Eine Maklersoftware bündelt alles, was bei der Vermarktung einer Liegenschaft anfällt: Objektdaten, Fotos und Dokumente, Eigentümer und Interessenten, Besichtigungen, Dokumentation und Publikation auf den Portalen. Statt Kontakte im Postfach und Unterlagen in Ordnern zu suchen, siehst du den Stand jedes Mandats in einem System, von der Akquise über die Reservation bis zur Beurkundung.
Gerade in der Schweiz zahlt sich das aus, weil der Verkauf von Wohneigentum oft lange dauert und viele Kontakte gleichzeitig laufen. Die Software merkt sich Suchprofile, schlägt bei jedem neuen Objekt passende Interessenten vor und hält fest, wer welche Dokumentation wann erhalten hat. Das hilft im Alltag und im Streitfall, wenn es um die Frage geht, wer einen Käufer zugeführt hat.
Im Zentrum stehen Objektverwaltung und CRM. Gute Systeme führen Mandate in Phasen, zeigen offene Aufgaben und erinnern an Rückrufe. CASAONE arbeitet mit einem Phasensystem und Matching, 365immo führt durch den ganzen Einkaufs- und Vertriebsprozess bis zur Nachbetreuung und verschickt Berichte an die Eigentümer auf Wunsch wöchentlich als PDF.
Aus den Objektdaten entstehen Dokumentation, Flyer und Inserate. Immer mehr Programme formulieren die Texte per KI vor: avendo erstellt Inserat und Exposé direkt aus dem Grundriss, CASAONE generiert KI-Texte ab dem Paket Pro+. Für die Akquise ist eine Bewertung im System nützlich. CASAONE bindet die Bewertung von IAZI kostenpflichtig an, avendo rechnet mit einem hybriden Modell aus hedonischer Bewertung, Marktdaten und deiner eigenen Einschätzung.
Die meisten Suchenden finden Liegenschaften über Homegate, ImmoScout24 und newhome. Eine Maklersoftware publiziert Objekte direkt auf diesen Portalen, hält Preise und Bilder aktuell, nimmt verkaufte Objekte vom Netz und übernimmt eingehende Anfragen ins CRM. CASAONE und onOffice binden alle drei Portale an, avendo nennt Homegate und ImmoScout24 sowie Kanäle wie Google, Meta und LinkedIn.
Technisch läuft die Übertragung in der Schweiz oft über IDX, ein Austauschformat für Immobiliendaten, das die grossen Portale lesen. Das aus Deutschland stammende OpenImmo ist hier weniger verbreitet; 365immo unterstützt beide Formate. Die Inserate selbst kosten extra: Die Software stellt die Verbindung her, den Vertrag schliesst du mit dem Portal ab.
Der Mäklervertrag ist in Art. 412 ff. OR geregelt. Die Courtage ist erst geschuldet, wenn der Vertrag dank des Nachweises oder der Vermittlung des Maklers zustande kommt. Ob der Makler einen Käufer zugeführt hat, ist deshalb oft die entscheidende Frage. Die Software sollte genau dokumentieren, wem du wann welches Objekt vorgestellt hast.
Eine gesetzliche Obergrenze für die Courtage gibt es nicht, ein unverhältnismässig hoher Mäklerlohn kann aber vom Gericht herabgesetzt werden. Üblich sind beim Verkauf etwa 2 bis 3 Prozent des Kaufpreises, die in der Regel der Verkäufer zahlt. Handelt der Makler gegen die Interessen seines Auftraggebers, etwa indem er heimlich auch für die Gegenseite tätig ist, verliert er nach Art. 415 OR seinen Lohnanspruch.
Für Kontaktdaten gilt seit September 2023 das revidierte Datenschutzgesetz. Du musst Interessenten über die Bearbeitung ihrer Daten informieren und sie auf Wunsch löschen können. Achte bei Cloud-Lösungen auf den Speicherort der Daten und auf einen Vertrag zur Auftragsbearbeitung. CASAONE bietet zudem eine Zwei-Faktor-Anmeldung.
Wer in der Romandie, im Tessin oder für ein internationales Publikum vermarktet, braucht Inserate in mehreren Sprachen. CASAONE läuft auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch und pflegt Objekte mehrsprachig. 365immo erlaubt pro Objekt mehrere Inserate in verschiedenen Sprachen.
Bei Besichtigungen hilft eine App, mit der du Kontakte nachschlägst, Fotos aufnimmst und Notizen direkt im System ablegst. 365immo hat eine kostenlose App für iOS und Android, mit der du Objekte vor Ort anlegst und den Suchagenten startest. Propfy Mobile nimmt Fotos und Sprache auf und lässt eine KI die Felder ausfüllen. CASAONE und avendo nutzt du unterwegs über den Browser.
Die Preismodelle unterscheiden sich stark. CASAONE rechnet nach publizierten Objekten statt nach Benutzern ab: Basic kostet 200 Franken im Monat plus 1'000 Franken Setup, Pro+ 350 Franken plus 2'000 Franken. Bis zehn Objekte ist das inklusive, darüber kommen Stufen dazu, bei Basic etwa 10 Franken für 11 bis 50 Objekte. Benutzer sind unbegrenzt.
365immo kostet 129 Franken pro Anwender und Monat ohne MWST, gebucht ab drei Benutzern bei zwölf Monaten Laufzeit. Ein Team von drei Personen zahlt damit 387 Franken im Monat plus 900 Franken Setup, Support wird nach Aufwand abgerechnet. avendo stellt den Preis nach Objektzahl, Team und Modulen zusammen und schickt die Offerte innerhalb von 24 Stunden. Propfy und onOffice nennen für die Schweiz keine Preise.
Entscheidend sind die Grösse deines Büros, die Zahl der Objekte und deine Sprachregion. Ein Einzelmakler mit wenigen Mandaten fährt mit einem Objektpreis oft günstiger als mit Lizenzen pro Benutzer, ein Team mit vielen Mitarbeitenden profitiert von unbegrenzten Benutzern. Wer viele Mandate über die eigene Datenbank gewinnt, achtet auf Akquise- und Bewertungsfunktionen.
Kostenlose Testphasen sind in der Schweiz die Ausnahme; von den hier genannten Anbietern lässt sich nur onOffice sieben Tage lang testen. avendo zeigt das System in einer Live-Demo von 20 Minuten, bei CASAONE, 365immo und Propfy läuft die Entscheidung ebenfalls über Demo und Offerte. Bring dazu ein echtes Objekt mit, und kläre vorab, wie Kontakte und bestehende Inserate übernommen werden. CASASOFT importiert laufende Inserate von den Portalen, avendo Kontakte per CSV.
CASAONE eignet sich für Büros, die auf allen drei grossen Portalen publizieren, mehrsprachig arbeiten und einen festen Frankenpreis unabhängig von der Teamgrösse wollen. avendo richtet sich an Makler, die stark auf KI-Texte, Lead-Qualifizierung und Mandatsakquise setzen. Die Unterschiede zeigt der Vergleich avendo vs. CASAONE.
Wer bereits mit Microsoft arbeitet, findet in 365immo eine Lösung auf Basis von Dynamics 365. Propfy passt zu Maklern, die vor allem unterwegs erfassen. onOffice ist mit einer Niederlassung in Baar die Wahl für Büros, die auch in Deutschland oder Österreich tätig sind.
Rechne mit rund 200 bis 400 Franken im Monat für ein kleines Büro, dazu einmalige Setupkosten von etwa 900 bis 2'000 Franken. CASAONE Basic kostet 200 Franken für beliebig viele Benutzer und bis zehn Objekte, 365immo 129 Franken pro Anwender ab drei Benutzern. Portalinserate kommen extra.
Dauerhaft kostenlose Programme für Schweizer Portale gibt es kaum. Kostenlos testen lässt sich onOffice während sieben Tagen. Die Schweizer Anbieter CASAONE, avendo, 365immo und Propfy arbeiten mit Demo und Offerte.
Die grösste Reichweite haben Homegate, ImmoScout24 und newhome. Eine Maklersoftware sollte zumindest diese drei anbinden und Anfragen automatisch ins CRM übernehmen. Die Inserate bezahlst du über einen eigenen Vertrag mit dem Portal.
IDX ist ein in der Schweiz verbreitetes Austauschformat, mit dem Maklersoftware Objektdaten an Immobilienportale überträgt. Unterstützt deine Software IDX, kannst du auch kleinere Portale und die eigene Website beliefern. 365immo spricht neben IDX auch OpenImmo.
Beim Verkauf liegt die Courtage meist bei 2 bis 3 Prozent des Kaufpreises, bei teuren Liegenschaften oft darunter. Eine gesetzliche Obergrenze gibt es nicht. Die Höhe vereinbarst du im Mäklervertrag mit dem Auftraggeber.
In der Regel der Verkäufer, weil er den Makler beauftragt. Geschuldet ist die Courtage nach Art. 413 OR erst, wenn der Kaufvertrag dank der Tätigkeit des Maklers zustande kommt. Ohne Abschluss gibt es also keinen Lohn; Ersatz für seinen Aufwand bekommt der Makler nur, wenn das vereinbart ist.
Nur mit Vorsicht. Handelt er dabei gegen die Interessen seines Auftraggebers, verliert er nach Art. 415 OR den Anspruch auf die Courtage. Eine Doppeltätigkeit sollte deshalb offengelegt und mit beiden Seiten abgesprochen sein.
Ein allgemeines CRM verwaltet Kontakte und Verkaufschancen. Eine Maklersoftware verknüpft diese zusätzlich mit Objekten und Suchprofilen, erstellt Dokumentationen und publiziert auf Homegate und Co. 365immo zeigt, dass beides zusammengeht: Es baut auf Microsoft Dynamics 365 auf und ergänzt die Immobilienfunktionen.
Ja. CASAONE läuft auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, und Objekte lassen sich mehrsprachig pflegen. 365immo veröffentlicht dasselbe Objekt mit mehreren Inseraten in verschiedenen Sprachen. Bei den übrigen Anbietern lässt du dir die Sprachversionen am besten in der Demo zeigen.
Nur, wenn sie die Schweizer Portale anbindet und Franken sowie Schweizer Formate unterstützt. onOffice tut das mit einer Niederlassung in Baar und Anbindungen an Homegate, ImmoScout24 und newhome. Rein deutsche Systeme sind auf deutsche Portale und deutsches Recht ausgelegt.
Für die Akquise ja, weil du Eigentümern schnell eine fundierte Preisindikation zeigen kannst. CASAONE bindet IAZI kostenpflichtig an, avendo bringt ein eigenes hybrides Modell mit. Ein Gutachten für die Bank ersetzt das nicht.
Spezialisierte Lösungen findest du im Vergleich der Immobilienbewertung-Software für die Schweiz.
Am meisten Arbeit macht die Übernahme der Kontakte mit ihrer Geschichte. Kontakte lassen sich meist per CSV importieren, laufende Inserate teils direkt von den Portalen. CASASOFT übernimmt Daten aus anderer Software, avendo erledigt die Grundkonfiguration und schult das Team.