Lombardkredit Vergleich

Mit einem Lombardkredit (Wertschriftenkredit) beleihst du dein Depot: Die Bank leiht dir Geld, deine Wertschriften dienen als Sicherheit. Sollzinsen fallen in der Regel nur auf den tatsächlich genutzten Betrag an. Die Sätze sind variabel und können sich kurzfristig ändern.

In der Vergleichstabelle unten findest du die Konditionen verschiedener Anbieter, die Lombardkredite für Schweizer Privatanleger anbieten. Leitwährung der Sortierung ist der CHF-Sollzins.

Ein Lombardkredit ist je nach Anbieter nur für Wertschriftenkäufe zweckgebunden oder frei verwendbar. Frei verwendbare Lombardkredite, etwa von der Migros Bank, der Basellandschaftlichen Kantonalbank oder Crédit Agricole next bank, kannst du auch auf dein Privatkonto überweisen.

Bei Interactive Brokers geht das nur auf einem Umweg. Der Kredit wird nicht als Überweisung ausbezahlt. Du verkaufst liquide Wertschriften leer, zum Beispiel den Geldmarktfonds DBX0AN, und überweist das Cash, das im Depot entsteht.

Beispiel: Du eröffnest einen Short von €20k auf den DBX0AN, erhältst €20k Cash und überweist sie auf dein Privatkonto. Danach kaufst du für €20k denselben Fonds auf Margin und schliesst den Short. Zurück bleibt eine Margin-Schuld von −€20k, die du später ausgleichst.

Der Short dient dazu, zuerst einen positiven Cash-Bestand zu erzeugen, denn nur diesen kannst du auszahlen. Nach der Überweisung kaufst du den Geldmarktfonds auf Margin und löst den Short damit auf. Es fallen Spread, Transaktionskosten und laufende Margin-Zinsen an. So wird der IBKR-Kredit auch von der Schweiz aus sehr günstig nutzbar.

Über Box Spreads lässt sich bei IBKR noch günstiger Liquidität erzeugen. Das Vorgehen ist anspruchsvoller als der Short auf den Geldmarktfonds.

Risikohinweis: Fällt der Depotwert, kann die Bank Nachsicherheiten verlangen (Margin Call) oder Positionen verkaufen. Du kannst mehr verlieren als dein eingesetztes Kapital. Bei Verwendung des Lombardkredits für Investitionen gilt zu beachten, dass ein Kredithebel sowohl Gewinne als auch Verluste verstärkt.

Alle Sollzinssätze sind variabel. In der Spalte Konditionen steht jeweils eine Angabe zum Stand der Daten.

EUR: 5,308%
CHF: 0,00% (Aktionszins neue CHF-Kredite, Abschluss bis 31.12.2026, gilt bis 31.03.2027)
USD: 6,747%
GBP: 6,986%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Aktionszins 0% nur für neue CHF-Kredite mit Abschluss bis 31.12.2026, gültig bis 31.03.2027. Listenpreis CHF sonst 3,00%.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
beleihungsfähige Finanzanlagen
Verwendung
nicht zweckgebunden
EUR: 3,17%
CHF: 1,00%
USD: 4,67%
GBP: 4,76%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
VIP ab Einzahlung von CHF 1'000'000 oder einem bestimmten Handelsvolumen
Saxo Bank Schweiz, Kontostufe VIP. Sollzins p.a. nur auf die Nutzung.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften gemäß Saxo-Beleihungssätzen
Verwendung
nicht zweckgebunden
EUR: 3,80%
CHF: 1,45%
USD: 6,00%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Keine Kreditkommission und keine Kontoführungsgebühren
Publizierter Nettosatz: CHF 1,45% (seit 01.05.2025), EUR 3,80%, USD 6,00%. Mindestbetrag CHF 50'000 oder Gegenwert.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften gemäß BLKB-Belehnungswerten nach Anlageklasse
Verwendung
nicht zweckgebunden
EUR: 3,919%
CHF: 1,50%
USD: 5,38%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
IBKR Pro (IBKR Lite in der Schweiz nicht verfügbar). Erste Staffel: CHF 1,50% (0–90.000), EUR 3,919%, USD 5,380%.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften gemäß IBKR-Margin-Anforderungen
Verwendung
nicht zweckgebunden
Auszahlung möglich*
*Keine direkte Auszahlung per Überweisung, aber indirekt. Ein Short auf liquide Wertpapiere (z. B. Geldmarktfonds) erzeugt Cash, das ausgezahlt werden kann. Siehe genaue Beschreibung oben über der Vergleichstabelle.
EUR: 3,57%
CHF: 1,50%
USD: 5,17%
GBP: 5,26%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
Platinum ab Einlage von CHF 250'000 oder einem bestimmten Handelsvolumen
Saxo Bank Schweiz, Kontostufe Platinum. Sollzins p.a. nur auf die Nutzung.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften gemäß Saxo-Beleihungssätzen
Verwendung
nicht zweckgebunden
EUR: 4,17%
CHF: 2,00%
USD: 5,67%
GBP: 5,76%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
Classic: Standardstufe, keine Mindesteinlage
Saxo Bank Schweiz, Kontostufe Classic. Kein Mindestbetrag.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften gemäß Saxo-Beleihungssätzen
Verwendung
nicht zweckgebunden
CHF: 3,00%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung quartalsweise
0,25% vierteljährlich auf Darlehen und Limite
Aktuell 3,00% p.a. in CHF. Ab CHF 25'000. Auch EUR/USD möglich, weitere Währungen auf Anfrage.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften oder Rückkaufswert einer Versicherungspolice
Verwendung
nicht zweckgebunden
EUR: 5,917%
CHF: 3,50%
USD: 7,38%
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zinszahlung monatlich
IBKR-Partner für die Schweiz, nicht LYNX DE/AT. Sollzinsen Stand 28.09.2026, erste Staffel: CHF 3,50%, EUR 5,917%, USD 7,380%.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften im Margin-Konto (IBKR)
Verwendung
nicht zweckgebunden
–
Konditionen–
Zinssatz und Gebühren auf Anfrage. Kein Listenpreis.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften, Konditionen individuell
Verwendung
nicht zweckgebunden
–
Konditionen–
Zinssatz auf Anfrage.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften, Konditionen individuell
Verwendung
nicht zweckgebunden
–
Konditionen
Kommission und Bearbeitungsgebühr kostenlos
Kein veröffentlichter Zinssatz. Festzins für 1 Jahr, automatische Verlängerung, Laufzeit 5 Jahre. Währung CHF.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Anlagefonds- und Liquiditätsdepot
Verwendung
nicht zweckgebunden
–
Konditionen
Zinsen auf die Nutzung
Zusätzlich Kreditkommission auf Sollsalden, Höhe je Raiffeisenbank
Zinsen nur für die Nutzung. Zusätzlich eine Kreditkommission auf Sollsalden. Höhe je nach lokaler Raiffeisenbank, kein zentraler Listenpreis.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften, beleihbar je nach Raiffeisenbank
Verwendung
nicht zweckgebunden
–
Konditionen–
Zinssatz auf Anfrage.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften, Konditionen individuell
Verwendung
nicht zweckgebunden
–
Konditionen–
Kein Listenpreis. Factsheet: Kontokorrent ohne fixe Laufzeit, Zins vierteljährlich auf die Nutzung, plus Kreditkommission.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften, Konditionen individuell
Verwendung
nicht zweckgebunden
–
Konditionen–
Zinssatz auf Anfrage.
Letzte Prüfung: 04.10.2026
Beleihung
Wertschriften, Konditionen individuell
Verwendung
nicht zweckgebunden
–
Konditionen
Kein Lombardkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Lombardkredit
Beleihung–
Verwendung–
–
Konditionen
Kein Lombardkredit
Beleihung–
Verwendung–

Was ist ein Lombardkredit?

Ein Lombardkredit ist ein Kredit, den dir eine Bank gegen die Verpfändung deiner Wertschriften gewährt. Du erhältst eine Kreditlimite, also einen Höchstbetrag, bis zu dem du Geld beziehen kannst. Deine Aktien, Obligationen, Fonds und ETFs bleiben in deinem Depot und gehören weiterhin dir. Dividenden und Kursgewinne fliessen dir wie bisher zu.

In der Schweiz ist Lombardkredit der gängige Begriff. Daneben hörst du auch Wertschriftenkredit, Wertpapierkredit oder bei Online-Brokern Margin-Kredit. Gemeint ist in allen Fällen ein Kredit, der durch Wertschriften gedeckt ist. Bei manchen Banken kann auch der Rückkaufswert einer Lebensversicherung als Sicherheit dienen.

Für die Bank steht die Sicherheit im Vordergrund, nicht dein Einkommen. Deshalb sind die Zinsen meist tiefer als bei einem Privatkredit. Angeboten wird der Lombardkredit von Kantonalbanken, Grossbanken, Privatbanken und Online-Brokern. Kantonal- und Privatbanken vereinbaren den Zins oft individuell, Online-Broker veröffentlichen ihre Sätze meist auf ihrer Website.

Belehnungswert und Kreditlimite an einem Beispiel

Die Bank rechnet nicht mit dem Kurswert deines Depots, sondern mit dem Belehnungswert, auch Beleihungswert genannt. Dafür multipliziert sie den Kurswert jeder Position mit einer Belehnungsquote. Das ist ein Prozentsatz, der vom Risiko des Titels abhängt. Die Summe dieser Werte bildet die Obergrenze für deine Kreditlimite.

Ein Beispiel: Du besitzt ein Depot mit Aktien und ETFs im Wert von 80'000 Franken. Die Bank belehnt diese Titel zu 50%. Deine Kreditlimite beträgt somit 40'000 Franken. Du beziehst 25'000 Franken und lässt 15'000 Franken als Reserve stehen.

Danach fallen die Kurse um 30%. Dein Depot ist noch 56'000 Franken wert, der Belehnungswert sinkt auf 28'000 Franken. Der Kredit von 25'000 Franken ist weiterhin gedeckt, die Reserve beträgt aber nur noch 3'000 Franken. Unterdeckt wäre der Kredit erst, wenn das Depot unter 50'000 Franken fällt, also um 37,5% gegenüber dem Anfangswert.

Hättest du die ganze Limite von 40'000 Franken bezogen, wäre der Kredit nach dem Rückgang um 12'000 Franken unterdeckt. Die Bank würde dich auffordern, diese Lücke zu schliessen. Was das konkret bedeutet, zeigt der Abschnitt über Risiken und Margin Call.

Obligationen guter Schuldner und Geldmarktfonds werden in der Regel höher belehnt als Aktien, grosse Standardwerte höher als kleine Gesellschaften. Strukturierte Produkte mit Hebel und Optionen zählen oft gar nicht. Kryptowährungen akzeptieren nur einzelne Anbieter, und dann nur mit einem Teil ihres Werts. Die Quoten der einzelnen Anbieter siehst du, soweit veröffentlicht, in der Vergleichstabelle oben.

Wann ein Lombardkredit sinnvoll ist und wann nicht

Ein Lombardkredit eignet sich besonders, wenn du vorübergehend Liquidität brauchst und deine Wertschriften nicht verkaufen willst. Das kann die Überbrückung bis zum Eingang einer grösseren Zahlung sein, eine Steuerrechnung oder eine Anschaffung, deren Kosten du in einigen Monaten zurückzahlen kannst. Dein Anlageplan bleibt unverändert, und du musst keine Titel zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen.

Auch für zusätzliche Anlagen wird der Lombardkredit genutzt. Wer mit geliehenem Geld investiert, verstärkt Gewinne und Verluste. Das kann aufgehen, wenn die Anlagen langfristig mehr abwerfen, als der Kredit kostet. In der Schweiz hat diese Verwendung zudem eine steuerliche Seite: Eine starke Fremdfinanzierung von Wertschriften kann ein Hinweis auf gewerbsmässigen Wertschriftenhandel sein. Mehr dazu erfährst du in den häufigen Fragen zu den Steuern.

Lombardkredite können an einen Zweck gebunden oder frei verwendbar sein. Die Lombardkredite in unserem Vergleich sind alle frei verwendbar, einzelne Verwendungen können die Kreditbedingungen aber ausschliessen. Bei Crédit Agricole next bank ist der Wertschriftenkredit sogar ausdrücklich für Projekte ausserhalb des Depots gedacht. Die Verwendungsregeln der Anbieter findest du in der Vergleichstabelle oben.

Weniger geeignet ist ein Lombardkredit für Ausgaben, die du nicht absehbar zurückzahlen kannst, oder als Ersatz für eine Hypothek. Für eine Liegenschaft gibt es Finanzierungen mit langen Zinsbindungen, die nicht von der Börsenentwicklung abhängen.

Zinsen, Kosten und Währung

Der Zins für einen Lombardkredit ist in der Regel variabel. Viele Anbieter berechnen ihn als Referenzzinssatz plus Aufschlag. Bei Franken-Krediten kann das zum Beispiel der SARON sein, der Referenzzinssatz für den Schweizer Franken. Internationale Broker verwenden einen eigenen Benchmark je Währung. Einzelne Banken bieten auch feste Vorschüsse an, bei denen der Zins für eine bestimmte Periode gilt, etwa für ein Jahr.

Zinsen zahlst du meist nur auf den bezogenen Betrag. Ein Rechenbeispiel mit einem angenommenen Zinssatz von 4% pro Jahr: Beziehst du 25'000 Franken für ein Jahr, kostet dich das rund 1'000 Franken. Beachte aber mögliche Zusatzkosten. Einige Banken verrechnen eine Kreditkommission, also eine Gebühr zusätzlich zum Zins, etwa auf den Sollsaldo oder sogar auf die ganze Limite. Bei der Migros Bank fällt zum Beispiel eine vierteljährliche Kommission auf Darlehen und Limite an, bei Raiffeisen eine Kreditkommission auf Sollsalden, deren Höhe je nach Raiffeisenbank variiert.

Bei vielen Anbietern kannst du den Kredit auch in Euro oder US-Dollar beziehen. Massgebend ist der Zins der Währung, in der deine Schuld besteht. Ein Kredit in Euro kann günstiger oder teurer sein als einer in Franken, je nach Zinsniveau. Er bringt aber ein Wechselkursrisiko mit sich: Steigt der Euro gegenüber dem Franken, wächst deine Schuld in Franken gerechnet, auch wenn du nichts zusätzlich beziehst.

Risiken und Margin Call

Sinkt der Wert deiner Wertschriften, sinkt auch der Belehnungswert. Deine Schuld bleibt dagegen gleich. Fällt der Belehnungswert unter den bezogenen Betrag, ist der Kredit unterdeckt, und die Bank verlangt zusätzliche Sicherheiten. Bei Online-Brokern heisst das Margin Call, bei Banken spricht man von einer Nachschussforderung.

Um die Lücke zu schliessen, zahlst du Geld ein oder verkaufst Titel. Im Beispiel oben fehlen nach dem Kursrückgang 12'000 Franken. Eine Einzahlung von 12'000 Franken stellt die Deckung wieder her. Verkaufst du stattdessen Wertschriften, brauchst du einen Erlös von 24'000 Franken. Bei einer Belehnungsquote von 50% senkt jeder verkaufte Franken zwar die Schuld um einen Franken, aber auch den Belehnungswert um 50 Rappen. Unter dem Strich verbessert sich die Deckung also nur um 50 Rappen.

Reagierst du nicht innerhalb der gesetzten Frist, darf die Bank deine Titel selbst verkaufen. Diese Zwangsverwertung, bei Online-Brokern Glattstellung genannt, findet häufig in einem fallenden Markt statt und macht Verluste endgültig. Interactive Brokers setzt keine Frist: Sobald die Mindestanforderung unterschritten ist, verkauft der Broker automatisch so viele Positionen, bis sie wieder erfüllt ist.

Bei Krediten in Fremdwährung kommt das Wechselkursrisiko hinzu. Besteht dein Depot überwiegend aus Franken-Titeln und lautet deine Schuld auf Euro, verschlechtert sich die Deckung von zwei Seiten, wenn die Kurse fallen und gleichzeitig der Euro steigt. Halte deshalb ausreichend Abstand zur Limite und belehne vorzugsweise breit diversifizierte Wertschriften.

Rückzahlung: flexibel oder mit fester Laufzeit

Die meisten Lombardkredite laufen als Kontokorrentkredit, also als Limite auf einem laufenden Konto. Es gibt keine feste Laufzeit und keine Raten. Du zahlst zurück, wann und in welchem Umfang du willst, indem du Geld einzahlst oder Wertschriften verkaufst. Auf den zurückbezahlten Betrag fallen ab sofort keine Zinsen mehr an.

Daneben gibt es feste Vorschüsse mit vereinbarter Zinsperiode. Bei Crédit Agricole next bank etwa gilt der Zins jeweils für ein Jahr und verlängert sich automatisch. Zurückzahlen kannst du dort jeweils auf das Ende einer Zinsperiode, ohne Vorfälligkeitsentschädigung, also ohne Gebühr für die frühere Rückzahlung. Bei solchen Vorschüssen gelten die Rückzahlungsregeln aus dem Vertrag.

Auch die Bank kann den Kredit beenden oder anpassen. Kontokorrent-Lombardkredite sind oft jederzeit kündbar, und die Bank kann Belehnungsquoten senken, wenn sie das Risiko eines Titels neu einschätzt. Plane deshalb so, dass du den Kredit notfalls auch kurzfristig zurückführen könntest.

Auszahlung auf dein Privatkonto

Bei einer Schweizer Bank wird der Lombardkredit meist als Limite auf einem Konto bei derselben Bank eingerichtet oder als Vorschuss gutgeschrieben. Ist der Kredit frei verwendbar, kannst du das Geld von dort wie gewohnt auf dein Privatkonto überweisen. Ist er an Wertschriftenkäufe gebunden, bleibt das Geld im Depot.

Interactive Brokers zahlt einen Kredit nicht direkt aus, sondern überweist nur Guthaben. Du kannst aber zuerst einen liquiden Geldmarktfonds leer verkaufen, zum Beispiel den DBX0AN. Leer verkaufen heisst, dass du Fondsanteile verkaufst, die du dir dafür vom Broker leihst. Den Erlös überweist du auf dein Privatkonto. Danach kaufst du den Fonds auf Kredit zurück. Die Short-Position ist damit geschlossen, und übrig bleibt eine Schuld bei Interactive Brokers.

Da der DBX0AN in Euro gehandelt wird, entsteht in diesem Beispiel eine Schuld in Euro. Wenn du deine Ausgaben in Franken hast, trägst du damit ein Wechselkursrisiko. Liegt dein Privatkonto in Franken, tauschst du die Euro am besten schon im Konto bei Interactive Brokers, bevor du sie überweist. Die einzelnen Schritte und Kosten dieses Vorgehens erklären wir ausführlich über der Vergleichstabelle.

Worauf du beim Vergleich achtest

Vergleiche den Zins in der Währung, in der du den Kredit tatsächlich brauchst. Ein tieferer Zins in Euro oder Dollar hilft dir wenig, wenn du Franken benötigst und das Wechselkursrisiko nicht tragen willst. Prüfe zudem, ob der Zins nur auf den bezogenen Betrag anfällt und ob Kreditkommissionen oder andere Gebühren dazukommen. Befristete Aktionszinsen gelten nur für den angegebenen Zeitraum; danach gilt der reguläre Satz.

Achte ausserdem auf die Belehnungsquoten für deine eigenen Titel, auf einen allfälligen Mindestbetrag und auf die Verwendungsregeln. Bei Banken ohne veröffentlichten Zins lohnt es sich, eine schriftliche Offerte einzuholen und sie mit den publizierten Sätzen der Online-Broker zu vergleichen.

Einen Lombardkredit erhältst du nur auf Wertschriften, die bei der kreditgebenden Bank liegen. PostFinance und Yuh bieten zum Beispiel keinen Lombardkredit an. Liegt dein Depot dort, musst du ein Depot bei einem anderen Anbieter eröffnen und die Titel übertragen lassen. Für einen Depotübertrag verlangen Schweizer Banken häufig eine Gebühr pro Position. Einige Anbieter übernehmen diese Kosten oder zahlen eine Prämie für den Wechsel.

Häufige Fragen

Was ist ein Lombardkredit?

Ein Lombardkredit ist ein Kredit, den dir eine Bank gegen die Verpfändung deiner Wertschriften gewährt. Sie räumt dir eine Kreditlimite ein, also einen Höchstbetrag, bis zu dem du nach Bedarf Geld beziehen kannst. Deine Aktien, Obligationen und Fonds bleiben in deinem Depot. Dividenden, Zinsen und Kursgewinne stehen weiterhin dir zu.

Wie hoch die Limite ist, bestimmt der Belehnungswert. Die Bank rechnet dafür jede Position mit einer Belehnungsquote an, also mit dem Prozentsatz des Kurswerts, den sie als Sicherheit akzeptiert. Bei einem Depot von 60'000 Franken und einer Belehnungsquote von 50% ergibt sich eine Limite von 30'000 Franken. Sinken die Kurse, sinkt auch die Limite. Übersteigt dein Bezug dann den Belehnungswert, musst du Geld einschiessen oder Titel verkaufen.

Meist läuft der Lombardkredit als Kontokorrentkredit, also als Limite auf einem laufenden Konto, ohne feste Laufzeit und ohne Raten. Daneben bieten einige Banken feste Vorschüsse mit vereinbarter Laufzeit an. Gebräuchliche Synonyme sind Wertschriftenkredit, Wertpapierkredit und Margin-Kredit.

Sind Lombardkredit und Wertpapierkredit dasselbe?

In aller Regel ja. Beide Begriffe meinen einen Kredit, der durch verpfändete Wertschriften gedeckt ist. Streng genommen ist der Lombardkredit weiter gefasst und kann auch durch andere Pfänder gedeckt sein, etwa durch den Rückkaufswert einer Lebensversicherung. In der Schweiz ist Lombardkredit die übliche Bezeichnung, vor allem bei Kantonal-, Gross- und Privatbanken. Wertpapierkredit ist eher in Deutschland gebräuchlich. Wertschriftenkredit verwenden einzelne Banken, Margin-Kredit vor allem Online-Broker.

Über die Konditionen sagt der Name wenig. Ob du das Geld frei verwenden darfst, ob eine Kreditkommission anfällt und ob eine feste Laufzeit gilt, regelt jeder Anbieter selbst. Vergleiche deshalb die Kreditbedingungen und nicht die Produktbezeichnung.

Wofür darf ich das Geld aus dem Lombardkredit verwenden?

Das legt die Bank im Kreditvertrag fest. Viele Lombardkredite sind frei verwendbar. Du kannst das Geld dann zum Beispiel für eine Steuerrechnung, eine Anschaffung oder die Überbrückung bis zu einer erwarteten Zahlung einsetzen. Der Wertschriftenkredit von Crédit Agricole next bank ist sogar ausdrücklich für Projekte ausserhalb des Depots gedacht.

Bei allen Anbietern in unserem Vergleich ist der Lombardkredit nicht an Wertschriftenkäufe gebunden. Einzelne Verwendungen können die Kreditbedingungen trotzdem ausschliessen. Lies diese deshalb vor dem Abschluss.

In der Vergleichstabelle oben ist bei jedem Anbieter vermerkt, ob sein Lombardkredit an einen Zweck gebunden ist. Massgebend ist der Kreditvertrag, den du vor dem Abschluss erhältst.

Kann ich den Lombardkredit auf mein Privatkonto auszahlen lassen?

Bei frei verwendbaren Lombardkrediten von Schweizer Banken ist das in der Regel möglich. Die Bank führt den Kredit meist als Limite auf einem Konto bei sich oder schreibt ihn als Vorschuss gut. Von dort überweist du das Geld auf dein Privatkonto. Ob eine Überweisung an eine andere Bank erlaubt ist, regelt der Kreditvertrag.

Bei Interactive Brokers geht das nur über einen Umweg, weil der Broker ausschliesslich Guthaben überweist. Du verkaufst zuerst Anteile eines liquiden Geldmarkt-ETFs wie des DBX0AN leer, zum Beispiel für 20'000 Euro. Das ist ein börsengehandelter Fonds, der ungefähr den Tagesgeldzins abbildet. Leer verkaufen heisst, dass du Anteile verkaufst, die du dir dafür vom Broker leihst. Den Erlös überweist du auf dein Privatkonto. Danach kaufst du die gleiche Anzahl Anteile mit Kredit zurück und schliesst damit die Short-Position, also den offenen Leerverkauf. Übrig bleibt eine Schuld von rund 20'000 Euro bei Interactive Brokers.

Weil der DBX0AN in Euro gehandelt wird, ist diese Schuld eine Euro-Schuld mit Wechselkursrisiko gegenüber dem Franken. Liegt dein Privatkonto in Franken, tauschst du die Euro am besten vorher im Konto bei Interactive Brokers in Franken. Sonst rechnet deine Bank sie zu ihrem meist ungünstigeren Kurs um. Die Schuld bei Interactive Brokers bleibt dabei in Euro. Kosten fallen für den Spread, die Ordergebühren und die Margin-Zinsen an, also die Kreditzinsen auf den negativen Kontostand. Die Schritte im Detail beschreiben wir über der Vergleichstabelle.

Welche Risiken hat ein Lombardkredit?

Das wichtigste Risiko ist ein Kurseinbruch. Fällt der Wert deiner Wertschriften, sinkt der Belehnungswert, deine Schuld bleibt aber gleich. Wird der Kredit dadurch unterdeckt, musst du Geld einschiessen oder Titel verkaufen. Andernfalls verkauft die Bank selbst, oft zu tiefen Kursen.

Investierst du den Kredit an der Börse, verstärkt er Gewinne wie Verluste. Ein Beispiel: Du besitzt Wertschriften für 100'000 Franken und kaufst mit einem Lombardkredit für weitere 25'000 Franken dazu. Fallen die Kurse um 20%, ist dein Depot noch 100'000 Franken wert. Nach Abzug des Kredits bleiben dir 75'000 Franken. Das sind 25% weniger als dein eigenes Kapital, obwohl der Markt nur um 20% gefallen ist.

Dazu kommen das Zinsrisiko, weil die Sätze meist variabel sind, und bei Krediten in Euro oder Dollar das Wechselkursrisiko. Plane den Kredit so, dass du einen deutlichen Kursrückgang überstehst, ohne verkaufen zu müssen.

Was ist ein Margin Call?

Ein Margin Call ist die Aufforderung, zusätzliche Deckung zu leisten, weil der Belehnungswert deines Depots unter den bezogenen Kreditbetrag gefallen ist. Der Begriff stammt aus dem englischsprachigen Wertpapierhandel auf Kredit. Schweizer Banken sprechen auch von einer Nachschussforderung.

Üblicherweise zahlst du Geld ein oder verkaufst Titel und verwendest den Erlös zur Rückzahlung. Weitere Wertschriften einzuliefern, ist auch möglich, braucht aber meist mehr Zeit. Banken setzen dir dafür in der Regel eine Frist. Verstreicht sie ungenutzt, darf die Bank die verpfändeten Wertschriften verwerten, also verkaufen. Bei Interactive Brokers gibt es keine solche Frist: Der Broker verkauft automatisch, sobald dein Konto die Mindestdeckung unterschreitet, die er für deine Positionen verlangt.

Ein Beispiel: Dein Depot ist 150'000 Franken wert, die Belehnungsquote beträgt 60%, und du hast 80'000 Franken bezogen. Nach einem Kursrückgang um 20% ist das Depot noch 120'000 Franken wert, der Belehnungswert 72'000 Franken. Es fehlen 8'000 Franken. Du kannst 8'000 Franken einzahlen oder Titel für 20'000 Franken verkaufen. Mit dem Verkauf sinkt nämlich auch der Belehnungswert, sodass jeder verkaufte Franken die Deckung nur um 40 Rappen verbessert.

Wird ein Lombardkredit bei der ZEK oder der IKO gemeldet?

Bei der IKO in der Regel nicht, bei der ZEK ist eine Meldung möglich. Die IKO, die Informationsstelle für Konsumkredit, erfasst Kredite, die unter das Konsumkreditgesetz fallen. Kredite, die durch bankübliche Sicherheiten wie verpfändete Wertschriften gedeckt sind, nimmt das Gesetz in der Regel von seinem Geltungsbereich aus. Deshalb gibt es für einen Lombardkredit meist weder eine IKO-Meldung noch die gesetzliche Kreditfähigkeitsprüfung.

Die ZEK, die Zentralstelle für Kreditinformation, ist ein Verein, dem Banken, Kreditkarten- und Leasinggesellschaften angehören. Ob dein Lombardkredit dort erfasst wird, hängt davon ab, ob deine Bank Mitglied ist und welche Kredite sie meldet. Ein pünktlich bedienter Kredit ist kein negativer Eintrag. Er kann aber bei einer späteren Kreditprüfung berücksichtigt werden.

Ausländische Broker wie Interactive Brokers sind in der Regel nicht an die ZEK angeschlossen. Welche Daten über dich gespeichert sind, erfährst du mit einem kostenlosen Auskunftsgesuch nach dem Datenschutzgesetz bei der ZEK und bei der IKO.

Sind die Zinsen fest oder variabel?

Bei einem Lombardkredit in Kontokorrentform ist der Zins in der Regel variabel. Die Bank kann ihn anpassen, wenn sich das Zinsumfeld ändert.

Viele Anbieter berechnen den Zins aus einem Referenzzinssatz und einem Aufschlag. Bei Franken kann das der SARON sein, der Referenzzinssatz für den Schweizer Franken, bei internationalen Brokern ein eigener Benchmark je Währung. Andere Banken setzen ihren Satz selbst fest. Beachte auch befristete Aktionszinsen: Sie gelten nur für einen bestimmten Zeitraum, danach gilt der reguläre Satz.

Einen festen Zins erhältst du bei einem festen Vorschuss mit vereinbarter Zinsperiode. Bei Crédit Agricole next bank gilt der Zins zum Beispiel jeweils für ein Jahr, bei UBS sind feste Vorschüsse ab 100'000 Franken für bis zu 24 Monate möglich. Die Sätze in der Vergleichstabelle oben geben den Stand der letzten Prüfung wieder.

Wie und wann zahle ich einen Lombardkredit zurück?

Bei einem Kontokorrent-Lombardkredit entscheidest du selbst, wann und wie viel du zurückzahlst. Es gibt keine Raten und keine feste Laufzeit. Du zahlst Geld auf das Kreditkonto ein oder verkaufst Wertschriften und verwendest den Erlös. Auf den zurückbezahlten Betrag fallen ab sofort keine Zinsen mehr an.

Bei einem festen Vorschuss gilt die vereinbarte Laufzeit. Ohne Vorfälligkeitsentschädigung, also ohne Gebühr für eine frühere Rückzahlung, kannst du dann oft nur auf das Ende einer Zinsperiode zurückzahlen. Kläre die Bedingungen vor dem Abschluss.

Auch die Bank kann eine Rückzahlung verlangen, wenn die Deckung nicht mehr reicht oder wenn sie den Kredit kündigt. Kontokorrent-Lombardkredite sind häufig jederzeit kündbar, bei Raiffeisen zum Beispiel per sofort. Halte deshalb Reserven bereit oder beziehe nur einen Teil der Limite.

Gibt es versteckte Gebühren?

Wirklich versteckte Gebühren sind selten, einzelne Kosten aber leicht zu übersehen. Einige Schweizer Banken verrechnen neben dem Zins eine Kreditkommission, also eine zusätzliche Gebühr. Sie kann auf den bezogenen Betrag oder sogar auf die ganze Limite anfallen. Bei der Migros Bank fällt zum Beispiel vierteljährlich eine Kommission auf Darlehen und Limite an. Bei Raiffeisen kommt eine Kreditkommission auf Sollsalden hinzu, deren Höhe je nach Raiffeisenbank variiert.

Andere Anbieter verzichten ausdrücklich auf solche Gebühren, die Basellandschaftliche Kantonalbank zum Beispiel auf Kreditkommission und Kontoführungsgebühren. Prüfe deshalb immer das Gebührenverzeichnis und rechne eine allfällige Kommission zum Zins hinzu, bevor du Angebote vergleichst.

Indirekte Kosten entstehen durch Courtagen, also Ordergebühren, beim Kauf und Verkauf von Wertschriften. Bei Schweizer Banken kommt die eidgenössische Umsatzabgabe hinzu, bei Krediten in Fremdwährung die Wechselkursspanne. Bei der Auszahlung über Interactive Brokers zahlst du ausserdem Spread und Ordergebühren.

Wie hoch kann ich mein Depot belehnen?

Das hängt von deinen Wertschriften und von der Bank ab. Für grosse, liquide Aktien und breit diversifizierte Fonds sind Belehnungsquoten von etwa 50% bis 70% üblich. Obligationen guter Schuldner und Geldmarktfonds werden oft höher belehnt, kleine Gesellschaften und wenig gehandelte Titel tiefer. Hebelprodukte und viele strukturierte Produkte zählen meist nicht.

Ein Beispiel: Du besitzt Obligationen für 40'000 Franken mit einer Quote von 80% und Aktien für 60'000 Franken mit 50%. Dein Belehnungswert beträgt 32'000 plus 30'000 Franken, also 62'000 Franken. Das sind 62% deines Depotwerts von 100'000 Franken.

Viele Kantonal- und Privatbanken legen die Belehnung individuell fest und veröffentlichen keine Quoten. Die publizierten Werte findest du in der Vergleichstabelle oben.

Kann ich mein Depot umschichten, solange der Kredit läuft?

Ja, du kannst weiterhin Titel kaufen und verkaufen. Den Belehnungswert, also den als Sicherheit angerechneten Teil deines Depots, berechnet die Bank nach jeder Änderung neu.

Dabei kann sich die Limite verändern, auch wenn der Depotwert gleich bleibt. Ersetzt du zum Beispiel Obligationen im Wert von 20'000 Franken, die zu 80% belehnt werden, durch Aktien eines kleinen Unternehmens mit einer Quote von 30%, sinkt dein Belehnungswert um 10'000 Franken. Übersteigt dein Bezug danach den neuen Belehnungswert, ist der Kredit unterdeckt.

Kläre vor einer grösseren Umschichtung deshalb, wie die neuen Titel belehnt werden. Bist du nahe an der Limite, zahle vorher einen Teil zurück.

Kann ich die Schuldzinsen von den Steuern abziehen?

Bis und mit Steuerjahr 2028 in der Regel ja, innerhalb gesetzlicher Grenzen. Bei der direkten Bundessteuer kannst du private Schuldzinsen bis zur Höhe deiner steuerbaren Vermögenserträge plus 50'000 Franken abziehen, in den Kantonen gilt dieselbe Obergrenze. Unabhängig davon mindert die Schuld dein steuerbares Vermögen bei der Vermögenssteuer.

Ab dem 1. Januar 2029 ändert sich das mit der Abschaffung des Eigenmietwerts. Private Schuldzinsen sind dann nur noch im Verhältnis deiner vermieteten oder verpachteten Liegenschaften zu deinem Gesamtvermögen abziehbar. Besitzt du keine solche Liegenschaft, kannst du die Zinsen eines Lombardkredits ab dann nicht mehr abziehen.

Kursgewinne auf Wertschriften im Privatvermögen sind in der Regel steuerfrei, Dividenden und Zinsen dagegen als Einkommen steuerbar. Vorsicht ist geboten, wenn du mit dem Lombardkredit in grösserem Umfang Wertschriften kaufst.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt im Kreisschreiben Nr. 36 fünf Kriterien. Sind alle gleichzeitig erfüllt, gilt dein Handel in jedem Fall als private Vermögensverwaltung. Eines davon lautet, dass die Käufe nicht fremdfinanziert sind oder die steuerbaren Vermögenserträge die anteiligen Schuldzinsen übersteigen. Fehlt ein Kriterium, bist du nicht automatisch gewerbsmässiger Händler; die Steuerbehörde prüft dann den Einzelfall. Gilt dein Handel als gewerbsmässig, sind Kursgewinne als Einkommen steuerbar, und es fallen zusätzlich AHV-Beiträge an.

Diese Hinweise ersetzen keine Steuerberatung. Wie der Abzug in deinem Kanton bemessen wird und wie deine Wertschriftengeschäfte eingestuft werden, klärst du am besten mit einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder direkt mit der Steuerverwaltung.

Kann ich ein Depot bei einer anderen Bank belehnen lassen?

In der Regel nicht. Banken gewähren einen Lombardkredit fast immer nur auf Wertschriften, die bei ihnen im Depot liegen und an sie verpfändet sind. Nur dann kann die Bank die Deckung laufend überwachen und die Titel im Notfall verwerten.

Möchtest du den Lombardkredit einer anderen Bank nutzen, eröffnest du dort ein Depot und lässt die gewünschten Titel übertragen. Das Formular erhältst du von der neuen Bank. Erst nach der Einbuchung prüft sie, welche Titel sie belehnt und zu welcher Quote.

Für Depotüberträge verlangen Schweizer Banken häufig eine Gebühr pro Position. Einige Anbieter übernehmen diese Kosten ganz oder teilweise. Du musst nicht alle Titel übertragen, sondern nur jene, die du belehnen möchtest.

Was tue ich, wenn mein Broker keinen Lombardkredit anbietet?

Dann brauchst du ein Depot bei einer Bank oder einem Broker, der einen Lombardkredit anbietet. Einen Lombardkredit erhältst du nur auf Wertschriften, die beim kreditgebenden Institut liegen. PostFinance und Yuh bieten zum Beispiel keinen Lombardkredit an.

Dein bisheriges Depot kannst du behalten. Prüfe aber, ob dafür Depotgebühren anfallen, denn bei vielen Schweizer Banken kostet die Depotführung Geld. Die Titel, die du belehnen möchtest, kannst du ganz oder teilweise ins neue Depot übertragen lassen. Das Übertragungsformular stellt dir der neue Anbieter zur Verfügung.

In der Schweiz ist ein Depotübertrag oft kostenpflichtig, häufig mit einer Gebühr pro Position. Manche Anbieter übertragen kostenlos oder zahlen eine Prämie, die die Kosten ausgleicht.

Planst du ohnehin neue Anlagen, kannst du das alte Depot unverändert lassen und die Käufe im neuen Depot tätigen. So entsteht dort ein Bestand, den du belehnen kannst.

Bist du in der Schweiz steuerpflichtig, kann auch ein Verkauf mit anschliessendem Neukauf sinnvoll sein. Kursgewinne auf Wertschriften im Privatvermögen sind in der Regel steuerfrei, solange du nicht als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler eingestuft wirst. Courtagen für Verkauf und Kauf fallen trotzdem an, bei Schweizer Banken zusätzlich die eidgenössische Umsatzabgabe. Bei einer Steuerpflicht in Deutschland oder Österreich ist dieser Weg wegen der Kapitalertragsteuer meist ungünstig.

Ein Beispiel: Du hältst bei deiner bisherigen Bank einige Einzelaktien, die du ohnehin durch einen breit diversifizierten ETF ersetzen willst. Du verkaufst die Aktien, lässt dir den Erlös auf dein Privatkonto auszahlen und überweist ihn an den neuen Anbieter. Dort kaufst du den ETF und kannst ihn anschliessend belehnen. Ob sich der Wechsel rechnet, prüfst du vorher anhand der Gebühren.

In welcher Währung sollte ich den Kredit aufnehmen?

Am einfachsten ist ein Kredit in der Währung, in der du das Geld ausgibst, für die meisten Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz also in Franken. Dann trägst du auf der Schuldenseite kein Wechselkursrisiko.

Ein Kredit in Euro oder US-Dollar hat einen anderen Zinssatz als ein Franken-Kredit, je nach Zinsniveau der jeweiligen Währung. Dafür trägst du ein Wechselkursrisiko. Ein Beispiel: Du beziehst 20'000 Euro bei einem Kurs von 0.95 Franken pro Euro und tauschst sie in 19'000 Franken. Steigt der Euro auf 1.05 Franken, musst du für die Rückzahlung der 20'000 Euro 21'000 Franken aufwenden, also 2'000 Franken mehr.

Hast du Wertschriften in Euro im Depot, kann eine Euro-Schuld das Währungsrisiko teilweise ausgleichen. Bei einem Depot aus überwiegend Franken-Titeln erhöht sie das Risiko dagegen. Wähle die Währung deshalb bewusst und nicht allein nach dem tieferen Zinssatz.

Warum veröffentlichen viele Schweizer Banken keinen Zinssatz?

Diese Banken legen den Zins individuell fest. UBS, Bank CIC und VP Bank nennen ihn nur auf Anfrage. Bei Raiffeisen bestimmt jede lokale Raiffeisenbank ihre Konditionen selbst, einen zentralen Listenpreis gibt es nicht.

Für einen Vergleich holst du dort eine schriftliche Offerte ein und stellst sie den publizierten Sätzen von Online-Brokern und Banken mit öffentlichen Konditionen gegenüber. Achte darauf, ob eine Kreditkommission dazukommt und in welcher Währung der angebotene Zins gilt.

Kann ich mit dem Lombardkredit weitere Wertschriften kaufen?

Ja, das ist bei den meisten Anbietern möglich. Du investierst dann mit Hebel, also teilweise mit geliehenem Geld, und erhöhst sowohl deine Gewinnchancen als auch dein Verlustrisiko.

Die neu gekauften Titel erweitern deine Limite nur um ihren Belehnungswert. Kaufst du zum Beispiel Aktien für 10'000 Franken, die zu 50% belehnt werden, steigt deine Schuld um 10'000 Franken, die Limite aber nur um 5'000 Franken. Deine Reserve bis zur Limite wird also um 5'000 Franken kleiner.

Bedenke ausserdem die Steuerfolgen. Wer in grösserem Umfang fremdfinanziert in Wertschriften investiert, riskiert, als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler eingestuft zu werden. Dann wären Kursgewinne als Einkommen steuerbar. Mehr dazu steht in der Antwort zum Abzug der Schuldzinsen.

Was kostet die Auszahlung über Interactive Brokers?

Es fallen vor allem drei Kostenarten an: der Spread und die Ordergebühren als einmalige Kosten sowie laufende Margin-Zinsen. Der Spread ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs, also zwischen dem Kurs, zu dem du an der Börse verkaufst, und jenem, zu dem du kaufst. Bei einem liquiden Geldmarkt-ETF wie dem DBX0AN ist er gering. Weil der DBX0AN täglich ungefähr um den Euro-Tagesgeldzins steigt, kostet dich jeder Tag mit offenem Leerverkauf zusätzlich etwa diesen Zins.

Schliesst du die Short-Position nicht am selben Tag, kommt eine Leihgebühr für die leer verkauften Fondsanteile hinzu. Nach dem Rückkauf bleibt ein negativer Saldo, auf den Interactive Brokers Margin-Zinsen in der Währung der Schuld verrechnet. Beim DBX0AN ist das Euro. Eine Schuld in Franken kannst du herstellen, indem du im Konto Euro kaufst und mit Franken bezahlst. Dafür fallen Wechselkosten an.

Eine deutlich komplexere Alternative sind Box Spreads. Das ist eine Kombination aus vier Optionen, deren Kursrisiken sich weitgehend aufheben, sodass bis zum Verfall ein fester Finanzierungssatz übrig bleibt. Liquide Box Spreads werden meist auf US-Indizes gehandelt. Du finanzierst dich damit also in US-Dollar, sodass der Satz nur mit dem Dollar-Margin-Zins vergleichbar ist und ein Wechselkursrisiko hinzukommt. Ausserdem setzen sie gute Kenntnisse über Optionen voraus.

Für wen eignet sich ein Lombardkredit?

Ein Lombardkredit eignet sich für Anlegerinnen und Anleger mit einem diversifizierten Wertschriftendepot, die vorübergehend Liquidität brauchen. Sie müssen keine Titel verkaufen und behalten ihre Anlagestrategie bei. Gegenüber einem Privatkredit sind die Zinsen meist deutlich tiefer.

Erfahrene Anleger nutzen ihn auch für gezielte Zusatzanlagen. Das setzt voraus, dass sie die Risiken verstehen, über Reserven ausserhalb des Depots verfügen und die steuerlichen Folgen kennen.

Nicht geeignet ist ein Lombardkredit, wenn du damit dauerhaft Lebenshaltungskosten deckst oder dein Depot aus wenigen stark schwankenden Titeln besteht. Dann droht im ungünstigen Moment eine Zwangsverwertung, also ein Verkauf deiner Titel durch die Bank.

Wie viel Reserve sollte ich bis zur Limite lassen?

Die Reserve sollte so gross sein, dass dein Depot auch einen Einbruch wie in früheren Börsenkrisen übersteht, ohne unterdeckt zu sein. Bei Aktienanlagen bedeutet das in der Regel, deutlich weniger als die Hälfte der Limite zu beziehen.

Wie gross die Reserve sein muss, lässt sich einfach berechnen. Beziehst du 30% deiner Limite, darf das Depot um 70% fallen, bevor der Kredit unterdeckt ist. Bei 70% Bezug reicht ein Rückgang um 30%. Die Rechnung gilt, wenn sich alle Titel im Depot ähnlich entwickeln und die Belehnungsquoten unverändert bleiben.

In der Finanzkrise ab 2007 verlor der Swiss Market Index zeitweise mehr als die Hälfte seines Werts, im Frühjahr 2020 innert weniger Wochen gut ein Viertel. Wer nur ein Drittel der Limite bezogen hatte, wäre mit einem Depot, das sich wie der SMI entwickelte, rein rechnerisch auch in der Finanzkrise nicht unterdeckt gewesen. Bei einem Kredit in Fremdwährung solltest du zusätzlich Reserve für Wechselkursschwankungen einplanen.

Was ist der Unterschied zwischen Lombardkredit und Kontoüberzug?

Ein Kontoüberzug auf dem Privatkonto oder ein Privatkredit beruht auf deinem Einkommen und deiner Kreditfähigkeit. Ein Lombardkredit ist durch deine Wertschriften gedeckt. Deshalb sind seine Zinsen in der Regel deutlich tiefer.

Dafür ist der Lombardkredit von der Börsenentwicklung abhängig. Fallen die Kurse, schrumpft deine Limite, und die Bank kann zusätzliche Deckung verlangen oder Titel verkaufen. Beim Kontoüberzug spielt die Börsenentwicklung keine Rolle.

Privatkredite und Überziehungskredite zwischen 500 und 80'000 Franken unterstehen dem Konsumkreditgesetz mit Kreditfähigkeitsprüfung und Meldung an die IKO. Für Lombardkredite gilt das in der Regel nicht, weil sie durch verpfändete Wertschriften gedeckt sind.

Gibt es einen Mindestbetrag für einen Lombardkredit?

Bei einigen Banken ja. Bei der Migros Bank und bei Crédit Agricole next bank gibt es den Lombardkredit zum Beispiel erst ab 25'000 Franken, bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank ab 50'000 Franken. Angebote aus dem Private Banking richten sich oft an deutlich grössere Vermögen.

Online-Broker setzen die Schwelle meist tiefer an oder verzichten ganz auf einen Mindestbetrag, Saxo Bank etwa in der Kontostufe Classic. Dort entscheidet vor allem, ob deine Titel belehnbar sind.

Auch die Zusammensetzung zählt. Ein Depot im Wert von 30'000 Franken aus breiten ETFs ergibt bei einer Belehnungsquote von 50% eine Limite von 15'000 Franken, ein gleich grosses Depot aus Hebelprodukten keine. Die Voraussetzungen der einzelnen Anbieter findest du in der Vergleichstabelle oben und in deren Konditionen.

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