CHF der SARON, USD der Fed Funds Effective, GBP die SONIA.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Margin-Anforderungen von Interactive Brokers, keine veröffentlichte Beleihungsliste
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Wertpapierkredit
Beleihung–
Verwendung–

Was ist ein Wertpapierkredit?

Ein Wertpapierkredit ist ein Kredit, für den dein Depot als Sicherheit dient. Deine Bank oder dein Broker räumt dir einen Kreditrahmen ein, also einen Höchstbetrag, bis zu dem du Geld abrufen kannst. Im Gegenzug verpfändest du die Wertpapiere in deinem Depot. Aktien, ETFs und Fonds bleiben dabei dein Eigentum und liegen weiter in deinem Depot. Dividenden und Kursgewinne stehen dir weiterhin zu.

Bei der Kreditvergabe prüft die Bank vor allem den Wert deiner Wertpapiere und weniger dein Einkommen. Darin unterscheidet sich der Wertpapierkredit vom Ratenkredit und vom Dispositionskredit, bei denen deine Bonität, also deine Kreditwürdigkeit, im Mittelpunkt steht. Eine feste Monatsrate gibt es in der Regel nicht. Du zahlst Zinsen auf den Betrag, den du tatsächlich in Anspruch nimmst, und tilgst, wann du möchtest.

Für dasselbe Produkt sind mehrere Namen üblich. Banken sprechen oft von Lombardkredit oder Depotkredit, Broker von Wertpapierkredit, Margin-Kredit oder kurz Margin. Gemeint ist jeweils ein Kredit, der durch Wertpapiere besichert ist. Die Unterschiede liegen in den Bedingungen der einzelnen Anbieter, etwa bei der erlaubten Verwendung des Geldes oder bei der Zinsberechnung.

So funktioniert die Beleihung: ein Rechenbeispiel

Die Bank rechnet nicht mit dem vollen Kurswert deines Depots, sondern mit dem Beleihungswert. Das ist der Teil des Kurswerts, den sie als Sicherheit anerkennt. Wie groß dieser Teil ist, legt die Beleihungsquote fest, ein Prozentsatz, den die Bank je Wertpapierart bestimmt. Die Differenz zum Kurswert ist ein Sicherheitspuffer für den Fall, dass die Kurse fallen.

Ein Beispiel: Dein Depot ist 50.000 Euro wert und besteht aus breit gestreuten Aktien-ETFs. Die Bank setzt dafür eine Beleihungsquote von 60% an. Der Beleihungswert beträgt dann 30.000 Euro, und das ist dein Kreditrahmen. Du rufst davon 20.000 Euro ab. Weitere 10.000 Euro könntest du jederzeit zusätzlich in Anspruch nehmen.

Nun fallen die Kurse um 20%. Dein Depot ist noch 40.000 Euro wert, der Beleihungswert sinkt auf 24.000 Euro. Dein Kredit über 20.000 Euro ist weiterhin gedeckt, der freie Spielraum ist aber auf 4.000 Euro geschrumpft. Kritisch wird es, wenn der Depotwert unter etwa 33.300 Euro fällt, also um ein Drittel gegenüber dem Ausgangswert. Dann reicht die Sicherheit für 20.000 Euro nicht mehr aus.

Hättest du den vollen Rahmen von 30.000 Euro abgerufen, sähe dieselbe Lage anders aus. Nach dem Kursrückgang um 20% decken 24.000 Euro Beleihungswert einen Kredit von 30.000 Euro nicht mehr. Es fehlen 6.000 Euro an Sicherheit, und die Bank fordert dich auf, diese Lücke zu schließen. Wie das abläuft, erklären wir im Abschnitt über Risiken und Margin Call.

Die Beleihungsquote hängt davon ab, wie stark ein Wertpapier schwankt und wie leicht es sich verkaufen lässt. Staatsanleihen und Geldmarktfonds bester Bonität erhalten oft hohe Quoten, große Standardwerte und breite ETFs mittlere, Nebenwerte niedrigere. Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Knock-out-Zertifikate setzen die meisten Anbieter mit 0% an. Sie zählen also gar nicht als Sicherheit. In der Vergleichstabelle oben siehst du die Beleihungsquoten der Anbieter, soweit sie veröffentlicht sind.

Wofür sich ein Wertpapierkredit eignet und wofür nicht

Ein Wertpapierkredit eignet sich vor allem für einen vorübergehenden Geldbedarf, wenn du deine Wertpapiere nicht verkaufen möchtest. Ein Verkauf würde deine Anlagestrategie unterbrechen und auf realisierte Kursgewinne Abgeltungsteuer auslösen. Mit dem Kredit überbrückst du die Zeit, bis zum Beispiel eine erwartete Zahlung eingeht, und behältst deine Positionen.

Viele Anleger nutzen den Kredit auch, um zusätzliche Wertpapiere zu kaufen. Dann investierst du mit Hebel: Gewinne und Verluste fallen im Verhältnis zu deinem eigenen Kapital größer aus. Das kann sich lohnen, wenn die Rendite der Anlage nach Steuern über die gesamte Laufzeit über dem Sollzins liegt, also über dem Zinssatz, den du für den Kredit zahlst. Nach Steuern deshalb, weil du die Kreditzinsen in der Regel nicht absetzen kannst. Garantiert ist das nicht, und in einem fallenden Markt verstärkt der Hebel die Verluste.

Wichtig ist, ob der Kredit zweckgebunden ist. Einen zweckgebundenen Kredit darfst du nur für Wertpapierkäufe im selben Depot verwenden; eine Überweisung auf dein Girokonto ist dann nicht möglich. Bei einem Kredit ohne Zweckbindung darfst du das Geld auch privat ausgeben. Einige Anbieter schließen trotzdem einzelne Verwendungen aus, häufig die Finanzierung einer Immobilie. Welche Regel bei welchem Anbieter gilt, siehst du in der Vergleichstabelle oben.

Weniger geeignet ist ein Wertpapierkredit, um dauerhaft den Lebensunterhalt zu finanzieren oder Ausgaben zu bezahlen, die du nicht absehbar zurückzahlen kannst. Die Zinsen sind variabel, und ein starker Kursrückgang kann eine Rückzahlung erzwingen, gerade wenn dir das Geld fehlt. Für große Anschaffungen mit langer Laufzeit, etwa eine Immobilie, gibt es Finanzierungen mit festem Zins und festem Tilgungsplan.

Zinsen und Kosten

Der Preis eines Wertpapierkredits ist der Sollzins, also der jährliche Zinssatz auf den in Anspruch genommenen Betrag. Er ist fast immer variabel. Viele Anbieter koppeln ihn an einen Referenzzins, etwa den 3-Monats-Euribor oder den Hauptrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank, und addieren einen festen Aufschlag. Steigt der Referenzzins, steigt auch dein Sollzins. Andere Anbieter legen ihren Satz selbst fest und passen ihn bei Bedarf an.

In den meisten Fällen zahlst du Zinsen nur auf den Betrag, den du tatsächlich abgerufen hast, nicht auf den gesamten Kreditrahmen. Ein Rechenbeispiel mit einem angenommenen Sollzins von 5% pro Jahr: Nimmst du von einem Rahmen über 30.000 Euro ein Jahr lang 10.000 Euro in Anspruch, kostet dich das rund 500 Euro, also knapp 42 Euro im Monat. Die Zinsen werden in der Regel taggenau berechnet und monatlich oder vierteljährlich belastet.

Es gibt Ausnahmen. Beim Wertpapierkredit mit Zuteilung von DEGIRO beantragst du vorab einen festen Betrag und zahlst Zinsen auf den gesamten zugeteilten Betrag, auch wenn du ihn nicht vollständig nutzt. Prüfe außerdem, ob neben dem Sollzins weitere Kosten anfallen, etwa eine Bereitstellungsprovision für den ungenutzten Rahmen oder ein Kontoführungsentgelt. Viele Online-Broker verzichten darauf. Ordergebühren für Käufe und Verkäufe im Depot zahlst du unabhängig vom Kredit.

Risiken und Margin Call

Das zentrale Risiko eines Wertpapierkredits ist ein Kursrückgang. Fällt der Wert deines Depots, sinkt der Beleihungswert, deine Schuld bleibt aber gleich. Reicht die Sicherheit nicht mehr aus, erhältst du einen Margin Call. Das ist die Aufforderung der Bank, die Deckung wiederherzustellen. Bei klassischen Banken heißt dieser Vorgang auch Nachschussforderung.

Du hast dann zwei Möglichkeiten: Du zahlst Geld auf das Verrechnungskonto ein, also auf das Konto, über das dein Depot abgerechnet wird, oder du verkaufst Wertpapiere und tilgst mit dem Erlös einen Teil des Kredits. Beim Verkauf fällt mit den verkauften Papieren auch Sicherheit weg. Im Beispiel oben fehlen 6.000 Euro. Zahlst du 6.000 Euro ein, ist der Kredit wieder gedeckt. Willst du die Lücke über Verkäufe schließen, musst du Wertpapiere für 15.000 Euro verkaufen. Jeder verkaufte Euro senkt die Schuld um einen Euro, den Beleihungswert aber auch um 60 Cent. Unter dem Strich verbessert sich die Deckung also nur um 40 Cent je verkauftem Euro.

Reagierst du nicht innerhalb der Frist, die dir die Bank setzt, darf sie deine Wertpapiere selbst verkaufen. Ein solcher Zwangsverkauf, auch Glattstellung genannt, findet oft in einem schwachen Markt statt. Du realisierst dann Verluste zu einem Zeitpunkt, den du nicht selbst gewählt hast. Interactive Brokers setzt keine Frist: Sobald die Mindestanforderung unterschritten ist, verkauft der Broker automatisch so viele Positionen, bis sie wieder erfüllt ist.

Nutzt du den Kredit für weitere Wertpapierkäufe, kannst du mehr Geld verlieren, als du selbst eingesetzt hast. Dazu kommt das Zinsänderungsrisiko, denn ein variabler Sollzins kann während der Laufzeit steigen. Die wirksamste Vorsorge ist ein großzügiger Puffer. Wer nur einen Teil des Kreditrahmens nutzt und breit gestreute Wertpapiere beleiht, übersteht auch deutliche Kursrückgänge meist ohne Margin Call.

Rückzahlung und Laufzeit

Ein Wertpapierkredit hat in der Regel keine feste Laufzeit und keine monatliche Rate. Du entscheidest selbst, wann und in welchen Beträgen du tilgst. Dafür überweist du Geld auf das Verrechnungskonto deines Depots oder verkaufst Wertpapiere. Auf den getilgten Teil zahlst du ab sofort keine Zinsen mehr.

Die Zinsen werden regelmäßig belastet und erhöhen den negativen Saldo, wenn du sie nicht ausgleichst. Ohne Tilgung wächst der Kredit also langsam an. Eine Vorfälligkeitsentschädigung, also eine Gebühr für die vorzeitige Rückzahlung, ist bei diesen Krediten unüblich, weil es keinen festen Rückzahlungstermin gibt.

Auch die Bank kann die Bedingungen anpassen. Sie darf Beleihungsquoten senken oder einzelne Wertpapiere aus der Beleihung nehmen, und sie kann den Kredit nach den vereinbarten Bedingungen kündigen. Ein Wertpapierkredit ersetzt deshalb keine Finanzierung, die dir für viele Jahre fest zugesagt ist.

Auszahlung auf dein Girokonto

Ob du das Geld auf dein Girokonto überweisen kannst, hängt vom Anbieter ab. Bei Krediten ohne Zweckbindung, zum Beispiel bei Scalable Capital, flatex oder Consorsbank, ist eine Auszahlung vorgesehen. Du überweist den gewünschten Betrag vom Verrechnungskonto deines Depots auf dein Girokonto und zahlst ab diesem Zeitpunkt Zinsen darauf. Bei zweckgebundenen Krediten, etwa bei DEGIRO, steht das Geld dagegen nur für Wertpapierkäufe im Depot zur Verfügung.

Bei Interactive Brokers ist eine Auszahlung über einen Umweg möglich. Der Broker überweist nur positives Guthaben, nicht den Kredit selbst. Du erzeugst deshalb zuerst Guthaben, indem du einen liquiden Geldmarktfonds leer verkaufst. Das heißt, du verkaufst Fondsanteile, die du dir dafür vom Broker leihst. Dieses Guthaben überweist du auf dein Girokonto. Anschließend kaufst du den Fonds auf Kredit zurück und schließt damit die Position. Wie das im Einzelnen funktioniert und welche Kosten dabei entstehen, beschreiben wir ausführlich über der Vergleichstabelle.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

Der Sollzins ist das wichtigste Kriterium, aber nicht das einzige. Achte darauf, ob er nur auf den genutzten Betrag oder auf einen festen Rahmen berechnet wird, ob er an einen Referenzzins gekoppelt ist und ob zusätzliche Gebühren anfallen. Bei manchen Brokern hängt der Satz außerdem von der Kredithöhe oder vom gewählten Kontomodell ab.

Ebenso wichtig sind die Beleihungsquoten für die Wertpapiere, die du tatsächlich besitzt. Ein niedriger Zins nützt wenig, wenn der Anbieter deine ETFs nur mit einem geringen Prozentsatz anrechnet. Prüfe außerdem, ob der Kredit zweckgebunden ist und ob eine Auszahlung auf dein Girokonto möglich ist, falls du das Geld außerhalb des Depots brauchst.

Schließlich spielt eine Rolle, wo dein Depot liegt. Einen Wertpapierkredit bekommst du nur auf Wertpapiere, die beim kreditgebenden Broker verwahrt werden. Bietet dein Broker keinen Kredit an, kannst du ein zweites Depot eröffnen und Wertpapiere dorthin übertragen. In Deutschland ist ein Depotübertrag zwischen inländischen Brokern kostenlos; nur für im Ausland verwahrte Wertpapiere können Fremdkosten anfallen. Viele Broker zahlen für den Übertrag sogar eine Prämie. Aktuelle Angebote findest du in unserem Depotwechsel-Vergleich.

Häufige Fragen

Was ist ein Wertpapierkredit?

Ein Wertpapierkredit ist ein Kredit, für den du die Wertpapiere in deinem Depot als Sicherheit verpfändest. Die Bank oder der Broker räumt dir dafür einen Kreditrahmen ein, also einen Höchstbetrag, bis zu dem du Geld in Anspruch nehmen kannst. Deine Aktien, ETFs und Fonds bleiben in deinem Depot und gehören weiterhin dir. Verkaufen darf die Bank sie in der Regel nur, wenn die Sicherheit nicht mehr ausreicht und du die Deckung nicht rechtzeitig wiederherstellst oder wenn du einen gekündigten Kredit nicht zurückzahlst.

Die Höhe des Kreditrahmens ergibt sich aus dem Beleihungswert. Das ist der Teil des Depotwerts, den die Bank als Sicherheit anerkennt. Sie berechnet ihn mit der Beleihungsquote, einem Prozentsatz, den sie für jede Wertpapierart festlegt. Ein Beispiel: Bei einem Depot im Wert von 50.000 Euro und einer Beleihungsquote von 60% beträgt der Beleihungswert 30.000 Euro. Bis zu diesem Betrag kannst du den Kredit nutzen.

Eine feste Laufzeit oder eine monatliche Rate gibt es in der Regel nicht. Du zahlst einen variablen Zins auf den Betrag, den du tatsächlich in Anspruch nimmst, und tilgst den Kredit, wann du möchtest. Gebräuchliche andere Bezeichnungen sind Lombardkredit, Depotkredit und Margin-Kredit.

Sind Wertpapierkredit und Lombardkredit dasselbe?

Im Alltag ja. Beide Begriffe bezeichnen in der Regel einen Kredit, der durch verpfändete Wertpapiere besichert ist. Streng genommen ist „Lombardkredit“ der weitere Begriff: Er umfasst auch Kredite gegen andere Pfänder, etwa Edelmetalle oder Lebensversicherungen. Es ist zugleich die ältere Bezeichnung aus dem Bankwesen. Sie geht auf Geldverleiher aus der Lombardei zurück, die im Mittelalter Kredite gegen Pfänder vergaben. Online-Broker sprechen meist von Wertpapierkredit oder Margin-Kredit, manche Banken auch von Depotkredit.

Unterschiede gibt es nicht zwischen den Begriffen, sondern zwischen den Angeboten. Bei einem Anbieter darfst du das Geld frei verwenden, beim anderen nur für Wertpapierkäufe. Manche berechnen Zinsen nur auf den genutzten Betrag, andere auf einen fest zugeteilten Betrag. Maßgeblich für deinen Vergleich sind deshalb die Kreditbedingungen und nicht der Produktname.

Wofür darf ich das Geld verwenden?

Das legt der Anbieter im Kreditvertrag fest. Es gibt zwei Varianten. Ein zweckgebundener Kredit steht dir nur für den Kauf weiterer Wertpapiere im selben Depot zur Verfügung. So ist der Wertpapierkredit von DEGIRO ausdrücklich für die Geldanlage bestimmt.

Einen Kredit ohne Zweckbindung kannst du auch für private Ausgaben einsetzen, etwa für eine größere Anschaffung, eine Steuernachzahlung oder zur Überbrückung, bis eine erwartete Zahlung eingeht. Einzelne Verwendungen schließen manche Anbieter trotzdem aus. Scalable Capital, comdirect und Swissquote etwa finanzieren keine Immobilien über den Wertpapierkredit.

In der Vergleichstabelle oben siehst du für jeden Anbieter, ob sein Kredit zweckgebunden ist. Verbindlich sind die Kreditbedingungen, die du vor dem Abschluss erhältst.

Kann ich den Kredit auf mein Girokonto auszahlen lassen?

Bei vielen Krediten ohne Zweckbindung ja, zum Beispiel bei Scalable Capital, flatex und Consorsbank. Bei S Broker kannst du bis zu 75% des Beleihungswerts auf dein hinterlegtes Referenzkonto überweisen. Du überweist den gewünschten Betrag vom Verrechnungskonto deines Depots auf dein Girokonto. Das Verrechnungskonto ist das Konto, über das Käufe, Verkäufe und Erträge deines Depots abgerechnet werden. Ab der Überweisung zahlst du Zinsen auf den ausgezahlten Betrag.

Bei zweckgebundenen Krediten wie bei DEGIRO ist eine Auszahlung nicht vorgesehen.

Bei Interactive Brokers ist eine Auszahlung nur über einen Umweg möglich, weil der Broker ausschließlich Guthaben überweist. Du verkaufst zuerst Anteile eines liquiden Geldmarkt-ETFs wie des DBX0AN leer, zum Beispiel für 20.000 Euro. Ein Geldmarkt-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der ungefähr den Tagesgeldzins abbildet. Leer verkaufen bedeutet, dass du Anteile verkaufst, die du nicht besitzt, sondern dir vom Broker leihst. Den Erlös überweist du auf dein Girokonto. Danach kaufst du die gleiche Anzahl Anteile auf Kredit zurück und schließt damit die Short-Position, also die offene Leerverkaufsposition. Übrig bleibt ein Kredit von rund 20.000 Euro.

Bei diesem Weg zahlst du den Spread, also den Unterschied zwischen Verkaufs- und Kaufkurs, die Gebühren für zwei Orders und die laufenden Margin-Zinsen, also die Kreditzinsen, die Interactive Brokers auf den negativen Kontostand berechnet. Die einzelnen Schritte beschreiben wir ausführlich über der Vergleichstabelle.

Welche Risiken hat ein Wertpapierkredit?

Das größte Risiko ist ein Kursrückgang. Fällt der Wert deines Depots, sinkt der Beleihungswert, also der Teil des Depotwerts, den die Bank als Sicherheit anerkennt. Deine Schuld bleibt dagegen gleich. Liegt der Kredit dann über dem Beleihungswert, musst du kurzfristig Geld einzahlen oder Wertpapiere verkaufen. Tust du das nicht rechtzeitig, verkauft die Bank selbst, häufig zu niedrigen Kursen.

Kaufst du mit dem Kredit weitere Wertpapiere, verstärkt er Gewinne und Verluste. Ein Beispiel: Du hast 50.000 Euro eigenes Kapital und kaufst mit 20.000 Euro Kredit zusätzliche Aktien-ETFs. Fallen die Kurse um 30%, sinkt der Depotwert von 70.000 auf 49.000 Euro. Nach Abzug des Kredits bleiben dir 29.000 Euro. Das sind 42% weniger als dein Einsatz, obwohl der Markt nur um 30% gefallen ist. Die Zinsen kommen noch hinzu.

Dazu kommt das Zinsänderungsrisiko. Der Sollzins, also der Zinssatz, den du für den Kredit zahlst, ist variabel und kann während der Nutzung steigen. Nimm deshalb nur so viel Kredit in Anspruch, dass du auch einen deutlichen Kursrückgang und höhere Zinsen verkraftest.

Was ist ein Margin Call?

Ein Margin Call ist die Aufforderung deiner Bank oder deines Brokers, zusätzliche Sicherheiten zu leisten, weil dein Kredit nicht mehr ausreichend gedeckt ist. Ausgelöst wird er meist durch fallende Kurse: Der Beleihungswert deines Depots ist unter den Kreditbetrag gesunken. Klassische Banken sprechen auch von einer Nachschussforderung.

Meist stellst du die Deckung auf einem von zwei Wegen wieder her: Du zahlst Geld ein, oder du verkaufst Wertpapiere und tilgst mit dem Erlös einen Teil des Kredits. Weitere Wertpapiere ins Depot zu übertragen, ist ebenfalls möglich, dauert aber oft länger als die gesetzte Frist. Banken setzen dir dafür in der Regel eine Frist. Verstreicht sie ungenutzt, darf die Bank deine Wertpapiere verkaufen. Interactive Brokers setzt keine Frist. Sobald dein Konto die Mindestanforderung unterschreitet, also die Sicherheit, die der Broker für deine Positionen mindestens verlangt, verkauft er automatisch.

Ein Beispiel: Dein Depot ist 80.000 Euro wert, die Beleihungsquote beträgt 50%, und du hast 35.000 Euro Kredit in Anspruch genommen. Nach einem Kursrückgang um 25% ist das Depot noch 60.000 Euro wert, der Beleihungswert also 30.000 Euro. Es fehlen 5.000 Euro an Sicherheit. Du kannst 5.000 Euro einzahlen oder Wertpapiere für 10.000 Euro verkaufen. Verkaufen musst du mehr, weil mit jedem verkauften Euro auch 50 Cent Beleihungswert wegfallen.

Wird ein Wertpapierkredit bei der SCHUFA eingetragen?

Das ist möglich, aber nicht bei jedem Anbieter der Fall. Die SCHUFA ist eine private Auskunftei, an die viele Banken in Deutschland Kredite und eingeräumte Kreditrahmen melden. Ob dein Wertpapierkredit gemeldet wird, hängt davon ab, ob dein Anbieter mit der SCHUFA zusammenarbeitet und was im Kreditvertrag steht.

Ein gemeldeter Kreditrahmen ist kein negativer Eintrag, solange du den Kredit vertragsgemäß bedienst. Andere Banken sehen bei einer späteren Kreditanfrage aber, dass dir bereits ein Rahmen zur Verfügung steht. Das kann zum Beispiel in die Prüfung einer Baufinanzierung einfließen, auch wenn du den Rahmen kaum nutzt.

Ausländische Broker wie Interactive Brokers mit Sitz in Irland nehmen in der Regel nicht am SCHUFA-Verfahren teil. Welche Daten über dich gespeichert sind, erfährst du über eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, die du bei der SCHUFA anfordern kannst.

Sind die Zinsen fest oder variabel?

Die Zinsen für Wertpapierkredite sind fast immer variabel. Die Bank kann den Sollzins also während der Nutzung ändern, ohne dass du einen neuen Vertrag abschließt.

Viele Anbieter koppeln den Zins an einen Referenzzins und addieren einen festen Aufschlag. Ein Referenzzins ist ein öffentlich bekannt gegebener Zinssatz. Beispiele sind der 3-Monats-Euribor, zu dem sich Banken im Euroraum untereinander Geld leihen, und der Hauptrefinanzierungssatz, ein Leitzins der Europäischen Zentralbank. Internationale Broker verwenden einen eigenen Benchmark-Zins je Währung. Steigt der Referenzzins um einen Prozentpunkt, steigt dein Sollzins in der Regel um denselben Wert. Andere Anbieter legen ihren Zins selbst fest und passen ihn nach ihren Bedingungen an.

Einen festen Zins für einen vereinbarten Zeitraum bieten nur wenige Banken an, meist in Form eines gesonderten Kredits mit fester Laufzeit. Die Zinssätze in der Vergleichstabelle oben geben den Stand der letzten Prüfung wieder und können sich seither geändert haben.

Wie und wann muss ich den Kredit zurückzahlen?

In der Regel zahlst du den Kredit zurück, wann und in welchen Beträgen du möchtest. Eine feste Laufzeit und eine monatliche Rate gibt es meist nicht. Du tilgst, indem du Geld auf das Verrechnungskonto überweist oder Wertpapiere verkaufst. Auf den getilgten Betrag fallen ab diesem Tag keine Zinsen mehr an.

Zurückzahlen musst du vor allem in zwei Fällen: wenn die Sicherheit nach einem Kursrückgang nicht mehr ausreicht und die Bank einen Margin Call auslöst, und wenn die Bank den Kreditrahmen kündigt oder verkleinert. Viele Kreditbedingungen erlauben der Bank, den Rahmen kurzfristig zu kündigen, manche sogar jederzeit.

Beachte, dass die Zinsen regelmäßig belastet werden. Gleichst du sie nicht aus, erhöhen sie deinen Kredit. Eine Vorfälligkeitsentschädigung, also eine Gebühr für die vorzeitige Rückzahlung, ist bei Wertpapierkrediten ohne feste Laufzeit unüblich.

Gibt es versteckte Gebühren?

Versteckte Gebühren sind selten, aber nicht alle Kosten stecken im Sollzins. Prüfe im Preis- und Leistungsverzeichnis, ob eine Bereitstellungsprovision für den ungenutzten Rahmen, ein Kontoführungsentgelt oder eine Bearbeitungsgebühr anfällt. Viele Online-Broker, etwa Scalable Capital, Consorsbank oder S Broker, berechnen für den Kredit nach eigenen Angaben außer den Zinsen nichts.

Indirekte Kosten hängen davon ab, was du mit dem Kredit machst. Kaufst du Wertpapiere, zahlst du Ordergebühren. Bei der Auszahlung über Interactive Brokers kommen der Spread und die Gebühren für zwei Orders hinzu. Auch die Häufigkeit der Zinsbelastung spielt eine Rolle: Werden die Zinsen monatlich belastet und nicht ausgeglichen, zahlst du in den Folgemonaten Zinsen auf Zinsen.

Beim Wertpapierkredit mit Zuteilung von DEGIRO zahlst du Zinsen auf den gesamten zugeteilten Betrag, auch auf den Teil, den du nicht nutzt. Das ist keine versteckte Gebühr, aber ein wichtiger Punkt beim Vergleich der Zinssätze.

Wie hoch kann ich mein Depot beleihen?

Das bestimmen die Art deiner Wertpapiere und der Anbieter. Für große Aktien und breit gestreute ETFs sind Beleihungsquoten zwischen 50% und 75% üblich. Staatsanleihen und Geldmarktfonds hoher Bonität erhalten teils bis zu 90%. Nebenwerte, also Aktien kleinerer Unternehmen, werden niedriger angesetzt. Hebelprodukte wie Optionsscheine und oft auch Krypto-Produkte zählen mit 0%.

Ein Beispiel: Du besitzt ETFs im Wert von 30.000 Euro, die mit 70% beliehen werden, und Nebenwerte im Wert von 10.000 Euro mit einer Quote von 40%. Dein Beleihungswert beträgt 21.000 Euro plus 4.000 Euro, insgesamt also 25.000 Euro. Das entspricht 62,5% deines Depotwerts von 40.000 Euro.

Den Rahmen voll auszuschöpfen, ist selten sinnvoll, denn dann löst schon ein kleiner Kursrückgang einen Margin Call aus, also die Aufforderung, Geld einzuzahlen oder Wertpapiere zu verkaufen. Die veröffentlichten Beleihungsquoten der Anbieter findest du in der Vergleichstabelle oben.

Kann ich mein Depot trotz laufendem Kredit umschichten?

Ja. Du kannst weiterhin Wertpapiere kaufen und verkaufen. Die Bank berechnet den Beleihungswert, also den als Sicherheit anerkannten Teil deines Depots, nach jeder Transaktion neu.

Dadurch kann sich dein Kreditrahmen ändern, auch wenn der Depotwert gleich bleibt. Ein Beispiel: Du verkaufst einen ETF im Wert von 10.000 Euro, der mit 70% beliehen wird, und kaufst dafür Optionsscheine, die mit 0% zählen. Dein Beleihungswert sinkt dadurch um 7.000 Euro. Liegt dein Kredit danach über dem neuen Beleihungswert, löst schon diese Umschichtung einen Margin Call aus.

Prüfe vor größeren Umschichtungen deshalb die Beleihungsquoten der neuen Wertpapiere. Liegst du nah an deinem Kreditrahmen, tilge vorher einen Teil des Kredits.

Kann ich die Zinsen steuerlich absetzen?

Bei privaten Kapitalanlagen in der Regel nicht. Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Tatsächliche Werbungskosten kannst du dabei nicht abziehen. Berücksichtigt wird nur der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro. Zinsen für einen Kredit, mit dem du privat Aktien oder ETFs kaufst, mindern deine Steuer deshalb normalerweise nicht. Eine Sonderregel gibt es auf Antrag nur für Kredite zum Erwerb einer unternehmerischen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft.

Anders kann es sein, wenn du das Geld für eine andere Einkunftsart einsetzt, zum Beispiel für deinen Betrieb oder für eine vermietete Immobilie. Dann können die Zinsen Betriebsausgaben oder Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sein. Maßgeblich ist, wofür das Geld tatsächlich verwendet wird. Beachte, dass manche Anbieter die Finanzierung von Immobilien ausschließen.

Diese Hinweise ersetzen keine Steuerberatung. Ob die Zinsen in deinem Fall abziehbar sind, klärst du am besten mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

Kann ich einen Kredit nutzen, wenn mein Depot bei einer anderen Bank liegt?

In der Regel nicht. Banken und Broker beleihen fast immer nur Wertpapiere, die sie selbst verwahren. Nur dann können sie den Wert laufend überwachen und die Wertpapiere im Ernstfall verkaufen.

Möchtest du den Kredit eines anderen Anbieters nutzen, eröffnest du dort ein Depot und lässt die gewünschten Wertpapiere übertragen. Das Formular für den Depotübertrag stellt dir der neue Broker zur Verfügung. Als Sicherheit zählen die Wertpapiere erst, wenn sie im neuen Depot eingebucht sind. Ein Übertrag dauert meist einige Tage bis wenige Wochen.

Du musst nicht dein ganzes Depot übertragen, sondern nur die Wertpapiere, die du beleihen möchtest. Die Anschaffungsdaten werden beim Übertrag mitgeteilt. Aktien, die du vor 2009 gekauft hast, bleiben dadurch in der Regel steuerfreier Altbestand. Bei einem Verkauf mit anschließendem Neukauf ginge dieser Vorteil verloren.

Was tue ich, wenn mein Broker keinen Wertpapierkredit anbietet?

Einen Wertpapierkredit erhältst du nur bei dem Broker, bei dem du deine Wertpapiere hältst. Wenn dein aktueller Broker keinen Wertpapierkredit anbietet, du aber einen solchen Kredit nutzen möchtest, musst du ein Depot bei einem anderen Broker eröffnen.

Du kannst dein bestehendes Depot behalten, wenn du möchtest. Bei den meisten Depots in Deutschland ist die Depotführung (der reine Besitz des Depots) inzwischen kostenlos. Deine Wertpapiere kannst du ganz oder teilweise in dein neues Depot übertragen lassen, um sie dann dort zu beleihen. Suche dazu einfach nach dem Depotübertragsformular deines neuen Brokers.

In Deutschland sind Depotüberträge zwischen inländischen Brokern kostenlos. Oft erhältst du sogar eine lukrative Prämie für den Depotübertrag (siehe vestonaut.com/depotwechsel). In anderen Ländern wie Österreich und der Schweiz fallen bei Depotüberträgen oft Gebühren an. Teils sind diese jedoch auch in diesen Ländern kostenlos oder lohnen sich durch den Erhalt einer Wechselprämie sogar.

Falls du Wertpapierkäufe planst, kannst du auch dein bisheriges Depot behalten und die Wertpapierkäufe im neuen Depot durchführen. So baust du dir dort einen neuen Wertpapierbestand auf, den du dort beleihen kannst.

Je nach steuerlicher Situation kann auch ein Verkauf von Wertpapieren mit anschließendem Neukauf im neuen Depot sinnvoll sein. Bist du beispielsweise in der Schweiz steuerpflichtig, wo keine Kapitalertragsteuer anfällt, ist das ein naheliegender Weg. Beachte dabei die Höhe der Ordergebühren beim Verkauf und Kauf.

Bist du in Deutschland oder in Österreich steuerpflichtig, so ist ein Verkauf und anschließender Neukauf aufgrund der Kapitalertragsteuer in der Regel nicht zu empfehlen.

Du musst dir hier selbst überlegen, ob ein Verkauf und Neukauf in deiner Situation finanziell Sinn machen. Sinnvoll kann dies beispielsweise dann sein, wenn du ohnehin vorhast, zu verkaufen, um anschließend andere Wertpapiere zu kaufen.

Beispielszenario: Du hast noch einen Bestand an Einzelaktien, die du ohnehin verkaufen möchtest, da du künftig auf reines Buy & Hold eines Indexfonds setzt. Du verkaufst die Aktien bei deinem aktuellen Broker, zahlst den Verkaufserlös aus und zahlst ihn anschließend bei deinem neuen Broker ein, um dir dort Indexfonds-Anteile zu kaufen. Diese beleihst du dann beim neuen Broker.

Zahle ich Zinsen auf den gesamten Kreditrahmen?

Bei den meisten Anbietern nicht. Du zahlst Zinsen nur auf den Betrag, den du tatsächlich in Anspruch nimmst. Hast du einen Kreditrahmen von 25.000 Euro und nutzt davon 8.000 Euro, werden nur diese 8.000 Euro verzinst.

Eine Ausnahme ist der Wertpapierkredit mit Zuteilung bei DEGIRO. Dort beantragst du vorab einen festen Betrag und zahlst Zinsen auf den gesamten zugeteilten Betrag, auch wenn du ihn nicht vollständig nutzt. Dafür ist der Zinssatz niedriger als bei der Variante ohne Zuteilung, bei der nur der genutzte Betrag verzinst wird. Die Zuteilung lohnt sich deshalb vor allem, wenn du den Betrag weitgehend ausschöpfst.

Manche Banken berechnen außerdem eine Bereitstellungsprovision, also ein Entgelt für den ungenutzten Teil des Rahmens. Ob das bei einem Anbieter der Fall ist, steht in seinem Preis- und Leistungsverzeichnis.

Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins?

Der Sollzins ist der vereinbarte jährliche Zinssatz auf den in Anspruch genommenen Betrag. Der effektive Jahreszins berücksichtigt zusätzlich, wie oft die Zinsen belastet werden, und weitere Kreditkosten wie Bearbeitungsgebühren. Er zeigt damit die tatsächliche jährliche Belastung.

Werden die Zinsen vierteljährlich oder monatlich belastet und deinem Kredit zugeschlagen, zahlst du in den folgenden Perioden auch Zinsen auf diese Zinsen. Der effektive Jahreszins liegt dann etwas über dem Sollzins. Bei einem Sollzins von 5% beträgt er bei vierteljährlicher Belastung rund 5,09%, bei monatlicher Belastung rund 5,12%.

Vor allem internationale Broker nennen oft nur den Sollzins. Achte beim Vergleich deshalb auch darauf, wie oft die Zinsen belastet werden. Bei kurzer Nutzung und kleinen Beträgen ist der Unterschied allerdings gering.

Kann ich mit dem Kredit weitere Wertpapiere kaufen?

Ja, das ist eine der häufigsten Verwendungen. Du investierst dann mit Hebel, also mit einer Mischung aus eigenem und geliehenem Geld. Ist die Rendite der zusätzlich gekauften Wertpapiere höher als der Sollzins, erzielst du auf dein eigenes Kapital eine höhere Rendite. Fallen sie, ist dein Verlust entsprechend größer, und die Zinsen zahlst du trotzdem.

Die gekauften Wertpapiere werden ebenfalls beliehen, erweitern deinen Kreditrahmen aber nur um ihren Beleihungswert. Kaufst du für 10.000 Euro einen ETF mit einer Beleihungsquote von 60%, steigt dein Kreditrahmen um 6.000 Euro, dein Kredit aber um 10.000 Euro. Dein freier Spielraum bis zur Beleihungsgrenze, also bis zum vollen Beleihungswert, schrumpft also um 4.000 Euro.

Lohnend ist das nur, wenn die Rendite deiner Anlage nach Steuern über die gesamte Haltedauer höher ist als der Sollzins, denn die Kreditzinsen kannst du in der Regel nicht absetzen. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Halte außerdem Reserven außerhalb des Depots bereit, damit du einen Margin Call bedienen kannst, ohne zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen.

Was kostet die Auszahlung über Interactive Brokers?

Es fallen vor allem drei Kostenarten an: der Spread, die Ordergebühren und die laufenden Margin-Zinsen. Der Spread ist der Unterschied zwischen Geld- und Briefkurs, also zwischen dem Kurs, zu dem du an der Börse verkaufen, und dem Kurs, zu dem du kaufen kannst. Bei einem liquiden Geldmarkt-ETF wie dem DBX0AN ist er gering. Weil der DBX0AN täglich ungefähr um den Tagesgeldzins an Wert gewinnt, kostet dich außerdem jeder Tag mit offener Short-Position etwa diesen Zins.

Ordergebühren zahlst du für den Leerverkauf und für den Rückkauf. Diese einmaligen Kosten fallen bei kleinen Beträgen stärker ins Gewicht. Bleibt die Short-Position, also der offene Leerverkauf, über Nacht bestehen, berechnet der Broker zusätzlich eine Leihgebühr für die geliehenen Fondsanteile. Nach dem Rückkauf läuft der Kredit als negativer Kontostand weiter. Dafür zahlst du Margin-Zinsen, bis du ihn ausgleichst.

Eine Alternative bei Interactive Brokers ist die Finanzierung über Box Spreads. Dabei kombinierst du vier Optionen so, dass sich ihre Kursrisiken weitgehend aufheben und im Ergebnis ein fester Finanzierungszins bis zum Verfallstag übrig bleibt. Dieser liegt oft unter dem Margin-Zins derselben Währung. Liquide Box Spreads werden allerdings meist auf US-Indizes gehandelt, sodass in der Regel eine Schuld in US-Dollar mit Wechselkursrisiko entsteht. Box Spreads setzen aber gute Kenntnisse über Optionen voraus und sind deutlich komplexer als der Weg über den Geldmarktfonds.

Für wen lohnt sich ein Wertpapierkredit?

Ein Wertpapierkredit lohnt sich vor allem für Anlegerinnen und Anleger mit einem ausreichend großen, breit gestreuten Depot, die vorübergehend Geld brauchen. Sie müssen keine Wertpapiere verkaufen, schieben die Abgeltungsteuer auf ihre Kursgewinne bis zu einem späteren Verkauf auf und bleiben weiter investiert.

Erfahrene Anleger nutzen den Kredit auch, um mit einem maßvollen Hebel zu investieren. Voraussetzung ist, dass sie die Risiken verstehen und genug Reserven haben, um auch längere Kursrückgänge zu überstehen.

Ungeeignet ist ein Wertpapierkredit, wenn du damit dauerhaft Ausgaben finanzieren möchtest, die du aus deinem Einkommen nicht decken kannst. Auch ein Depot aus wenigen, stark schwankenden Einzelwerten ist eine schlechte Grundlage. Dort kann dich schon ein einzelner Kurssturz zwingen, zum ungünstigsten Zeitpunkt zu verkaufen.

Wie viel Puffer sollte ich einplanen?

Plane so viel Puffer ein, dass auch ein schwerer Börseneinbruch keinen Margin Call auslöst, also keine Aufforderung der Bank, Geld nachzuschießen. Wie groß dieser Puffer ist, hängt vor allem davon ab, welchen Anteil deines Kreditrahmens du nutzt.

Das lässt sich einfach abschätzen, wenn alle Wertpapiere im Depot ähnlich schwanken und die Beleihungsquoten gleich bleiben. Nutzt du die Hälfte deines Kreditrahmens, darf dein Depot um 50% fallen, bevor die Sicherheit nicht mehr ausreicht. Nutzt du drei Viertel, sind es nur noch 25%. Bei voller Nutzung löst schon ein kleiner Rückgang einen Margin Call aus.

In schweren Krisen sind auch breit gestreute Aktien-ETFs zeitweise um ein Drittel bis über die Hälfte gefallen, einzelne Aktien oft noch stärker. Wer auch in einer solchen Phase ohne Margin Call auskommen will, nutzt deutlich weniger als die Hälfte seines Kreditrahmens.

Was ist der Unterschied zwischen Wertpapierkredit und Dispokredit?

Ein Dispokredit ist ein Überziehungsrahmen auf deinem Girokonto. Die Bank räumt ihn auf Grundlage deines Einkommens und deiner Bonität ein, also deiner Kreditwürdigkeit. Ein Wertpapierkredit ist dagegen durch dein Depot besichert. Weil die Bank eine verwertbare Sicherheit hat, sind seine Zinsen meist deutlich niedriger als beim Dispo.

Der Unterschied zeigt sich auch beim Risiko. Beim Dispokredit hat ein Kursrückgang an der Börse keine Auswirkung auf deinen Kreditrahmen. Beim Wertpapierkredit sinkt der Rahmen mit dem Depotwert, und die Bank kann Wertpapiere verkaufen, wenn die Sicherheit nicht mehr ausreicht.

Für einen Engpass von wenigen Tagen kann der Dispo die einfachere Lösung sein. Brauchst du Geld für Wochen oder Monate und hast ein ausreichend großes Depot, ist der Wertpapierkredit in der Regel günstiger.

Brauche ich ein Mindestdepot?

Bei manchen Anbietern ja. Einige verlangen ein Mindest-Depotvolumen, andere nicht. Bei den Anbietern in unserem Vergleich reicht die Spanne von 1.000 Euro, etwa bei Scalable Capital, bis zu fünfstelligen Beträgen. So setzt S Broker 10.000 Euro voraus, und TARGOBANK bietet den Kredit nur im Best-Konto ab 75.000 Euro Depotvolumen an.

Ebenso wichtig wie die Größe ist die Zusammensetzung. Ein Depot im Wert von 20.000 Euro aus breiten ETFs ergibt bei einer Beleihungsquote von 60% einen Kreditrahmen von 12.000 Euro. Ein gleich großes Depot aus Optionsscheinen oder Krypto-Produkten, die mit 0% angesetzt werden, ergibt keinen.

Manche Banken setzen außerdem ein bestimmtes Kontomodell voraus oder schließen einzelne Depotarten aus. Bei comdirect etwa gibt es den Kredit nicht für Junior-Depots. Die Voraussetzungen stehen in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

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