In Österreich kaufst du Gold, Silber und andere Edelmetalle bei spezialisierten Edelmetallhändlern, bei Münzhändlern, im Shop der Münze Österreich und bei vielen Banken. Einige Händler verkaufen nur online, andere haben Filialen in Wien und in den Landeshauptstädten, viele bieten beides an. Dazu kommen deutsche Onlineshops, die nach Österreich liefern.
Der Goldpreis selbst entsteht an den internationalen Märkten und ist bei allen Händlern ähnlich. Unterschiede gibt es beim Aufschlag auf den Metallwert, bei Versandkosten, Zahlungsarten und vor allem beim Rückkaufpreis. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es beim Kauf und Verkauf in Österreich ankommt, welche Steuern gelten und wie du dein Metall sicher lagerst. Mit dem Vergleich darüber findest du Händler, die zu deinem Vorhaben passen.
Gold ist auch in Österreich der klassische Einstieg in Edelmetalle. Anlagegold ist von der Umsatzsteuer befreit, behält auch in kleinen Mengen einen hohen Wert und lässt sich weltweit verkaufen. Besonders verbreitet sind Barren von einem Gramm bis zu einem Kilogramm und der Wiener Philharmoniker der Münze Österreich, eine der meistverkauften Goldmünzen der Welt.
Achte beim Kauf auf den Aufschlag auf den reinen Goldwert, auf die Wiederverkäuflichkeit und auf die Nebenkosten. Große Barren und gängige Münzen haben die geringsten Aufschläge, kleine Stückelungen und Sammlerstücke deutlich höhere. Bekannte Produkte wie Philharmoniker, Krügerrand oder Barren anerkannter Hersteller kauft fast jeder Händler zu marktnahen Preisen zurück.
Gold bringt keine Zinsen und keine Dividenden. Es dient dem Werterhalt und als Absicherung in Krisen. Die meisten Anleger nutzen es deshalb als Beimischung zu einem breiter aufgestellten Vermögen.
Silber ist pro Gramm viel günstiger als Gold und deshalb für kleinere Beträge beliebt, etwa als Silberphilharmoniker zu einer Unze. Der Preis schwankt aber stärker, und für denselben Wert brauchst du deutlich mehr Platz.
In Österreich fällt beim Kauf von Silberbarren und Silbermünzen in der Regel 20 Prozent Umsatzsteuer an. Beim Verkauf an einen Händler bekommst du diese Steuer nicht zurück. Der Silberpreis muss also um ein Viertel steigen, bevor du beim Rückkauf wieder bei deinem Einstandspreis bist, den Abstand zwischen An- und Verkaufspreis noch nicht eingerechnet.
Differenzbesteuerte Silbermünzen, bei denen nur die Händlerspanne versteuert wird, waren früher eine günstigere Alternative. Seit 2025 gilt das für neu in die EU eingeführte Münzen nicht mehr, entsprechende Angebote findest du nur noch vereinzelt.
Platin und Palladium werden vor allem in Katalysatoren, in der Chemie und in der Elektronik verwendet. Ihr Preis hängt stark von der Industrie ab und schwankt meist stärker als der Goldpreis. Die Münze Österreich prägt den Wiener Philharmoniker auch in Platin, daneben gibt es Barren und Münzen anderer Prägestätten.
Steuerlich werden beide Metalle wie Silber behandelt, beim Kauf fallen 20 Prozent Umsatzsteuer an. Weniger Händler führen Platin und Palladium, und der Abstand zwischen An- und Verkaufspreis ist größer als bei Gold. Als Ergänzung können sie sinnvoll sein, als Grundstock eignet sich Gold besser.
Rhodium, Iridium und Ruthenium sind seltene Platinmetalle, die fast nur in der Industrie gebraucht werden. Einige Händler verkaufen sie als Pulver, Schwamm oder gepresste Barren. Der Markt ist klein, die Preise können sich innerhalb kurzer Zeit stark verändern, und zurückgekauft wird nur von wenigen spezialisierten Häusern.
Kupfer ist kein Edelmetall, wird aber gelegentlich als Barren oder Medaille angeboten, meist als Sammel- oder Geschenkartikel. Bei all diesen Metallen kommt die Umsatzsteuer dazu. Frag vor dem Kauf nach den Rückkaufbedingungen und setze nur Geld ein, das du lange nicht brauchst.
Manche Edelmetallhändler bieten auch Anlagediamanten an. Das sind geschliffene Steine mit dem Zertifikat eines Prüflabors, das Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff festhält. Einen einheitlichen Börsenpreis wie bei Gold gibt es nicht, jeder Stein wird einzeln bewertet.
Diamanten sind umsatzsteuerpflichtig, und der Rückkaufpreis liegt meist deutlich unter dem Kaufpreis. Sie eignen sich eher für Käufer mit Fachwissen und sehr langem Anlagehorizont. Achte auf ein anerkanntes Zertifikat, eine versiegelte Verpackung und schriftliche Rückkaufbedingungen.
Barren sind die günstigste Möglichkeit, größere Mengen Gold zu kaufen. Je schwerer der Barren, desto geringer der Aufschlag pro Gramm. Achte auf einen anerkannten Hersteller, etwa mit LBMA-Zertifizierung, und auf eine unbeschädigte Verpackung mit Zertifikat.
Münzen kosten pro Gramm etwas mehr, sind aber besonders leicht zu verkaufen, weil Gewicht und Feingehalt weltweit bekannt sind. Mit mehreren kleineren Münzen kannst du später auch nur einen Teil verkaufen. Viele Anleger kombinieren deshalb größere Barren mit einigen Münzen.
Für den Rückkauf zählt der Zustand. Barren in Originalverpackung und Münzen ohne Kratzer bringen die besten Preise. Fehlt das Zertifikat oder ist der Blister beschädigt, muss der Händler prüfen und zieht dafür unter Umständen etwas ab.
Anlagemünzen werden in hohen Auflagen geprägt und knapp über dem Metallwert gehandelt. In Österreich ist der Wiener Philharmoniker in Gold, Silber und Platin die bekannteste, daneben sind Krügerrand, Maple Leaf, Britannia oder Känguru verbreitet. Ihr Nennwert in Euro oder einer anderen Währung spielt für den Preis keine Rolle.
Eine österreichische Besonderheit sind die Handelsgoldmünzen der Münze Österreich: Dukaten, Kronen und Gulden werden als offizielle Nachprägungen historischer Münzen mit dem ursprünglichen Prägejahr ausgegeben. Sie sind als Anlagegold umsatzsteuerfrei und werden oft mit geringen Aufschlägen gehandelt. Besonders beliebt sind die 4 Dukaten und die 100 Kronen.
Sammlermünzen haben kleine Auflagen, besondere Motive oder Prägequalitäten wie Polierte Platte. Ihr Preis liegt oft deutlich über dem Metallwert. Die Silbermünzen der Münze Österreich mit Euro-Nennwert werden in der Regel mit 20 Prozent Umsatzsteuer verkauft. Wer auf den Metallwert setzt, ist mit Anlagemünzen und Barren besser beraten.
Tafelbarren bestehen aus vielen kleinen Einheiten, meist zu einem Gramm, die du einzeln abbrechen kannst. So lassen sich sehr kleine Mengen verschenken oder verkaufen. Der Preis pro Gramm liegt etwas über dem eines massiven Barrens.
Münzbarren sind geprägte Barren mit münzähnlicher Optik, aber kein Zahlungsmittel. Sie werden steuerlich und beim Rückkauf wie Barren behandelt. Medaillen aus Gold sind kein Anlagegold und deshalb umsatzsteuerpflichtig.
Granulat, also kleine Metallkörner, sowie Bleche, Drähte und Pulver sind vor allem für Goldschmiede, Zahntechnik und Industrie gedacht. Für Privatanleger sind Barren und Münzen meist die bessere Wahl, weil sie sich leichter wieder verkaufen lassen.
Ausgangspunkt ist der Marktpreis des Metalls, der international in US-Dollar festgestellt und in Euro umgerechnet wird. Der Händler schlägt darauf ein Aufgeld auf, das Herstellung, Prägung, Transport, Versicherung und seine Marge abdeckt. Bei Silber, Platin und Palladium kommt die Umsatzsteuer dazu.
Der Spread ist der Unterschied zwischen dem Verkaufspreis des Händlers und seinem Ankaufspreis. Bei Philharmonikern und größeren Goldbarren liegt er oft im niedrigen einstelligen Prozentbereich, bei kleinen Barren, Sammlermünzen und Silber deutlich höher. Je kleiner der Spread, desto schneller bist du nach einem Kursanstieg im Plus.
Händler passen ihre Preise während des Tages mehrmals an. Vergleiche Angebote deshalb möglichst zur gleichen Zeit und rechne Versand, Versicherung und einen eventuellen Mindestbestellwert mit ein.
Onlineshops bieten meist eine größere Auswahl und oft etwas niedrigere Preise. Du bestellst zum aktuellen Kurs, zahlst per Vorauskasse und bekommst die Ware versichert zugestellt. Für den Kauf im Webshop musst du dich in der Regel mit Namen und Adresse registrieren.
In der Filiale kannst du die Ware ansehen, dich beraten lassen und das Metall gleich mitnehmen. Das ist praktisch, wenn du bar zahlen, rasch verkaufen oder Altgold prüfen lassen möchtest. Manche Geschäfte arbeiten mit Termin, andere bedienen dich ohne Voranmeldung.
Viele Händler verbinden beides: online bestellen und in der Filiale abholen oder Münzen per Post verkaufen und das Geld überwiesen bekommen. Entscheidend ist, dass Angebot, Service und Erreichbarkeit zu dir passen.
Im Onlineshop ist Vorauskasse per Überweisung am häufigsten. Viele österreichische Shops bieten zusätzlich EPS an, mit dem du direkt aus deinem Onlinebanking bezahlst und der Händler den Zahlungseingang sofort sieht. Seit Oktober 2025 prüfen Banken bei Überweisungen in Euro außerdem, ob der Name des Empfängers zur IBAN passt. Eine Warnung an dieser Stelle solltest du ernst nehmen.
Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung, Apple Pay oder Google Pay gibt es oft nur für kleinere Beträge, weil die Gebühren bei den geringen Margen im Edelmetallhandel stark ins Gewicht fallen. Lastschrift ist vor allem bei Sparplänen üblich, Nachnahme, Rechnung oder Ratenzahlung sind selten.
In der Filiale zahlst du meist bar, mit Bankomatkarte oder mit Kreditkarte. Bei Karten begrenzt das Tageslimit deiner Bank oft den Betrag. Für größere Käufe ist es häufig am einfachsten, vorab zu überweisen und die Ware dann abzuholen.
Edelmetallhändler müssen in Österreich bei Barzahlungen ab €10.000 die Identität ihrer Kundinnen und Kunden feststellen. Das regelt die Gewerbeordnung in § 365m1. Die Pflicht gilt beim Kauf und beim Verkauf an den Händler, du brauchst dann einen amtlichen Lichtbildausweis. Mehrere Käufe, die zusammenhängen, werden zusammengerechnet, auch wenn sie an verschiedenen Tagen stattfinden.
Unabhängig von der Zahlungsart muss der Händler beim Verkauf von Anlagegold über €15.000 eine Rechnung ausstellen und deine Identität festhalten (§ 24a Abs. 3 UStG). Banken unterliegen dem Finanzmarkt-Geldwäschegesetz und haben eigene Regeln. Händler dürfen auch bei kleineren Beträgen einen Ausweis verlangen, wenn ihnen etwas ungewöhnlich erscheint.
Eine allgemeine Bargeldobergrenze gibt es in Österreich derzeit nicht. Ab dem 10. Juli 2027 dürfen Händler in der gesamten EU aber keine Barzahlungen über €10.000 mehr annehmen. Wer in Deutschland bar kauft, sollte wissen, dass dort schon ab €2.000 ein Ausweis nötig ist.
Seriöse Händler versenden Edelmetall versichert und neutral verpackt. Kleinere Sendungen gehen mit der Österreichischen Post, DPD, GLS oder UPS, meist mit Unterschrift bei der Zustellung. Größere Werte liefern Wertlogistiker oder Kuriere des Händlers. Bis zur Übergabe an dich trägt der Händler das Versandrisiko, frag aber vorher nach, bis zu welchem Wert er versichert verschickt.
Die Versandkosten liegen häufig zwischen €10 und €30, bei schweren Silberlieferungen oder Werttransporten auch darüber. Viele Händler liefern ab einem bestimmten Bestellwert kostenfrei. Bei kleinen Bestellungen fallen die Versandkosten stark ins Gewicht.
Öffne das Paket am besten vor Zeugen oder filme das Auspacken und melde Schäden sofort. Wer keine Wertsendung zuhause annehmen möchte, bestellt online und holt in der Filiale ab. Einige Händler bieten auch die Abholung bei Partnerstellen an.
Viele deutsche Onlineshops liefern nach Österreich. Bei Anlagegold macht das steuerlich keinen Unterschied, weil es in der gesamten EU umsatzsteuerfrei ist. Bei Silber, Platin und Palladium berechnen Versandhändler aus anderen EU-Ländern in der Regel die österreichische Umsatzsteuer von 20 Prozent, nicht den Satz ihres eigenen Landes. Ein Preisvorteil durch die niedrigere deutsche Umsatzsteuer entsteht also meist nicht.
Einige Händlergruppen betreiben für Österreich eigene Gesellschaften und Shops mit eigenen Preisen und Bedingungen, philoro etwa hat getrennte Auftritte für Österreich, Deutschland und die Schweiz. Prüfe bei ausländischen Shops, ob sie wirklich nach Österreich liefern, wie hoch die Versandkosten sind und wie du im Streitfall zu deinem Recht kommst.
Holst du Gold selbst in Deutschland ab, fallen innerhalb der EU keine Zollformalitäten an. Der Zoll kann bei Kontrollen aber nach mitgeführten Werten fragen, dann musst du wahrheitsgemäß Auskunft geben. Bei Einreise aus der Schweiz musst du Goldmünzen und Goldbarren wie Bargeld anmelden, wenn der Gesamtwert €10.000 erreicht. Silber, Platin und Palladium aus der Schweiz unterliegen der Einfuhrumsatzsteuer.
Barren und Münzen verkaufst du am einfachsten bei einem Edelmetallhändler. In der Filiale werden die Stücke geprüft, du bekommst den Tagespreis genannt und das Geld bar oder per Überweisung. Beim Ankauf per Post meldest du die Ware online an, verschickst sie versichert und erhältst den Betrag aufs Konto.
Hol dir am selben Tag Angebote von mehreren Händlern. Philharmoniker, Dukaten und Barren bekannter Hersteller werden fast überall zu marktnahen Preisen angekauft, bei Sammlermünzen oder beschädigten Verpackungen gehen die Angebote weiter auseinander. Frag nach, ob Prüf- oder Versandkosten vom Erlös abgezogen werden.
Alter Schmuck, Einzelstücke, Uhrgehäuse oder Zahngold enthalten oft einen beachtlichen Goldwert. Wie viel, zeigt die Punze: 333 steht für 8 Karat, 585 für 14 Karat, 750 für 18 Karat, 986 für Dukatengold. Händler und Scheideanstalten bezahlen den reinen Edelmetallanteil abzüglich eines Abschlags für Prüfung und Schmelze. Steine und Verarbeitung werden meist nicht vergütet.
Zahngold ist eine Legierung, die neben Gold oft Platin, Palladium und Silber enthält. Den genauen Wert ermittelt eine Scheideanstalt nach dem Schmelzen. Bei Silberbesteck lohnt sich ein Blick auf die Punze: 800 oder 925 steht für massives Silber, versilbertes Besteck enthält dagegen nur eine dünne Auflage und ist kaum etwas wert.
Verkaufe Altgold bei einem Händler mit festem Geschäftslokal und sei bei der Prüfung dabei. Bei Haustürgeschäften und kurzfristigen Ankaufaktionen in Hotels ist Vorsicht angebracht. Hat ein Schmuckstück Design- oder Erinnerungswert, frag vorher bei einem Juwelier, denn der Edelmetallhändler zahlt nur den Metallwert.
Die Lieferung von Anlagegold ist nach § 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG 1994 umsatzsteuerfrei. Als Anlagegold gelten Barren und Plättchen mit mindestens 995 Tausendsteln Feingehalt sowie Goldmünzen mit mindestens 900 Tausendsteln, die nach 1800 geprägt wurden, in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und üblicherweise höchstens 80 Prozent über ihrem Goldwert verkauft werden. Philharmoniker, Dukaten, Kronen und Gulden erfüllen diese Bedingungen.
Silber, Platin, Palladium und die übrigen Platinmetalle unterliegen dem Normalsteuersatz von 20 Prozent. Bei der Differenzbesteuerung nach § 24 UStG versteuert der Händler nur seine Spanne, auf der Rechnung steht dann keine gesondert ausgewiesene Steuer. Sie kommt nur bei Münzen in Frage, nicht bei Barren, und spielt seit 2025 kaum noch eine Rolle.
Goldschmuck, Goldmedaillen und Barren mit geringerem Feingehalt sind kein Anlagegold und werden mit 20 Prozent besteuert. Welcher Steuersatz gilt, siehst du auf der Produktseite und auf der Rechnung des Händlers.
Physisches Gold, Silber oder Platin im Privatvermögen gilt steuerlich nicht als Kapitalvermögen. Es fällt also keine Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent an, wie sie etwa bei Gold-ETCs oder Zertifikaten gilt. Stattdessen gilt die Spekulationsfrist nach § 31 EStG: Verkaufst du mehr als ein Jahr nach dem Kauf, ist der Gewinn steuerfrei.
Verkaufst du innerhalb eines Jahres, ist der Gewinn mit deinem persönlichen Einkommensteuertarif zu versteuern. Es gibt eine Freigrenze: Betragen deine gesamten Einkünfte aus Spekulationsgeschäften im Kalenderjahr höchstens €440, bleiben sie steuerfrei. Liegen sie darüber, ist der ganze Betrag steuerpflichtig. Verluste kannst du nur mit Spekulationsgewinnen desselben Jahres ausgleichen.
Hebe die Rechnungen auf, damit du Kaufdatum und Kaufpreis nachweisen kannst. Bei geerbtem oder geschenktem Edelmetall zählt für die Frist der Zeitpunkt, zu dem die Vorbesitzerin oder der Vorbesitzer es gekauft hat.
Eine Erbschafts- oder Schenkungssteuer gibt es in Österreich seit 2008 nicht mehr. Gold kannst du also steuerfrei vererben und verschenken. Beliebt sind Goldmünzen und kleine Barren als Geschenk zur Taufe, Firmung, Sponsion oder Hochzeit.
Größere Schenkungen müssen allerdings dem Finanzamt gemeldet werden. Zwischen Angehörigen gilt das, wenn der Wert innerhalb eines Jahres €50.000 übersteigt, zwischen anderen Personen ab €15.000 innerhalb von fünf Jahren. Übliche Gelegenheitsgeschenke bis €1.000 sind ausgenommen. Die Meldung ist innerhalb von drei Monaten nach der Schenkung fällig.
Zuhause hast du jederzeit Zugriff, trägst aber das Risiko von Einbruch und Brand. Ein zertifizierter, fest verankerter Tresor schützt besser als jedes Versteck. Prüfe deine Haushaltsversicherung: Edelmetall zählt dort zu den Wertgegenständen, und die Deckung ist oft gering, wenn es nicht in einem Tresor mit passender Sicherheitsstufe liegt.
Ein Banksafe kostet je nach Größe und Bank meist ab etwa €50 bis zu einigen Hundert Euro im Jahr. Der Inhalt ist nicht automatisch voll versichert, und du kommst nur zu den Öffnungszeiten an dein Metall.
Viele Händler bieten eine Lagerung in eigenen Hochsicherheitslagern oder bei Partnern an, teils im Ausland. Wichtig ist, dass das Metall als dein Eigentum getrennt vom Vermögen des Händlers verwahrt und versichert wird. Einige Anbieter lagern Silber, Platin und Palladium in Schweizer Zollfreilagern, wo keine österreichische Umsatzsteuer anfällt, solange das Metall dort bleibt. Lässt du es dir später nach Österreich liefern, wird Einfuhrumsatzsteuer fällig.
Bei einem Sparplan kaufst du regelmäßig für einen festen Betrag Gold, Silber oder andere Metalle, oft schon ab €25 oder €50 im Monat. Der Händler schreibt dir das Metall gut und lagert es. Ab einer bestimmten Menge kannst du dir meist Barren oder Münzen ausliefern lassen.
Vergleiche Aufschläge, Lagergebühren und die Kosten für Auslieferung und Verkauf. Achte darauf, dass das Metall als dein Eigentum getrennt verwahrt wird. Steuerlich gilt für jeden einzelnen Kauf die Spekulationsfrist von einem Jahr.
Münzkapseln schützen vor Kratzern und Fingerabdrücken, Tubes und Masterboxen halten viele gleiche Münzen zusammen. Für Philharmoniker gibt es passende Kapseln und Boxen bei den meisten Händlern direkt zum Mitbestellen.
Etuis und Geschenkboxen machen aus einer Münze ein schönes Geschenk. Für die Aufbewahrung zuhause sind Baumwollhandschuhe, eine kleine Feinwaage und säurefreie Verpackung praktisch, damit Silber nicht unnötig anläuft. Barren bleiben am besten in ihrer Originalverpackung.
Ein seriöser Händler nennt im Impressum Firmennamen, Anschrift, Telefonnummer und Firmenbuchnummer. Diese Angaben kannst du im Firmenbuch prüfen, die Gewerbeberechtigung im Gewerbeinformationssystem GISA. Ein Geschäftslokal, eine längere Firmengeschichte und nachvollziehbare Kundenerfahrungen sind weitere gute Zeichen.
Vorsicht bei Preisen deutlich unter dem Marktpreis, bei Shops, die nur Vorauskasse auf ein Privat- oder Auslandskonto akzeptieren, bei sehr jungen Internetadressen und bei Druck, sofort zu zahlen. Bei Angeboten zur Lagerung mit Renditeversprechen lohnt ein Blick in die Investorenwarnungen der Finanzmarktaufsicht.
Vor einer großen Bestellung hilft ein kleiner Testkauf. Achte bei der Überweisung auf die Empfängerprüfung deiner Bank. Passen Name und IBAN nicht zusammen, überweise nicht.
Überleg dir zuerst, was du vorhast: kaufen oder verkaufen, online oder in einer Filiale? Wähle dann Metall und Form, zum Beispiel Gold als Barren oder Silber als Anlagemünze. Mit jedem weiteren Haken wird die Liste kürzer, bis nur noch Händler übrig sind, die alles Gewünschte anbieten.
Die Zahlungsarten sind nach Onlineshop und Filiale getrennt, weil viele Händler im Geschäft andere Möglichkeiten anbieten als im Netz, etwa Bankomatkarte oder Bargeld. Unter Zustellung, Transport und Dienstleister siehst du, ob versichert verschickt wird, ab wann der Versand kostenfrei ist und welcher Paketdienst oder Wertlogistiker liefert. Unter Leistungen findest du Lagerung, Sparplan, Prüfung und Schmelze oder Barzahlung ohne Termin.
Suchst du ein Geschäft in deiner Nähe, wähle dein Bundesland und auf Wunsch Samstagsöffnung. Sortieren kannst du nach Name, nach den niedrigsten Versandkosten oder nach der Zahl der Filialen. Wird die Auswahl zu klein, nimm einzelne Haken wieder heraus. Aktuelle Preise und Bedingungen findest du direkt beim Händler.
Ja, wenn es Anlagegold ist. Dazu gehören Goldbarren mit mindestens 995 Tausendsteln Feingehalt und Goldmünzen wie Philharmoniker, Krügerrand oder Dukaten. Goldschmuck und Goldmedaillen sind mit 20 Prozent Umsatzsteuer belastet.
Ja. Die Handelsgoldmünzen der Münze Österreich, also Dukaten, Kronen und Gulden, erfüllen die Voraussetzungen für Anlagegold und sind umsatzsteuerfrei. Sie werden als offizielle Nachprägungen mit historischem Prägejahr ausgegeben und haben meist geringe Aufschläge.
Die Steuerbefreiung gilt nach europäischem Recht nur für Anlagegold. Silber wird wie ein gewöhnlicher Rohstoff behandelt, deshalb fallen in Österreich 20 Prozent Umsatzsteuer an. Das gilt auch für Platin und Palladium.
Nur mit langem Atem. Weil du die Umsatzsteuer beim Verkauf nicht zurückbekommst, muss der Silberpreis zuerst um ein Viertel steigen, bevor du ohne Verlust verkaufen kannst. Silber passt daher eher zu Anlegern, die viele Jahre halten und starke Schwankungen aushalten.
Kaum. Seit 2025 können neu in die EU eingeführte Silbermünzen nicht mehr differenzbesteuert verkauft werden. Vereinzelt gibt es noch solche Ware aus älteren Beständen oder aus Ankäufen von Privatpersonen.
Nicht, wenn du das Gold länger als ein Jahr besessen hast. Dann ist der Gewinn steuerfrei. Innerhalb eines Jahres ist er einkommensteuerpflichtig, sofern deine Spekulationseinkünfte im Jahr insgesamt über €440 liegen.
Nein. Die KESt von 27,5 Prozent gilt für Wertpapiere wie Gold-ETCs oder Zertifikate. Für Barren und Münzen im Privatvermögen gilt stattdessen die Spekulationsfrist von einem Jahr.
Bei Barzahlung ab €10.000, auch wenn du mehrere zusammenhängende Käufe machst. Beim Kauf von Anlagegold über €15.000 hält der Händler deine Identität unabhängig von der Zahlungsart fest. Händler dürfen auch bei kleineren Beträgen einen Ausweis verlangen.
In der Filiale mit Bargeld unter €10.000 ist das grundsätzlich möglich. Online geht es nicht, weil du dich registrierst und per Überweisung oder Karte zahlst. Teilst du einen größeren Betrag bewusst auf mehrere Käufe auf, werden diese zusammengerechnet.
In den meisten Filialen ja. Ab €10.000 musst du dich ausweisen, und manche Händler bitten bei hohen Beträgen um eine Überweisung. Ab Juli 2027 sind Barzahlungen an Händler in der EU auf €10.000 begrenzt.
In vielen Filialen ja. Beachte das Tageslimit deiner Karte, das bei größeren Käufen schnell erreicht ist. Du kannst es bei deiner Bank vorübergehend erhöhen lassen oder den Betrag vorab überweisen.
EPS ist ein österreichisches Online-Zahlverfahren, mit dem du direkt aus deinem Onlinebanking bezahlst. Der Händler sieht den Zahlungseingang sofort, deshalb wird die Bestellung meist schneller bearbeitet. Viele österreichische Shops bieten EPS an, manchmal mit einer Obergrenze pro Bestellung.
Für den Einstieg sind Philharmoniker oder andere gängige Anlagemünzen oft die einfachste Wahl, weil sie überall bekannt sind und sich einzeln verkaufen lassen. Bei größeren Beträgen sind Barren pro Gramm günstiger. Viele kombinieren beides.
Anlagemünzen wie der Philharmoniker werden in großen Mengen geprägt und knapp über dem Metallwert gehandelt. Sammlermünzen haben kleine Auflagen und besondere Motive, ihr Preis hängt vor allem von Seltenheit und Nachfrage ab. Silberne Sammlermünzen sind zudem mit 20 Prozent Umsatzsteuer belastet.
Größere Barren sind pro Gramm günstiger, kleinere flexibler beim Verkauf. Viele Anleger wählen beim Gold Größen zwischen 20 und 100 Gramm. Ein Kilobarren lohnt sich, wenn du sicher bist, dass du ihn nicht in Teilen verkaufen möchtest.
Ein Barren aus vielen kleinen Einheiten, meist zu je einem Gramm, die du einzeln abbrechen kannst. Das ist praktisch zum Verschenken oder für den Verkauf kleiner Mengen. Pro Gramm ist er etwas teurer als ein massiver Barren.
Der Händler muss die Ware prüfen, lagern und wieder verkaufen und verdient an der Spanne. Bei Philharmonikern und größeren Goldbarren ist der Abstand klein. Bei Silber kommt die Umsatzsteuer dazu, die beim Rückkauf nicht erstattet wird.
Der Händler verpackt die Ware neutral und versendet sie mit einem Paketdienst oder Wertlogistiker über seine Transportversicherung. Bis zur Übergabe an dich trägt er das Risiko. Größere Sendungen werden meist nur gegen Unterschrift oder Ausweis übergeben.
Bei vielen Händlern mit Filialen ja. Du sicherst dir online den aktuellen Preis, bezahlst per Überweisung oder vor Ort und holst die Ware ab. Das spart Versandkosten und du musst keine Wertsendung zuhause annehmen.
Bei Anlagegold kann sich ein Preisvergleich lohnen, steuerlich gibt es keinen Unterschied. Bei Silber berechnen deutsche Versandhändler meist die österreichischen 20 Prozent Umsatzsteuer. Rechne Versandkosten und den Aufwand bei einer Reklamation mit ein.
Entweder in der Filiale, wo die Stücke geprüft und sofort bezahlt werden, oder per Post mit versichertem Versand und Überweisung. Vergleiche vorher die Ankaufspreise mehrerer Händler am selben Tag.
Bezahlt wird der reine Goldanteil abzüglich eines Abschlags für Prüfung und Schmelze. 585er Gold enthält 58,5 Prozent Feingold, 750er Gold 75 Prozent. Steine und Verarbeitung werden meist nicht vergütet. Hol mehrere Angebote ein und sei bei der Prüfung dabei.
Meist ja, weil Zahngold neben Gold oft Platin, Palladium und Silber enthält. Den genauen Wert ermittelt eine Scheideanstalt nach dem Schmelzen. Reste musst du nicht selbst entfernen.
Kaum, denn es hat nur eine dünne Silberauflage. Massives Silberbesteck erkennst du an Punzen wie 800 oder 925. Dafür zahlen Händler den Silberwert.
Nein, Erbschafts- und Schenkungssteuer gibt es in Österreich nicht. Größere Schenkungen musst du aber dem Finanzamt melden, zwischen Angehörigen ab €50.000 innerhalb eines Jahres. Beim späteren Verkauf zählt für die Spekulationsfrist das Kaufdatum der Vorbesitzerin oder des Vorbesitzers.
Kleine Mengen sind in einem fest verankerten, zertifizierten Tresor zuhause gut aufgehoben, größere Werte in einem Banksafe oder einem professionellen Edelmetalllager. Achte darauf, dass Versicherung und Zugriff zu deinen Bedürfnissen passen.
Nicht automatisch in voller Höhe. Viele Banken versichern den Inhalt nur bis zu einem bestimmten Betrag, darüber brauchst du eine Zusatzversicherung. Frag bei deiner Bank nach den Bedingungen.
In einem Schweizer Zollfreilager kannst du Silber, Platin und Palladium kaufen und lagern, ohne dass österreichische Umsatzsteuer anfällt, solange das Metall dort bleibt. Dafür zahlst du Lagergebühren und bist auf den Anbieter angewiesen. Bei einer Auslieferung nach Österreich wird die Einfuhrumsatzsteuer fällig.
Als kleine Beimischung können sie sinnvoll sein, wenn du die stärkeren Schwankungen tragen kannst. Beim Kauf fallen 20 Prozent Umsatzsteuer an, und der Spread ist größer als bei Gold.
Eher für erfahrene Käufer mit sehr langem Anlagehorizont. Jeder Stein wird einzeln bewertet, und der Rückkaufpreis liegt meist deutlich unter dem Kaufpreis. Achte auf ein anerkanntes Zertifikat und schriftliche Rückkaufbedingungen.
Typische Warnzeichen sind Preise deutlich unter dem Marktpreis, ein lückenhaftes Impressum, Vorauskasse auf ein Privat- oder Auslandskonto und eine sehr junge Internetadresse. Prüfe den Händler im Firmenbuch und im GISA und achte auf die Empfängerprüfung bei der Überweisung.
Für einzelne Münzen sind Kapseln sinnvoll, weil Kratzer den Wiederverkaufswert mindern können. Bei vielen gleichen Münzen sind Tubes oder Masterboxen praktischer. Barren bleiben am besten in der Originalverpackung.
Kaufe bei seriösen Händlern Barren anerkannter Hersteller, am besten versiegelt mit Zertifikat und Seriennummer. Gewicht und Maße kannst du mit Feinwaage und Messschieber kontrollieren. Bei Zweifeln lässt du das Stück von einem Händler oder einer Scheideanstalt prüfen.