Standarddepot Vergleich

Das Standarddepot ist die einfachste Form des neuen Altersvorsorgedepots. Statt selbst ETFs auszusuchen, bekommst du zwei vorgegebene Fonds: einen schwankungsarmen und einen chancenreicheren. Vor Rentenbeginn schichtet der Anbieter automatisch um.

Die Effektivkosten sind gesetzlich auf 1% pro Jahr begrenzt, und du bekommst dieselben Zulagen wie im freien AVD, also bis zu €540 im Jahr plus Kinderzulage. Starten kannst du ab dem 1. Januar 2027.

Unten findest du alle Anbieter, die ein Standarddepot öffentlich angekündigt haben. Wenn du deine ETFs lieber selbst wählst, hilft dir der Altersvorsorgedepot Vergleich weiter.

Hinweis: Zertifiziert werden Standarddepots vom Bundeszentralamt für Steuern. Stand 19.10.2026 ist noch keines zertifiziert, alle Konditionen sind Ankündigungen und können sich bis zum Start ändern.

Gesetzlich muss jeder AVD-Anbieter ein Standarddepot anbieten. Wo ein Anbieter dazu noch nichts Konkretes veröffentlicht hat, steht das ausdrücklich im Eintrag.

Anbieter 25
Scalable Capital
Scalable Capital
Standarddepot
Vorregistrierung
Zwei ETFs, einer für Aktien und einer für Anleihen. Die Gewichtung richtet sich automatisch nach deinem Alter, eigene Aufteilungsregeln kannst du jederzeit kostenlos festlegen. Kosten: Konto, Depot, Sparpläne, Ein- und Auszahlungen sowie Käufe und Verkäufe kosten €0. Die Produktkosten der ETFs entfallen bis mindestens 31.12.2027. Ablauf: Fünf Jahre vor Rentenbeginn höchstens 50% Aktien, zwei Jahre vorher höchstens 30%. Auszahlung ab 65, bis zu 30% auf einmal, der Rest als Auszahlplan bis mindestens 85. Gewinnspiel: Wer sich bis 31.12.2026 vorregistriert, kann eine von 5 jährlichen Prämien über €540 gewinnen, gezahlt ab 2027 bis zum Rentenalter (längstens bis 67). Voraussetzung ist ein ab 01.01.2027 durchgehend geführtes Depot.
Trade Republic
Trade Republic
Standarddepot
Start 01.01.2027
Trade Republic startet am 1. Januar 2027 mit einer komplett kostenlosen AVD-Variante: keine Depotgebühr, Sparpläne ohne Kosten. Im Standarddepot stecken zwei vorgegebene Fonds, ein breit gestreuter Aktien-ETF und ein globaler Anleihen-ETF. Die konkreten Fonds hat Trade Republic noch nicht genannt. Für mehrere Dutzend ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard übernimmt Trade Republic im AVD die Produktkosten. Eine Prämie gibt es nicht.
SMARTBROKER+
SMARTBROKER+
Standarddepot
Vormerkung in der App
Du kombinierst einen risikoarmen Fonds (SRI 1–2) mit einem Aktien-ETF deiner Wahl: MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World. Eine eigene Aufteilung ist möglich, Beiträge lassen sich auch auf zwei Standarddepots verteilen. Kosten: Depot, Sparplan und Orders €0, zuzüglich Spreads. Die TER der ETFs liegt überwiegend unter 0,15%. TER-Erstattung: In den ersten drei Jahren erstattet SMARTBROKER+ die ETF-Kosten vollständig, bis €25.000 Anlagevolumen. Ab dem vierten Jahr nur noch, wenn du mindestens 15 Trades pro Jahr im Hauptdepot machst. Ein Hauptdepot bei SMARTBROKER+ ist Voraussetzung.
flatex
flatex
Standarddepot Core / Plus
Vormerkung per E-Mail
flatex plant zwei Standarddepots zum 1. Januar 2027. Standarddepot Core: ein Aktien- und ein Anleihen-Baustein. Depot- und Vertragsgebühr €0, Sparpläne und Einmalanlagen ohne Orderprovision (zuzüglich Spreads). Die ETF-Kosten erstattet flatex mindestens fünf Jahre lang, ab dem sechsten Jahr sollen sie höchstens 0,07% betragen. Standarddepot Plus: weltweite Aktien plus ein defensiver Teil aus Euro-Anleihen mit Goldanteil. Die Konditionen sollen vor dem Start folgen. Die Gewichtung kannst du jederzeit anpassen, vor Rentenbeginn wird automatisch in den defensiven Baustein umgeschichtet.
Traders Place
Traders Place
Standarddepot
Start 01.01.2027
Traders Place bietet ab 1. Januar 2027 ein Standarddepot mit vorkonfigurierten Lösungen an. Kosten: Depot €0, Sparplanausführungen €0, Käufe und Verkäufe €0, jeweils zuzüglich marktüblicher Spreads. Welche Fonds eingesetzt werden, will der Anbieter vor dem Start bekanntgeben. Die Auszahlung beginnt zwischen 65 und 70. Eine Prämie nennt Traders Place nicht.
comdirect
comdirect
Altersvorsorgedepot Standard
Vormerkung
Zwei von comdirect vorausgewählte ETFs, du bestimmst nur die Gewichtung. Einer der Bausteine soll ein eigener All-World-ETF von comdirect sein. Abschluss rein digital, Start im Januar 2027. Die Kosten will comdirect vor dem Start veröffentlichen. Early-Bird-Prämie: €50, wenn du das AVD bis 31.03.2027 abschließt und nicht widerrufst. Neukunden eröffnen dafür bis 01.11.2026 ein comdirect-Depot über die laufende Depotaktion, Bestandskunden registrieren sich bis 31.12.2026. Ausgezahlt wird im Mai 2027 aufs Verrechnungskonto.
ING
ING
Altersvorsorge-Depot Relax
Starteliste
Zwei von der ING ausgewählte ETFs, einer für Aktien und einer für Anleihen. Die Verteilung legst du selbst fest und kannst sie jederzeit ändern. Fünf Jahre vor der Auszahlphase schichtet die ING automatisch vom Aktien-ETF in den Anleihen-ETF um. Kosten und ETF-Namen hat die ING noch nicht veröffentlicht. Startbonus: Neukunden, die sich bis 30.11.2026 in die Starteliste eintragen und das Depot bis 15.02.2027 eröffnen, erhalten mehr als €50.
quirion
quirion
Standard
Vormerkung
quirion setzt im Standarddepot einen Aktien-ETF und einen Anleihen-ETF ein, mit laufenden Kosten von 0,07% bzw. 0,08%. Kosten: Zum Start keine Depotgebühr, die ETF-Kosten werden mindestens im ersten Jahr erstattet. Was ab dem zweiten Jahr gilt, steht noch nicht fest. Ablauf nach Gesetz: höchstens 50% im Aktienfonds fünf Jahre vor Rentenbeginn, höchstens 30% zwei Jahre vorher. Du darfst vom Pfad abweichen. Ausgezahlt wird als Auszahlplan bis mindestens 85 oder als Leibrente.
finanzen.net ZERO
finanzen.net ZERO
Standarddepot
Warteliste
finanzen.net ZERO führt eine Warteliste für das AVD ab Januar 2027 und bietet neben dem selbst verwalteten Depot eine Variante zum Managen lassen. Das Altersvorsorgedepot soll gebührenfrei sein, Sparpläne sind ab €10 im Monat geplant. Eine Erstattung der ETF-Kosten ist nicht angekündigt. Welche Fonds im Standarddepot stecken, hat der Anbieter noch nicht veröffentlicht.
Trading 212
Trading 212
Standard Depot
Warteliste
Ein sicherheitsorientierter und ein wachstumsorientierter Fonds. Du teilst die Beiträge selbst auf, ohne eigene Wahl gilt die Standardaufteilung. Ablauf: In den fünf Jahren vor der Auszahlung höchstens 50% im Wachstumsfonds, in den letzten zwei Jahren höchstens 30%. Kosten und Fonds folgen mit dem Produktinformationsblatt. Wartelisten-Aktion bis 31.12.2026: Neukunden ab 18 mit Steuersitz in Deutschland erhalten nach Eröffnung eines Invest-Kontos und mindestens €1 Einzahlung eine zufällige Aktie oder einen ETF im Wert von €8 bis €100. Die Prämie landet im normalen Invest-Konto, nicht im AVD.
Consorsbank
Consorsbank
Standarddepot
Start Anfang 2027
Die Consorsbank plant ein Standarddepot mit zwei vorausgewählten Fonds: einem defensiven (SRI 1–2) und einem chancenorientierten (SRI 3–5). Eine nachhaltige Variante ist im Gespräch. Fondsnamen und Kosten stehen noch nicht fest. Daneben soll es ein flexibles Altersvorsorgedepot geben.
DKB
DKB
Altersvorsorgedepot
Start 01.01.2027
Die DKB startet am 1. Januar 2027 mit einem AVD aus ausgewählten ETFs. Ein eigenes Standarddepot hat die Bank noch nicht näher beschrieben, Kosten und Fonds fehlen bisher. Sparbetrag und Risikoausrichtung sollen sich bis zur Auszahlung anpassen lassen. Riester-Verträge kannst du ab Januar 2027 im DKB-Banking übertragen. Über die Produktseite meldest du dich für Neuigkeiten an.
N26
N26
Standarddepot
Voranmeldung
N26 bietet ab Januar 2027 ein Standarddepot mit festem Portfolio in App und Website an, vorbehaltlich der Zertifizierung. Je nach Alter startest du mit einem höheren Aktienanteil, bis zum Ruhestand schichtet N26 automatisch in risikoärmere Anlagen um. ETFs und Kosten sind noch nicht genannt. Den Zulagenantrag übernimmt N26 für dich. Auszahlung ab dem Jahr deines 65. Geburtstags, bis zu 30% auf einmal.
Fidelity
Fidelity
Fidelity VorsorgeDepot
Start 01.01.2027
Zwei neue Fidelity-Strategien: ein weltweiter Aktienbaustein (SRI 4) und ein Baustein aus sehr kurz laufenden Euro-Anleihen (SRI 2). Kosten der Direktvariante: rund 0,35% pro Jahr auf den durchschnittlichen Depotwert, darin sind unter anderem Depotentgelt und Fondskosten enthalten, plus €1 im Monat. Über Berater gibt es das VorsorgeDepot Standard mit höheren Kosten. Gleitpfad: anfangs 100% Aktien, ab zehn Jahren vor Rentenbeginn sinkt der Anteil schrittweise auf höchstens 50% (fünf Jahre vorher) und 30% (zwei Jahre vorher). In 10%-Schritten kannst du vom Pfad abweichen.
Deutsche Bank
Deutsche Bank
DWS Standarddepot
Start 01.01.2027
Über die Deutsche Bank bekommst du das DWS Standarddepot, rein digital und ohne Beratung. Es mischt zwei ETFs, deren Namen noch nicht veröffentlicht sind. Kosten: In den ersten zwei Jahren 0,10% pro Jahr, das sind nur die ETF-Kosten, auf die Vertragsgebühr wird verzichtet. Danach 0,28% pro Jahr, eventuell zuzüglich Transaktionskosten. Auszahlung als Plan bis mindestens 85, bis zu 30% kannst du einmalig entnehmen. Eine Kapitalgarantie gibt es nicht.
Postbank
Postbank
DWS Standarddepot
Start 01.01.2027
Auch die Postbank vertreibt das DWS Standarddepot: zwei ETFs, Abschluss rein digital. Kosten: 0,10% pro Jahr in den ersten zwei Jahren (nur ETF-Kosten), danach 0,28% pro Jahr. Transaktionskosten können hinzukommen. Ausgezahlt wird als Plan bis mindestens 85, 30% sind als Einmalbetrag möglich. Wer eine Garantie möchte, findet daneben einen Vertrag der Zurich mit optional 80% Beitragsabsicherung.
Commerzbank
Commerzbank
Altersvorsorgedepot
Start 01.01.2027
Die Commerzbank setzt auf zwei aktiv gemanagte Mischfonds von Allianz Global Investors: einen defensiven mit durchschnittlich etwa 15% Aktien und einen chancenorientierten mit etwa 70%. Die Aufteilung richtet sich nach Alter und Spardauer und wird jährlich neu ausgerichtet. Abschluss mit persönlicher oder digitaler Beratung. Ob dieses Angebot als gesetzliches Standarddepot zertifiziert wird, hat die Bank noch nicht ausdrücklich bestätigt. Kosten nennt sie bisher nur über den gesetzlichen Deckel von 1%.
Joe Broker
Joe Broker
Standarddepot
Start 01.01.2027
Joe Broker, eine Marke der TARGOBANK, plant zum 1. Januar 2027 ein Standarddepot mit vorausgewählten Produkten. Voraussetzung ist ein normales Joe-Broker-Depot, das AVD schließt du separat in der App ab. Preise und Fondsauswahl sollen vor dem Start folgen. Auszahlung zwischen 65 und 70 als Leibrente oder Plan bis mindestens 85, bis zu 30% einmalig.
Deka
Deka
Deka-Vorsorge
Start Januar 2027
Die Deka bringt über die Sparkassen ein Standardangebot mit einem weltweiten Aktien-ETF und einem europäischen Rentenfonds. Zwei Varianten: klassisch mit automatischer Steuerung oder individuell mit selbst gewählter Aktienquote. Ein Wechsel zwischen beiden ist möglich. Kosten: laut Deka 0,10% laufende Kosten pro Jahr, Depotführung und Zulagenverwaltung kostenlos. Alle Angaben stehen unter dem Vorbehalt der aufsichtsrechtlichen Genehmigung. Abschluss in der Filiale oder in der Sparkassen-App.
Union Investment
Union Investment
UniVorsorge Basis
Start 01.01.2027
UniVorsorge Basis kombiniert einen weltweiten Aktien-ETF mit einem Renten-ETF. Den Aktienanteil kannst du bis 100% wählen. Ablauf: fünf Jahre vor Rentenbeginn höchstens 50% Aktien, zwei Jahre vorher höchstens 30%. Diese Aufteilung bleibt in der Auszahlphase bestehen, ausgezahlt wird als Plan bis 85. Vertrieben wird über die Volksbanken und Raiffeisenbanken. Konkrete Kosten hat Union Investment noch nicht veröffentlicht.
CosmosDirekt
CosmosDirekt
Standarddepot
Start 01.01.2027
CosmosDirekt bringt zum 1. Januar 2027 ein digital abschließbares Standarddepot mit einem sicherheitsorientierten Fonds (SRI 1–2) und einem renditeorientierten Fonds (SRI 3–5). Du übernimmst den Aufteilungsvorschlag oder legst sie selbst fest. Für die Auszahlung ist standardmäßig eine gleichbleibende lebenslange Rente vorgesehen. Alternativ gibt es eine variable Rente mit garantierter Mindestrente oder einen variablen Auszahlplan. Fonds und Kosten sind noch offen. Gewinnspiel bis 31.10.2026: Wer sich für Infos zum Standarddepot anmeldet, nimmt an der Verlosung eines Reisegutscheins über €10.000 teil (ab 18, Wohnsitz in Deutschland).
Allianz
Allianz
Altersvorsorge Standarddepot
Online ab Januar 2027
Zwei fest vorgegebene aktive ETFs, deren Gewichtung du frei bestimmst und jederzeit ändern kannst. Ein Tausch gegen andere Fonds ist nicht möglich. Vor Rentenbeginn greift das gesetzliche Ablaufmanagement. Auszahlung als lebenslange Rente oder als Plan bis mindestens 85, zu Beginn bis zu 30% als Einmalbetrag. Mindestbeitrag €120 im Jahr. Kosten und Fondsnamen hat die Allianz noch nicht veröffentlicht. Online abschließbar ab Januar 2027.
growney
growney
Altersvorsorgedepot
Vormerkung
growney plant für 2027 ein AVD mit Portfolios aus Vanguard-ETFs und nimmt Vormerkungen an. Wie das Standarddepot konkret aussieht, welche zwei Fonds es nutzt und was es kostet, hat growney noch nicht veröffentlicht.
Ginmon
Ginmon
Ginmon Pension
Warteliste
Unter dem Namen Ginmon Pension plant Ginmon ein Standarddepot mit zwei ETFs und dem gesetzlichen Lebenszyklusmodell. Daneben soll ein AVD mit bis zu 14 ETFs kommen. Kosten und ETF-Namen sind noch offen, Interessenten können sich auf die Warteliste setzen.
Evergreen
Evergreen
Altersvorsorgedepot
Warteliste
Evergreen plant für 2027 ein gemanagtes AVD mit eigenen Fonds, die je nach Anlageprofil zusammengestellt werden. Vor der Rente sinkt der Aktienanteil automatisch. Ausgezahlt wird bis zu 30% einmalig, der Rest monatlich bis mindestens 85. Ein eigenes Standarddepot ist auf der Produktseite noch nicht beschrieben. Gesetzlich muss Evergreen eines anbieten, selbst oder über einen Partner.

So ist ein Standarddepot aufgebaut

Jedes Standarddepot besteht aus genau zwei Fonds. Einer gehört zur Risikoklasse 1 oder 2 (zum Beispiel kurz laufende Anleihen), der andere zur Risikoklasse 3 bis 5 (meist ein weltweiter Aktien-ETF). Die Risikoklasse steht im Basisinformationsblatt jedes Fonds.

Wie viel deines Beitrags in welchen Fonds fließt, schlägt der Anbieter vor. Du kannst die Aufteilung ändern. Rutscht ein Fonds später in eine andere Risikoklasse, muss der Anbieter ihn ersetzen.

Abschließen kannst du das Standarddepot komplett online, eine Beratung ist nicht vorgeschrieben.

Ablaufmanagement vor der Rente

Damit ein Börseneinbruch kurz vor Rentenbeginn nicht dein halbes Vermögen kostet, gibt das Gesetz Obergrenzen für den chancenreicheren Fonds vor:

  • Fünf Jahre vor der Auszahlung höchstens 50%
  • Zwei Jahre vor der Auszahlung und zu ihrem Beginn höchstens 30%

Ein Rechenbeispiel mit eigenen Annahmen: Bei €100.000 Depotwert und einem Kursrutsch von 30% im Aktienteil verlierst du mit 80% Aktienanteil rund €24.000, mit 30% Aktienanteil rund €9.000. Willst du mehr Risiko behalten, kannst du eine andere Quote verlangen.

Kostendeckel von 1%

Die Effektivkosten dürfen im Durchschnitt der Ansparphase höchstens 1% pro Jahr betragen. Gemeint sind alle Kosten zusammen, also Vertrag, Depot und Fonds. Den Wert findest du im Produktinformationsblatt.

Viele Anbieter liegen mit ihren Ankündigungen weit darunter. Das lohnt sich: Sparst du 35 Jahre lang monatlich €195 (€150 Eigenbeitrag plus Zulage) bei 5% Rendite vor Kosten, stehen am Ende mit 0,2% Kosten etwa €208.000 im Depot, mit 1% Kosten nur etwa €176.000. Der Unterschied von rund €32.000 entsteht allein durch die Kosten.

Das staatliche Standarddepot

Neben den privaten Angeboten sieht das Gesetz ein Standarddepot in öffentlicher Trägerschaft vor. Es soll nach denselben Regeln funktionieren und als günstige Grundlösung dienen.

Stand heute gibt es dieses Angebot noch nicht. Die nötige Verordnung fehlt, ein Träger ist nicht benannt. Deshalb taucht es in unserer Liste nicht auf.

Förderung

Für das Standarddepot gelten dieselben Zulagen wie für jedes Altersvorsorgedepot:

  • Grundzulage bis €540: 50% auf die ersten €360 Eigenbeitrag, 25% auf den Teil bis €1.800
  • Kinderzulage bis €300 je kindergeldberechtigtem Kind
  • Berufseinsteigerbonus €200, einmalig unter 25

Für Zulagen musst du mindestens €120 im Jahr einzahlen. Erträge bleiben bis zur Auszahlung steuerfrei. Was das für dich bedeutet, rechnet der Rechner im Altersvorsorgedepot Vergleich aus.

Standarddepot oder freies AVD?

Im Standarddepot nimmt dir der Anbieter fast alle Entscheidungen ab: Fondsauswahl, Gewichtung und Umschichtung vor der Rente. Dafür hast du wenig Spielraum, und du bist auf die Fonds angewiesen, die dein Anbieter ausgewählt hat.

Im freien AVD stellst du dein Portfolio selbst aus den zugelassenen ETFs und Fonds zusammen und entscheidest auch selbst, wann du defensiver wirst. Der Kostendeckel von 1% gilt dort nicht, du musst also selbst auf die Kosten achten.

Wer sich nicht regelmäßig um sein Depot kümmern will, ist im Standarddepot gut aufgehoben. Wer bereits ETF-Erfahrung hat, holt im freien AVD oft mehr heraus.

Anbieter wechseln

Du kannst dein Guthaben jederzeit zu einem anderen zertifizierten Vertrag übertragen, ohne die Förderung zu verlieren. In den ersten fünf Jahren darf dein bisheriger Anbieter dafür bis zu €150 berechnen, danach nichts mehr. Kostenlos ist der Wechsel auch, wenn der Anbieter seine Kosten erhöht hat, oder wenn du nur in ein anderes Produkt desselben Anbieters wechselst.

Der neue Anbieter darf einmalig eine Pauschale von bis zu €150 verlangen. Im ungünstigsten Fall kostet ein früher Wechsel also bis zu €300.

Häufige Fragen zum Standarddepot

Muss jeder Anbieter ein Standarddepot haben?
Ja. Wer ein Altersvorsorgedepot oder einen geförderten Garantievertrag zertifizieren lassen will, muss mindestens ein Standarddepot anbieten. Das darf auch das Produkt eines Kooperationspartners sein.
Kann ich im Standarddepot eigene ETFs auswählen?
Nein. Der Anbieter legt die beiden Fonds fest. Du entscheidest nur, wie dein Beitrag auf den sicherheitsorientierten und den renditeorientierten Fonds verteilt wird. Manche Anbieter lassen dich zwischen mehreren Aktien-ETFs wählen, der Grundaufbau mit zwei Bausteinen bleibt aber gleich.
Was passiert, wenn ich keine Aufteilung wähle?
Dann gilt die im Vertrag vorgesehene Standardaufteilung des Anbieters. Bei vielen Angeboten startet sie mit einem hohen Aktienanteil, der mit zunehmendem Alter sinkt.
Was zählt alles zum Kostendeckel von 1%?
Maßgeblich sind die Effektivkosten im Produktinformationsblatt. Darin stecken die Kosten des Vertrags und der Fonds zusammen. Der Deckel gilt im Durchschnitt der Ansparphase, einzelne Jahre können also abweichen.
Muss ich das Ablaufmanagement akzeptieren?
Das Gesetz schreibt die Obergrenzen von 50% und 30% als Standard vor. Du kannst aber verlangen, dass dein Anbieter davon abweicht. Der Anbieter muss dir den Beginn der Umschichtung rechtzeitig ankündigen.
Brauche ich für das Standarddepot eine Beratung?
Nein. Das Standarddepot muss online abschließbar sein. Einige Anbieter bieten es zusätzlich in der Filiale oder über Berater an.
Wann gibt es das staatliche Standarddepot?
Das Gesetz erlaubt ein Standarddepot in öffentlicher Trägerschaft, die nötige Verordnung fehlt aber noch. Einen Träger oder Starttermin gibt es bisher nicht.
Kann ich mein Standarddepot später in ein freies AVD umwandeln?
Ja. Du kannst innerhalb deines Anbieters kostenlos in ein anderes Produkt wechseln oder das Guthaben zu einem anderen Anbieter übertragen. Die Förderung bleibt dabei erhalten.
Eignet sich das Standarddepot für die Frühstartrente?
Ja, die Frühstartrente läuft rechtlich über einen Standarddepot-Vertrag auf den Namen des Kindes. Nicht jeder Anbieter bietet ihn aber schon für Kinder an. Die Übersicht findest du im Frühstartrente Vergleich.

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