
Gold, Silber und andere Edelmetalle kaufst du in Deutschland bei spezialisierten Edelmetallhändlern, bei Münzhändlern, bei Scheideanstalten und bei einigen Banken und Sparkassen. Manche Häuser verkaufen nur über ihren Onlineshop, andere betreiben Filialen in mehreren Städten, viele bieten beides. Auch beim Verkauf hast du die Wahl: Die meisten Händler kaufen Barren und Münzen zurück, viele nehmen zusätzlich Altgold, Schmuck oder Zahngold an.
Die Unterschiede zwischen den Händlern liegen weniger beim Goldpreis selbst, der weltweit an den Märkten entsteht, als bei den Details: Wie hoch ist der Aufschlag auf den Metallwert, was kostet der Versand, welche Zahlungsarten gibt es, und wie viel zahlt der Händler beim Rückkauf? Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Fragen rund um Kauf, Verkauf, Steuern und Lagerung. Mit dem Vergleich darüber findest du Händler, die zu deinem Vorhaben passen.
Gold ist für die meisten Privatanleger der Einstieg in Edelmetalle. Es ist weltweit handelbar, behält auch in kleinen Mengen einen hohen Wert und ist als Anlagegold von der Mehrwertsteuer befreit. Üblich sind Barren von einem Gramm bis zu einem Kilogramm und Anlagemünzen wie Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker oder Britannia, meist in der Größe einer Unze (31,1 Gramm).
Bevor du kaufst, lohnt sich ein Blick auf drei Punkte. Erstens der Aufschlag auf den reinen Goldwert: Er ist bei großen Barren und gängigen Münzen gering, bei kleinen Stückelungen und Sammlerstücken deutlich höher. Zweitens die Wiederverkäuflichkeit: Bekannte Münzen und Barren von anerkannten Herstellern lassen sich bei fast jedem Händler zu fairen Preisen zurückverkaufen. Drittens die Nebenkosten für Versand, Versicherung und gegebenenfalls Lagerung.
Gold wirft keine Zinsen oder Dividenden ab. Wer es kauft, setzt auf Werterhalt und Krisenschutz, nicht auf laufende Erträge. Viele Anleger halten Gold deshalb als Beimischung zu einem breiter aufgestellten Vermögen, statt alles auf ein Metall zu setzen.
Silber ist deutlich günstiger pro Gramm als Gold und deshalb für kleinere Beträge beliebt. Der Preis schwankt allerdings stärker, und Silber braucht für denselben Wert viel mehr Platz: Für den Gegenwert eines Kilos Gold brauchst du schnell mehrere Dutzend Kilo Silber.
Der wichtigste Unterschied zu Gold ist die Steuer. Silberbarren und Silbermünzen werden in Deutschland in aller Regel mit 19 Prozent Mehrwertsteuer verkauft. Beim späteren Verkauf an einen Händler bekommst du diese Steuer nicht zurück. Der Silberpreis muss also erst um gut ein Fünftel steigen, bevor du beim Rückkauf wieder auf deinem Einstandspreis liegst, wenn man den Abstand zwischen An- und Verkaufspreis noch gar nicht mitrechnet.
Früher waren differenzbesteuerte Silbermünzen spürbar günstiger, weil nur die Händlerspanne versteuert wurde. Seit 2025 gilt das für neu in die EU eingeführte Münzen nicht mehr. Differenzbesteuerte Ware findest du nur noch vereinzelt, etwa aus älteren Lagerbeständen oder aus Ankäufen von Privatleuten.
Platin und Palladium werden vor allem in der Industrie gebraucht, etwa in Katalysatoren, in der Chemie und in der Elektronik. Ihr Preis hängt deshalb stark von der Konjunktur und von der Autoindustrie ab und schwankt oft heftiger als der Goldpreis. Für Privatanleger gibt es Barren und einige Anlagemünzen, zum Beispiel Platinausgaben von Maple Leaf, Wiener Philharmoniker oder Britannia.
Steuerlich behandelt der Gesetzgeber beide Metalle wie Silber: Beim Kauf fallen 19 Prozent Mehrwertsteuer an. Hinzu kommt, dass weniger Händler Platin und Palladium führen und der Abstand zwischen An- und Verkaufspreis meist größer ist als bei Gold. Als Beimischung können die Metalle sinnvoll sein, als Hauptanlage eignen sie sich für die wenigsten.
Rhodium, Iridium und Ruthenium gehören zu den Platinmetallen. Sie werden in sehr kleinen Mengen gefördert und fast ausschließlich industriell verwendet. Einige Händler bieten sie als Pulver, Schwamm oder gepresste Barren an. Der Markt ist eng, die Preise können sich innerhalb weniger Monate vervielfachen oder halbieren, und der Rückverkauf ist nur bei wenigen spezialisierten Häusern möglich.
Kupfer ist kein Edelmetall, wird aber von manchen Händlern als Barren oder Medaille angeboten. Der Metallwert ist gering, gekauft wird es meist aus Sammelfreude oder als Geschenk. Für alle diese Metalle gilt: Plane die Mehrwertsteuer ein, frage vor dem Kauf nach den Rückkaufbedingungen und investiere nur Geld, auf das du lange verzichten kannst.
Einige Edelmetallhändler verkaufen auch Anlagediamanten. Das sind geschliffene, einzeln bewertete Steine mit einem Zertifikat eines Prüflabors, das Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff beschreibt. Anders als bei Gold gibt es keinen einheitlichen Börsenpreis. Jeder Stein wird einzeln bewertet, und Händler kaufen ihn in der Regel deutlich unter dem Verkaufspreis zurück.
Diamanten sind beim Kauf mehrwertsteuerpflichtig und eignen sich eher für Käufer, die sich mit Bewertung und Zertifikaten auskennen und sehr langfristig planen. Achte auf ein anerkanntes Zertifikat, eine versiegelte Verpackung und klare schriftliche Rückkaufbedingungen.
Barren sind die günstigste Form, viel Metall zu kaufen. Je größer der Barren, desto kleiner ist der Aufschlag pro Gramm. Ein 100-Gramm- oder 250-Gramm-Goldbarren kostet pro Gramm spürbar weniger als zehn einzelne 10-Gramm-Barren. Achte auf einen Hersteller, der von den großen Edelmetallmärkten anerkannt ist, zum Beispiel einen Barren mit LBMA-Zertifizierung, und auf eine unbeschädigte Verpackung mit Zertifikat.
Anlagemünzen sind etwas teurer als Barren gleichen Gewichts, lassen sich aber besonders leicht wieder verkaufen, weil Gewicht und Feingehalt weltweit bekannt sind. Sie sind gut geeignet, wenn du später nur einen Teil verkaufen möchtest. Viele Anleger kombinieren deshalb beides: größere Barren für den Grundstock und Münzen für Flexibilität.
Für den Rückverkauf spielt der Zustand eine Rolle. Barren in der Originalverpackung und Münzen ohne Kratzer erzielen die besten Preise. Ein beschädigter Blister oder ein fehlendes Zertifikat kann zu Abschlägen führen, weil der Händler das Stück dann erst prüfen muss.
Anlagemünzen werden in großen Auflagen geprägt und knapp über ihrem Metallwert gehandelt. Bekannte Beispiele sind Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker, American Eagle, Britannia oder Känguru. Sie sind in ihrem Herkunftsland gesetzliches Zahlungsmittel, der aufgeprägte Nennwert spielt für den Preis aber keine Rolle.
Euro-Goldmünzen gibt die Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr in kleiner Auflage heraus, etwa als 20-, 50- oder 100-Euro-Münze. Sie sind gesetzliches Zahlungsmittel und bestehen aus Feingold, kosten aber wegen ihres Sammlerwerts bei der Ausgabe oft mehr als vergleichbare Anlagemünzen. Ob eine Goldmünze als mehrwertsteuerfreies Anlagegold gilt, hängt von Feingehalt, Prägejahr und Preis ab. Die EU-Kommission veröffentlicht dazu jedes Jahr ein Verzeichnis der Goldmünzen, die die Bedingungen erfüllen.
Sammlermünzen haben kleine Auflagen, besondere Motive oder Prägequalitäten wie Polierte Platte. Ihr Preis liegt teils weit über dem Metallwert und hängt von Nachfrage und Zustand ab. Wenn es dir um den Metallwert geht, sind Anlagemünzen und Barren die bessere Wahl. Sammlermünzen lohnen sich vor allem für Menschen, die Freude am Sammeln haben.
Tafelbarren bestehen aus vielen kleinen Barren, meist zu einem Gramm, die zu einer Tafel verbunden sind. Du kannst einzelne Stücke abbrechen und so sehr kleine Mengen verkaufen oder verschenken. Der Preis pro Gramm liegt etwas über dem eines massiven Barrens gleichen Gewichts, dafür bist du flexibler.
Münzbarren sind geprägte Barren, oft rund oder mit Münzmotiv, die aber kein gesetzliches Zahlungsmittel sind. Steuerlich und beim Rückkauf werden sie wie Barren behandelt. Medaillen aus Gold oder Silber sind ebenfalls keine Münzen. Gold-Medaillen sind deshalb in der Regel kein Anlagegold und mehrwertsteuerpflichtig.
Granulat sind kleine Körner aus Feinmetall, die vor allem Goldschmiede, Zahntechniker und die Industrie verwenden. Daneben gibt es Halbzeug wie Bleche und Drähte sowie Pulver. Für Privatanleger sind diese Formen selten sinnvoll, weil der Rückverkauf aufwendiger ist als bei Barren und Münzen.
Grundlage jedes Preises ist der aktuelle Marktpreis des Metalls, der an den großen Handelsplätzen laufend in US-Dollar ermittelt und in Euro umgerechnet wird. Auf diesen Metallwert schlägt der Händler ein Aufgeld auf. Darin stecken Herstellungskosten, Prägung, Transport, Versicherung und die Marge des Händlers. Bei Silber, Platin und Palladium kommt die Mehrwertsteuer hinzu.
Der Spread ist der Abstand zwischen dem Preis, zu dem der Händler verkauft, und dem Preis, zu dem er zurückkauft. Bei gängigen Goldmünzen und größeren Barren liegt er oft im niedrigen einstelligen Prozentbereich, bei kleinen Barren, Sammlermünzen und Silber deutlich höher. Je kleiner der Spread, desto schneller bist du nach einem Kursanstieg im Plus.
Händler passen ihre Preise während der Handelszeiten mehrmals täglich an. Vergleiche deshalb möglichst zur selben Zeit und achte darauf, ob Versand und Versicherung im Preis enthalten sind. Ein vermeintlich günstiger Stückpreis kann durch hohe Versandkosten oder einen Mindestbestellwert wieder teurer werden.
Onlineshops haben meist das größere Sortiment und oft etwas niedrigere Preise, weil keine Ladenmiete anfällt. Du bestellst zum aktuellen Kurs, überweist den Betrag und bekommst die Ware versichert nach Hause geliefert. Das ist bequem, setzt aber Vertrauen voraus, weil du in der Regel vorab bezahlst.
In der Filiale siehst du die Ware vor dem Kauf, kannst Fragen stellen und nimmst das Metall direkt mit. Dieses Geschäft Zug um Zug nennt die Branche Tafelgeschäft. Es eignet sich besonders, wenn du bar bezahlen, schnell verkaufen oder Altgold prüfen lassen möchtest. Manche Filialen arbeiten mit Termin, andere bedienen dich ohne Voranmeldung.
Viele Händler verbinden beides: Du bestellst online und holst die Ware in einer Filiale ab, oder du verkaufst deine Münzen per Post und lässt dir den Betrag überweisen. Wichtig ist vor allem, dass der Händler zu deinem Vorhaben passt, nicht ob er online oder mit Ladengeschäft arbeitet.
Im Onlineshop ist Vorkasse per Überweisung der Standard. Der Händler sichert dir den Preis bei Bestellung zu und versendet, sobald das Geld eingegangen ist. Mit einer Echtzeitüberweisung ist der Betrag innerhalb von Sekunden beim Händler, was die Lieferung beschleunigen kann. Seit Oktober 2025 prüfen Banken bei Überweisungen in Euro außerdem, ob der Name des Empfängers zur IBAN passt. Nimm eine Warnung an dieser Stelle ernst.
Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung, Apple Pay oder Google Pay bieten viele Händler nur für kleinere Beträge oder bestimmte Produkte an, weil die Gebühren bei Edelmetall mit geringen Margen stark ins Gewicht fallen. SEPA-Lastschrift ist vor allem bei Sparplänen verbreitet. Rechnung, Ratenzahlung oder Nachnahme sind beim Edelmetallkauf selten, einige Händler akzeptieren auch Kryptowährungen.
In der Filiale kannst du meist bar, mit Girocard oder mit Kreditkarte bezahlen. Bei Karten begrenzt oft das Tageslimit deiner Bank den Betrag, bei Bargeld greifen ab bestimmten Summen die Pflichten aus dem Geldwäschegesetz. Für größere Käufe ist eine Überweisung vor der Abholung häufig der einfachste Weg.
Wer in Deutschland Edelmetalle bar kauft oder verkauft, muss sich ab €2.000 ausweisen. Das schreibt § 10 Abs. 6a GwG vor, die Schwelle gilt für Gold, Silber, Platin und andere Edelmetalle und auch für den Ankauf von Altgold. Der Händler notiert dann deine Personalien und fragt unter Umständen nach der Herkunft des Geldes. Für Schmuck, dessen Preis sich nicht nach dem Metallgewicht richtet, liegt die Schwelle bei €10.000.
Mehrere Käufe, die zusammengehören, zählen zusammen. Wer einen größeren Betrag bewusst in mehrere Barzahlungen knapp unter €2.000 aufteilt, muss trotzdem damit rechnen, identifiziert zu werden. Händler dürfen auch unterhalb der Schwelle einen Ausweis verlangen, und viele tun das aus eigener Vorsicht.
Eine allgemeine Obergrenze für Barzahlungen gibt es in Deutschland derzeit nicht. Ab dem 10. Juli 2027 dürfen Händler in der gesamten EU aber keine Barzahlungen über €10.000 mehr annehmen. Bei Überweisung oder Kartenzahlung greift die Bargeldschwelle nicht, dein Name ist dann ohnehin über die Bank bekannt.
Seriöse Händler verschicken Edelmetall immer versichert und diskret verpackt, ohne Hinweis auf den Inhalt. Kleinere Sendungen gehen mit Paketdiensten wie DHL, UPS oder DPD, oft mit Unterschrift bei der Zustellung. Größere Werte transportieren Wertlogistiker oder eigene Kuriere des Händlers. Das Risiko trägt bis zur Übergabe an dich der Händler, prüfe aber vor der Bestellung, bis zu welchem Wert er versichert verschickt.
Die Versandkosten liegen häufig zwischen €10 und €30, bei schweren Silberbestellungen oder Werttransporten auch darüber. Viele Händler versenden ab einem bestimmten Bestellwert kostenfrei. Bei kleinen Bestellungen machen die Versandkosten prozentual viel aus, ein Vergleich lohnt sich hier besonders.
Öffne das Paket nach Möglichkeit vor einer Zeugin oder einem Zeugen oder filme das Auspacken, und melde Schäden oder fehlende Ware sofort. Wenn du lieber nichts per Post bekommen möchtest, bestellst du online und holst in der Filiale ab. Manche Händler bieten zusätzlich die Abholung bei Partnerstellen an.
Barren und Anlagemünzen verkaufst du am einfachsten an einen Edelmetallhändler. In der Filiale prüft der Händler die Stücke, nennt dir den Tagespreis und zahlt dir den Betrag aus oder überweist ihn. Beim Ankauf per Post meldest du deine Ware online an, bekommst einen festen Preis oder einen Preis zum Tag des Wareneingangs, verschickst sie versichert und erhältst das Geld per Überweisung.
Vergleiche die Ankaufspreise mehrerer Händler am selben Tag. Gängige Münzen und Barren bekannter Hersteller kauft fast jeder zu marktnahen Preisen, bei Sammlermünzen, beschädigten Verpackungen oder unbekannten Prägestätten gehen die Angebote stärker auseinander. Frag vorher, ob Prüfkosten oder Versandkosten vom Erlös abgezogen werden.
Alter Schmuck, einzelne Ohrringe, kaputte Ketten oder Zahngold enthalten oft mehr Wert, als man denkt. Entscheidend ist der Feingehalt, der meist als Stempel eingeprägt ist: 333 steht für 8 Karat, 585 für 14 Karat, 750 für 18 Karat. Händler und Scheideanstalten zahlen auf den reinen Goldanteil, abzüglich eines Abschlags für Prüfung und Schmelze. Steine, Perlen und Uhrwerke werden dabei in der Regel nicht vergütet.
Zahngold ist eine Legierung, die neben Gold oft Platin, Palladium und Silber enthält. Den genauen Wert ermittelt eine Scheideanstalt erst nach dem Schmelzen. Auch Bruchsilber lohnt sich: Echtes Silberbesteck trägt Stempel wie 800 oder 925. Versilbertes Besteck mit Stempeln wie 90 oder 100 enthält dagegen nur eine dünne Silberauflage und bringt kaum etwas.
Verkaufe Altgold bei einem Händler mit festem Geschäftssitz und sei bei der Prüfung möglichst dabei. Von Haustürgeschäften und kurzfristigen Ankaufaktionen in Hotels raten Verbraucherschützer ab. Wenn der Schmuck Erinnerungs- oder Designwert hat, lohnt sich vorher ein Gespräch mit einem Juwelier, denn der Händler zahlt nur den Metallwert.
Anlagegold ist nach § 25c UStG von der Umsatzsteuer befreit. Dazu zählen Goldbarren und -plättchen mit einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendsteln sowie Goldmünzen mit mindestens 900 Tausendsteln, die nach 1800 geprägt wurden, in ihrem Herkunftsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und üblicherweise höchstens 80 Prozent über ihrem Goldwert verkauft werden. Krügerrand, Maple Leaf und Philharmoniker erfüllen diese Bedingungen. Goldschmuck und Goldmedaillen dagegen nicht.
Silber, Platin, Palladium und die übrigen Platinmetalle werden mit dem Regelsatz von 19 Prozent besteuert. Bei der Differenzbesteuerung nach § 25a UStG versteuert der Händler nur seine Spanne, die Steuer wird auf der Rechnung nicht gesondert ausgewiesen. Das ist nur bei Münzen möglich, nicht bei Barren, und seit 2025 für neu eingeführte Silbermünzen weitgehend weggefallen.
Für Sammlermünzen aus Edelmetall, deren Preis mehr als das Zweieinhalbfache ihres Metallwerts beträgt, kann der ermäßigte Satz von 7 Prozent gelten. Die Finanzverwaltung hat diese Ausnahme Ende 2025 allerdings stark eingeschränkt, für gängige Anlagemünzen spielt sie keine Rolle. Welcher Steuersatz für ein Produkt gilt, steht auf der Produktseite und auf der Rechnung des Händlers.
Physische Edelmetalle im Privatvermögen gelten steuerlich nicht als Kapitalanlage, sondern als sonstiges Wirtschaftsgut. Verkaufst du Barren oder Münzen mehr als ein Jahr nach dem Kauf, ist der Gewinn nach § 23 EStG steuerfrei, egal wie hoch er ausfällt. Abgeltungsteuer fällt auf physisches Gold, Silber oder Platin nicht an.
Verkaufst du innerhalb eines Jahres, ist der Gewinn ein privates Veräußerungsgeschäft und wird mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Es gilt eine Freigrenze: Liegt der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften eines Jahres unter €1.000, bleibt er steuerfrei. Ab €1.000 ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber. Verluste kannst du nur mit Gewinnen aus solchen Geschäften verrechnen.
Bewahre deine Rechnungen auf, damit du Kaufdatum und Kaufpreis nachweisen kannst. Bei geerbtem Edelmetall zählt die Haltedauer der verstorbenen Person mit. Wer Edelmetall verleiht und dafür Erträge erhält, sollte vorher steuerlichen Rat einholen, weil sich die Haltefrist dann auf zehn Jahre verlängern kann.
Zuhause hast du jederzeit Zugriff, trägst aber das Risiko von Einbruch und Brand. Ein zertifizierter Tresor, der fest verankert ist, schützt besser als ein Versteck. Prüfe deine Hausratversicherung: Edelmetalle zählen dort zu den Wertsachen, und die Entschädigung ist oft auf niedrige Beträge begrenzt, wenn sie nicht in einem Tresor mit passender Sicherheitsstufe liegen.
Ein Bankschließfach kostet je nach Größe und Bank meist zwischen €50 und einigen Hundert Euro im Jahr. Der Inhalt ist nicht automatisch voll versichert. Viele Banken haben lange Wartelisten, und an Schließfächer kommst du nur zu den Öffnungszeiten.
Viele Händler bieten eine Lagerung in eigenen Hochsicherheitslagern oder bei Partnern an, teils auch im Ausland. Achte darauf, dass das Metall auf deinen Namen getrennt vom Vermögen des Händlers verwahrt wird und versichert ist. Das frühere Modell, Silber in einem deutschen Zolllager ohne Mehrwertsteuer zu kaufen, hat die Finanzverwaltung mit einem BMF-Schreiben vom 9. April 2026 für Privatanleger praktisch beendet. Für Gold spielt das keine Rolle, weil Anlagegold ohnehin steuerfrei ist.
Mit einem Sparplan kaufst du jeden Monat für einen festen Betrag Gold, Silber oder andere Metalle, oft schon ab €25 oder €50. Der Händler schreibt dir das Metall in Gramm gut und lagert es für dich. Auf Wunsch kannst du es dir ab einer bestimmten Menge als Barren oder Münzen ausliefern lassen.
Vergleiche die Kosten genau: Aufschläge auf den Kaufpreis, Lagergebühren, Kosten für die Auslieferung und für den Verkauf. Kläre auch, ob das Metall als dein Eigentum getrennt verwahrt wird. Steuerlich gilt für jeden einzelnen Kauf die Haltefrist von einem Jahr.
Münzen behalten ihren Wert am besten, wenn sie nicht angefasst werden. Münzkapseln aus Kunststoff schützen vor Kratzern und Fingerabdrücken, Münzrollen, Tubes und Masterboxen halten größere Mengen gleicher Münzen ordentlich zusammen. Viele Händler verkaufen passende Kapseln und Boxen direkt mit.
Etuis und Geschenkboxen sind für Taufe, Geburtstag oder Hochzeit beliebt. Für die Lagerung lohnen sich außerdem Baumwollhandschuhe, eine kleine Feinwaage und säurefreie Aufbewahrung, damit Silber nicht unnötig anläuft. Barren sollten in ihrer Originalverpackung bleiben, weil das den Rückverkauf erleichtert.
Ein seriöser Händler nennt im Impressum seinen vollständigen Firmennamen, eine ladungsfähige Anschrift, Telefonnummer und den Handelsregistereintrag. Diese Angaben kannst du im Handelsregister nachprüfen. Ein fester Geschäftssitz mit Ladengeschäft, eine längere Firmengeschichte und die Mitgliedschaft in einem Branchenverband wie dem Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels sind zusätzliche gute Zeichen.
Vorsicht ist geboten bei Preisen deutlich unter dem Marktpreis, bei Shops, die nur Vorkasse an ein Privatkonto oder ein Konto im Ausland akzeptieren, bei sehr neuen Internetadressen und bei Druck, sofort zu bezahlen. Kein Händler kann Gold dauerhaft unter dem Metallwert verkaufen. Wenn ein Angebot zu gut klingt, ist es das meistens auch.
Vor der ersten größeren Bestellung hilft ein kleiner Testkauf. Suche außerdem nach Erfahrungsberichten außerhalb der Händlerseite und achte bei der Überweisung auf die Empfängerprüfung deiner Bank. Passt der Name nicht zur IBAN, solltest du nicht überweisen.
Überlege zuerst, was du vorhast: Möchtest du kaufen oder verkaufen, lieber online oder in einer Filiale vor Ort? Wähle dann das Metall und die Form, die dich interessiert, zum Beispiel Gold als Barren oder Silber als Anlagemünze. Jeder weitere Haken grenzt die Liste ein, sodass am Ende nur Händler übrig bleiben, die alles Gewünschte anbieten.
Bei den Zahlungsarten unterscheidet der Vergleich zwischen Onlineshop und Filiale, weil viele Händler im Laden andere Möglichkeiten anbieten als im Netz. Unter Zustellung, Transport und Dienstleister findest du, ob ein Händler versichert verschickt, ab welchem Betrag der Versand kostenfrei ist und welcher Paketdienst oder Wertlogistiker liefert. Unter Leistungen stehen Angebote wie Lagerung, Sparplan, Prüfung und Schmelze oder Barzahlung ohne Termin.
Wer eine Filiale in der Nähe sucht, wählt sein Bundesland und auf Wunsch Samstagsöffnung. Sortieren kannst du nach Name, nach den niedrigsten Versandkosten oder nach der Zahl der Filialen. Ist die Auswahl zu klein geworden, nimm einzelne Haken wieder heraus. Aktuelle Preise, Lieferzeiten und Bedingungen findest du anschließend direkt beim Händler.
Ja, sofern es sich um Anlagegold handelt. Das sind Goldbarren mit mindestens 995 Tausendsteln Feingehalt und Goldmünzen wie Krügerrand, Maple Leaf oder Philharmoniker, die die gesetzlichen Bedingungen erfüllen. Goldschmuck, Goldmedaillen und Barren mit geringerem Feingehalt sind dagegen mehrwertsteuerpflichtig.
Goldmünzen mit mindestens 900 Tausendsteln Feingehalt, die nach 1800 geprägt wurden, in ihrem Herkunftsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und höchstens 80 Prozent über ihrem Goldwert verkauft werden. Das trifft auf alle gängigen Anlagemünzen zu. Die EU-Kommission veröffentlicht jedes Jahr ein Verzeichnis von Münzen, die diese Bedingungen erfüllen.
Die Steuerbefreiung im europäischen Mehrwertsteuerrecht gilt nur für Anlagegold. Silber wird rechtlich wie ein gewöhnlicher Rohstoff behandelt, deshalb fallen in Deutschland 19 Prozent an. Dasselbe gilt für Platin und Palladium.
Das hängt von deinem Anlagehorizont ab. Weil du die Mehrwertsteuer beim Verkauf nicht zurückbekommst, muss der Silberpreis zunächst um gut ein Fünftel steigen, bevor du ohne Verlust verkaufen kannst. Silber eignet sich daher eher für Anleger, die viele Jahre halten wollen und die stärkeren Preisschwankungen aushalten.
Der Händler versteuert nur seine Spanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, nicht den ganzen Preis. Dadurch waren solche Münzen früher günstiger. Seit 2025 gilt das für neu in die EU eingeführte Silbermünzen nicht mehr, differenzbesteuerte Ware gibt es nur noch vereinzelt, etwa aus Ankäufen von Privatleuten.
Nicht, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Dann ist der Gewinn bei physischem Gold im Privatvermögen steuerfrei. Verkaufst du früher, gilt der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft. Er bleibt nur steuerfrei, wenn deine Gewinne aus solchen Geschäften im Jahr insgesamt unter €1.000 liegen.
Am besten mit der Rechnung des Händlers, auf der Datum, Produkt und Preis stehen. Hebe sie so lange auf, wie du das Metall besitzt. Bei Käufen in der Filiale bekommst du ebenfalls eine Rechnung, auch wenn du bar bezahlst.
Bei Barzahlung ab €2.000. Diese Grenze gilt für alle Edelmetalle, also auch für Silber und Platin, und ebenso, wenn du Gold an den Händler verkaufst. Der Händler darf auch bei kleineren Beträgen einen Ausweis verlangen.
In den meisten Filialen ja. Ab €2.000 musst du dich ausweisen, und manche Händler setzen eigene Höchstbeträge für Bargeld oder bitten bei größeren Summen um eine Überweisung. Ab Juli 2027 sind Barzahlungen an Händler in der EU auf €10.000 begrenzt.
Nur in der Filiale mit Bargeld und unterhalb von €2.000. Online ist ein anonymer Kauf nicht möglich, weil du mit Namen bestellst und über ein Bankkonto bezahlst. Viele Händler verlangen auch bei kleineren Beträgen einen Ausweis.
Käufe, die erkennbar zusammengehören, werden zusammengerechnet. Wer einen größeren Betrag gezielt in mehrere Barzahlungen knapp unter €2.000 aufteilt, muss damit rechnen, dass der Händler ihn identifiziert und den Vorgang im Zweifel meldet.
Für den Einstieg sind gängige Anlagemünzen oft die einfachere Wahl, weil sie überall bekannt sind und sich leicht einzeln verkaufen lassen. Barren sind bei größeren Beträgen günstiger pro Gramm. Viele Anleger kombinieren beides.
Anlagemünzen werden in großen Mengen geprägt und knapp über dem Metallwert gehandelt, ihr Preis folgt fast nur dem Gold- oder Silberkurs. Sammlermünzen haben kleine Auflagen und besondere Motive, ihr Preis hängt vor allem von Seltenheit und Nachfrage ab. Wer auf den Metallwert setzt, fährt mit Anlagemünzen besser.
Größere Barren sind pro Gramm günstiger, kleinere lassen sich flexibler verkaufen. Viele Anleger wählen beim Gold Größen zwischen 20 und 100 Gramm als Kompromiss. Ein Kilobarren lohnt sich vor allem, wenn du sicher bist, dass du ihn nicht in Teilen verkaufen willst.
Ein Barren, der aus vielen kleinen Einheiten besteht, meist zu je einem Gramm. Du kannst einzelne Stücke abbrechen, zum Beispiel um sie zu verschenken oder kleine Mengen zu verkaufen. Dafür ist der Preis pro Gramm etwas höher als bei einem massiven Barren.
Der Händler muss die Ware prüfen, lagern, absichern und wieder verkaufen, und er verdient an der Spanne. Bei gängigen Goldmünzen und größeren Barren ist der Abstand klein, bei Silber kommt die Mehrwertsteuer hinzu, die der Händler beim Ankauf nicht erstattet.
Der Händler verpackt die Ware neutral und versendet sie über einen Paketdienst oder einen Wertlogistiker mit eigener Transportversicherung. Bis zur Übergabe an dich trägt er das Risiko. Bei größeren Werten ist oft eine persönliche Übergabe mit Unterschrift oder Ausweis vorgesehen.
Nimm ein offensichtlich beschädigtes Paket nach Möglichkeit nicht an oder lass den Schaden vom Zusteller bestätigen. Dokumentiere das Auspacken mit Fotos oder Video und melde dich sofort beim Händler. Weil der Händler bis zur Zustellung das Versandrisiko trägt, muss er sich um den Schaden kümmern.
Bei vielen Händlern mit Filialen ja. Du bestellst zum aktuellen Preis, bezahlst per Überweisung oder vor Ort und holst die Ware dann ab. Das spart Versandkosten und ist praktisch, wenn du größere Mengen nicht per Post bekommen möchtest.
Entweder in der Filiale, wo die Stücke geprüft und sofort bezahlt werden, oder per Post. Beim Postankauf meldest du die Ware online an, verschickst sie versichert und bekommst das Geld überwiesen. Vergleiche vorher die Ankaufspreise mehrerer Händler am selben Tag.
Bezahlt wird der reine Goldanteil, abzüglich eines Abschlags für Prüfung und Schmelze. 585er Gold enthält 58,5 Prozent Feingold, 750er Gold 75 Prozent. Steine und Verarbeitung werden meist nicht vergütet. Hole am besten zwei oder drei Angebote ein und sei bei der Prüfung dabei.
Oft ja, denn Zahngold enthält neben Gold häufig auch Platin, Palladium und Silber. Den genauen Wert ermittelt eine Scheideanstalt nach dem Schmelzen. Entferne vorher keine Zahnreste mit Gewalt, das übernimmt der Händler oder die Scheideanstalt.
Kaum. Versilbertes Besteck trägt Stempel wie 90 oder 100 und hat nur eine dünne Silberauflage. Massives Silberbesteck erkennst du an Stempeln wie 800, 835 oder 925, dafür zahlen Händler den Silberwert.
Das hängt von der Menge ab. Kleine Mengen sind in einem fest verankerten, zertifizierten Tresor zuhause gut aufgehoben, größere Werte in einem Bankschließfach oder einem professionellen Edelmetalllager. Wichtig ist, dass Versicherung und Zugriff zu deinen Bedürfnissen passen.
Nicht automatisch in voller Höhe. Viele Banken versichern den Inhalt nur bis zu einer bestimmten Summe, darüber brauchst du eine Zusatzversicherung. Frag bei deiner Bank nach den genauen Bedingungen.
In einem deutschen Zolllager in der Regel nicht mehr. Seit dem BMF-Schreiben vom 9. April 2026 ist der Kauf dort für Privatanleger umsatzsteuerpflichtig, wenn sie das Metall nicht selbst einführen oder ausführen. Bei Lagern im Ausland gelten die Regeln des jeweiligen Landes, bei einer späteren Lieferung nach Deutschland fällt Einfuhrumsatzsteuer an.
Für einzelne Münzen sind Kapseln sinnvoll, weil Kratzer und Fingerabdrücke den Wiederverkaufswert mindern können. Bei vielen gleichen Münzen sind Tubes oder Masterboxen praktischer. Barren lässt du am besten in der Originalverpackung.
Als kleine Beimischung können sie sinnvoll sein, wenn du die stärkeren Preisschwankungen tragen kannst. Beide Metalle kosten beim Kauf 19 Prozent Mehrwertsteuer, und der Abstand zwischen An- und Verkaufspreis ist größer als bei Gold. Als Grundstock eignet sich Gold besser.
Eher für erfahrene Käufer, die sehr langfristig planen. Es gibt keinen einheitlichen Marktpreis, jeder Stein wird einzeln bewertet, und der Rückverkauf liegt meist deutlich unter dem Kaufpreis. Achte auf ein anerkanntes Zertifikat und schriftliche Rückkaufbedingungen.
Warnzeichen sind Preise deutlich unter dem Marktpreis, ein lückenhaftes Impressum, nur Vorkasse auf ein Privat- oder Auslandskonto und eine sehr junge Internetadresse. Prüfe den Firmennamen im Handelsregister und achte auf die Empfängerprüfung deiner Bank bei der Überweisung.
Bei manchen Händlern ja, oft aber nur bis zu einem bestimmten Betrag oder für ausgewählte Produkte. Die Gebühren für diese Zahlungsarten sind bei Edelmetall mit seinen geringen Margen hoch. Für größere Bestellungen ist die Überweisung der übliche Weg.
Kaufe bei seriösen Händlern Barren von anerkannten Herstellern, am besten versiegelt mit Zertifikat und Seriennummer. Gewicht und Maße kannst du mit einer Feinwaage und einem Messschieber prüfen. Bei Zweifeln oder privaten Käufen lässt du das Stück von einem Händler oder einer Scheideanstalt testen.
Das ist von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich. Übliche Posten sind ein Aufschlag auf den Kaufpreis, Lagergebühren und Kosten für Auslieferung oder Verkauf. Vergleiche die Gesamtkosten über mehrere Jahre und achte darauf, dass das Metall als dein Eigentum getrennt verwahrt wird.
Ja. Beim Grenzübertritt aus der EU oder in die EU musst du Goldmünzen mit mindestens 90 Prozent Goldgehalt und Goldbarren ab 99,5 Prozent wie Bargeld beim Zoll anmelden, wenn der Gesamtwert zusammen mit deinem Bargeld €10.000 oder mehr beträgt. Innerhalb der EU musst du solche Werte auf Nachfrage des Zolls angeben.
Für die Erbschaftsteuer zählt der Wert des Goldes zum Nachlass, die Freibeträge hängen vom Verwandtschaftsgrad ab. Beim späteren Verkauf wird die Haltedauer der verstorbenen Person angerechnet. Hat sie das Gold länger als ein Jahr besessen, kannst du es steuerfrei verkaufen.